Adelsexperte: Prinz William ist im Gegensatz zu Charles nicht "instinktiv radikal"
Prinz William und König Charles III.
Viele Jahre wusste er, dass dieser Tag einmal kommen würde: Seit im Jahr 2022 sein Vater als Charles III. neuer britischer Monarch wurde, ist Prinz William Thronfolger. Schon früh hat der heute 43-Jährige das Pflichtbewusstsein eines künftigen Königs entwickelt, nach und nach übernahm er mehr und mehr royale Pflichten.
"Wills" hat einen festen Platz in den Herzen der Briten und Britinnen, von denen sich viele wünschten, dass er anstelle seines weniger beliebten Vaters direkt auf seine Großmutter Königin Elizabeth II. gefolgt wäre. Williams Fans mögen vor allem seine zurückhaltende Art und seine Wohltätigkeitsarbeit.
Charles "hat sich nie vor Arbeit gescheut"
Der britische Adelsexperte und Autor Robert Hardman sieht Unterschiede in der Herangehensweise an die Rolle. "Er ist, würde ich sagen, so glücklich wie ich ihn noch nie gesehen habe", sagt Hardman dem Magazin Marie Claire über König Charles. Sein Monarchen-Dasein gehe dieser mit "einer echten Zielstrebigkeit und Energie" an. "Er hat sich nie vor Arbeit gescheut", streut Hardman dem König Rosen. Für William sei auch das Privatleben relevant. Der Thronfolger sei "durch und durch ein Familienmensch".
Geboren am 21. Juni 1982 als William Arthur Philip Louis Mountbatten-Windsor, erarbeitete der Prinz sich seit seiner Jugend ein bodenständiges Image. Er arbeitete mehrere Jahre als Rettungshubschrauber-Pilot und trägt schon einmal lässige Jeans. 2017 gab er seinen Job auf und ist seither Vollzeit-Royal. Im Gegensatz zu früheren Generationen royaler Väter, die oft eine gewisse Distanz zum Nachwuchs wahrten, erzählte William stolz, dass er die erste Windel seines erstgeborenen Sohnes Prinz George wechselte. Dieses Können konnte er anschließend auch bei Tochter Charlotte und Sohn Louis unter Beweis stellen. Während des Corona-Lockdowns teilte er sich nach eigenen Worten mit seiner Frau Kate die Betreuung der beiden älteren Kinder im Homeschooling.
William könnte sich Hardman zufolge als König darauf konzentrieren, die Monarchie "ein bisschen weniger zeremoniell" zu gestalten, statt sie komplett umzukrempeln. "Ich glaube nicht, dass er instinktiv radikal ist, während sein Vater es meiner Meinung nach war", analysiert Hardman. "Ich meine, wenn man sich ansieht, wie Charles in Williams jetzigem Alter war, hielt er ständig Reden, in denen er sich über den Zustand der Architektur, des Bildungswesens, des Kulturerbes, der Umweltverschmutzung beschwerte … er war ein sehr offenherziger Thronfolger."
Dem Adelsexperten zufolge könnte man William eher mit König Georg VI. vergleichen. "William ist dem Vater der Queen ziemlich ähnlich. Er ist pflichtbewusst, nachdenklich, bestrebt, gute Arbeit zu leisten, aber nicht verzweifelt darauf aus, die Welt zu verändern." Doch auch die Queen hatte Einfluss auf ihn. "Sie hat die Institution stark verändert, aber schrittweise", so Hardman zu Marie Claire. "Es gab eine Philosophie, über die sie einmal in einer ihrer Weihnachtsansprachen sprach, und zwar einen Ausdruck, den ich sie ziemlich oft im Zusammenhang mit kleinen Schritten verwenden hörte."
Die britische Autorin und Adelskommentatorin Pauline Maclaran ("Royal Fever: The British Monarchy in Consumer Culture") erkannte ebenfalls Unterschiede zwischen Vater und Sohn. "William zeigt mehr Selbstvertrauen und Charisma als sein Vater. Während Charles manchmal unsicher oder sogar zögerlich wirkt, wenn es darum geht, ins Rampenlicht zu treten, scheint William kontaktfreudiger und entspannter zu sein", sagte sie 2023 gegenüber Express.co.uk. Den Titel Prinz von Wales bekam William von Charles nach dessen Thronbesteigung übertragen.
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