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Niederlage für Prinz Harry im Bespitzelungsprozess

Prinz Harry, Elton John und andere warfen den Journalisten des Verlags Associated Newspapers Limited vor, illegale Recherchemethoden angewandt zu haben.
Prinz Harry mit Vollbart und im Anzug blickt zur Seite.

Der britische Prinz Harry und sechs andere Prominente sind mit ihrer Klage gegen den Verlag der britischen Boulevardzeitung Daily Mail gescheitert. In einem 436 Seiten langen schriftlichen Urteil erklärte der Richter, die Kläger hätten die vorgebrachten Vorwürfe der unrechtmäßigen Informationsbeschaffung nicht ausreichend beweisen können. Die Klage werde deshalb abgewiesen. 

Harry, Elton John und andere Prominente warfen den Journalistinnen und Journalisten des Verlags in dem Prozess vor, über Jahre illegale Recherchemethoden angewandt zu haben, um Schlagzeilen zu generieren. Der Verlag Associated Newspapers Limited (ANL) wies die Vorwürfe zurück. Auch Prinz Harry hatte bereits im Verfahren ausgesagt und war dafür nach London gereist.

Emotionale Aussage im Kreuzverhör

Es ging unter anderem um das angebliche Abhören von Telefonaten und Sprachnachrichten sowie das Einsehen privater Dokumente wie etwa Krankenhausakten. Harry hatte im Jänner selbst vor Gericht ausgesagt und sich einem Kreuzverhör gestellt. Ganz zum Schluss der Aussage brach ihm damals die Stimme, als er über die Presse sagte: „Sie haben das Leben meiner Frau vollkommen zur Hölle gemacht, Euer Ehren.“

Drastische Worte fand auch Popstar Elton John bei seiner Aussage im Februar. Die Praktiken des Verlags seien „abscheulich und jenseits jeglicher Standards menschlichen Anstandes“, behauptete er damals. Er und sein Mann Furnish warfen der Daily Mail vor, Telefonate und Mailbox-Nachrichten bespitzelt und intime Dokumente wie Krankenakten über Privatdetektive beschafft zu haben.

Harry befindet sich derzeit in Großbritannien. Obwohl die Urteilsverkündung nur schriftlich stattfand, dürfte auch dieser Besuch in seiner alten Heimat für den Prinzen wieder emotional sein. Zunächst hatte es so ausgesehen, als könne es zu einer Annäherung mit seinem Vater Charles kommen, doch im letzten Moment schienen sich die Fronten wieder zu verhärten.

Verwirrung um Übernachtung im Buckingham-Palast

Das Verhältnis der beiden gilt seit Jahren als zerrüttet. Harry lebt inzwischen mit seiner Frau Herzogin Meghan und den beiden gemeinsamen Kindern Prinz Archie (7) und Prinzessin Lilibet (5) im US-Bundesstaat Kalifornien. Das Paar hatte sich zuvor aus dem engeren Kreis der Royals losgesagt.

Zunächst hieß es, Harry werde zu dem fünftägigen Aufenthalt in dieser Woche samt seiner Familie anreisen und im Buckingham-Palast übernachten. König Charles hat seine Enkel seit Jahren nicht mehr gesehen. Hintergrund ist ein Streit darum, wie viel Polizeischutz Harry und seiner Familie in Großbritannien noch zusteht. Doch der Palast dementierte kurzfristig, dass Harry im Palast übernachten sollte. Das Angebot sei abgelaufen, hieß es - sehr zum Ärger von Harry, wie er über seinen Sprecher mitteilen ließ

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