Adelsexpertin: Prinz William beschäftigt sich stark mit Risiko für Charlotte und Louis

Die Rolle des "Spare", der royalen Reserve für den Fall, dass der oder die Erstgeborene ausfällt, sei keine unproblematische.
Prinz William, Kate und ihre Kinder George, Charlotte und Louis schauen gemeinsam in den Himmel.

Der Skandal um den britischen Ex-Prinzen Andrew, zweitältester Sohn der verstorbenen Queen Elizabeth II., hielt in den letzten Wochen Großbritannien in Atem. Er werfe gar "fundamentale Fragen für die Institution der Monarchie auf", sagte der Verfassungsexperte und Royal-Kenner Craig Prescott von der Londoner Universität Royal Holloway. Andrew war bis zur Geburt von Prinz William Zweiter in der britischen Thronfolge. Die Rolle des "Spare", der royalen Reserve für den Fall, dass der oder die Erstgeborene ausfällt, ist keine unproblematische, betonte Prescott kürzlich im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). 

Adelsexperte: Zweitgeborene im Palast anfällig für Krisen

Schon die jüngere Schwester von Elizabeth II., Prinzessin Margaret, sei damit todunglücklich gewesen. Auch das Drama um Prinz Harry zeige, wie anfällig die Zweitgeborenen für Krisen und Konflikte seien. Der Experte geht auch davon aus, dass der Fall Andrew die ohnehin geplante Verkleinerung des britischen Königshauses beschleunigen könnte. "Ist da wirklich noch ein Appetit für eine royale Großfamilie?", fragte Prescott und lieferte gleich die Antwort: Er könne sich vorstellen, dass als Konsequenz auf die Andrew-Affäre etwa die Zweitgeborene des derzeitigen Thronfolgers William, Prinzessin Charlotte (10), künftig einmal keine royalen Aufgaben mehr übernehmen werde.

Die Royal-Expertin Tina Brown glaubt, dass es William ein großes Anliegen sei, dass Charlotte und auch seinem jüngeren Sohn Louis das Schicksal ihrer "Vorgänger" erspart bleibt. Auf der Plattform Substack schreibt sie: "Mir wurde berichtet, dass Thronfolger Prinz William sich stark mit dem Erstgeburtsrecht innewohnenden Risiko für Grausamkeit beschäftigt. Er ist entschlossen, dass seine zweit- und drittgeborenen Kinder (...) gut auf ein unabhängiges Leben vorbereitet und finanziell abgesichert sind und nicht in denselben Kreislauf der eingeschränkten Freiheit geraten." Ihr älterer Bruder George wird aller Voraussicht nach einmal Vater William auf den Thron folgen.

Von allen Ämtern, Titeln und Ehrungen entkleidet, verbrachte Williams Onkel Andrew seinen 66. Geburtstag im Februar auf einer Polizeiwache, während die Ermittler mehrere Anwesen durchsuchten. Der Grund: Andrews Beziehungen zum verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Seine vorübergehende Festnahme wegen des Verdachts von Fehlverhalten in offizieller Funktion ist der vorläufige Tiefpunkt eines langen Absturzes im öffentlichen Ansehen.

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