© APA/dpa/Tobias Hase

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07/22/2020

Ermittlungen wegen mehrerer Delikte: Prinz Ernst August hat erneut Ärger mit Polizei

Der Welfenprinz soll unter anderem eine Polizistin im Almtal mit einem Baseballschläger bedroht haben.

Welfenprinz Ernst August von Hannover hat offenbar erneut Ärger mit Polizei und Justiz: Nachdem es bereits in der Vorwoche einen Polizeieinsatz in seinem Jagdhaus im Almtal gegeben hatte, soll er laut Medienberichten am Montag einer Polizistin mit einem Baseballschläger Gewalt angedroht haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigten - wie bereits bei den Geschehnissen in der Vorwoche - offiziell nur einen Vorfall "mit einem deutschen Staatsbürger", Landespolizeidirektor Andreas Pilsl retweetete allerdings einen entsprechenden Medienbericht, in dem der Prinz namentlich genannt wurde.

Erst vor wenigen Tagen war die Polizei ins Jagdhaus des 66-Jährigen in Grünau (Bezirk Gmunden) gerufen worden. Laut Kronen Zeitung habe er in der Nacht auf Mittwoch der Vorwoche per Notruf die Exekutive geholt und angegeben, ein Paar wolle ihn ermorden. Eine Streife traf Ernst August von Hannover demnach allein im Haus an, besagtes Paar befand sich im Freien. In weiterer Folge habe sich der Urenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II sehr aggressiv verhalten, Beamte dürften ihn auch am Boden fixiert haben. Auf ärztliche Anweisung wurde er ins Spital gebracht. Ein Polizist wurde offenbar bei dem Einsatz verletzt.

Die Polizei hatte den Vorfall damals zwar bestätigt, aber keinen Namen genannt. Der Prinz selbst behauptete allerdings in der Kronen Zeitung, dass er von Polizisten geschlagen worden sei und drohte mit einer Klage. Montagabend soll er dann mit einem Taxi zur Polizeiinspektion Scharnstein gekommen sein, um Anzeige wegen Polizeigewalt zu erstatten. Die Beamten waren aber unterwegs und er musste unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Ermittlungen gegen Ernst August laufen

Der Deutsche sei dann auf der Rückfahrt auf zwei Polizistinnen getroffen, die gerade Verkehrskontrollen durchführten, hieß es bei der Pressestelle der Landespolizeidirektion. Er habe die Beamtinnen aus dem Taxi heraus angesprochen und schließlich einer von ihnen verbal Gewalt angedroht. Bei sich hatte er einen Baseballschläger. Laut Polizei habe er die Frau nicht direkt damit bedroht, allerdings dürfte das Sportgerät in den Äußerungen des 66-Jährigen "eine Rolle gespielt haben", hieß es bei der Staatsanwaltschaft. Welche, sollen Einvernahmen klären.

Laut Staatsanwaltschaft Wels wird gegen den 66-jährigen Beschuldigten wegen mehrerer Vorwürfe ermittelt. Nach dem Vorfall in der Vorwoche gehe es um versuchten Widerstand gegen die Staatsgewalt, gefährliche Drohung, teils mit dem Tode, und schwere Körperverletzung, denn einer der einschreitenden Beamten sei verletzt worden, so ein Behördensprecher am Mittwoch zur APA. Nach den Geschehnissen Montagabend werde ebenfalls wegen gefährlicher Drohung ermittelt. Einvernahmen des Prinzen und der Polizeibeamtinnen standen noch aus.

Auch wenn die Pressestelle der Polizei und die Staatsanwaltschaft aus rechtlichen Gründen keinen Namen nennen - Landespolizeidirektor Andreas Pilsl retweetete einen Medienbericht zu dem Vorfall, in dem Ernst August namentlich genannt wird, und schrieb dazu: "Rechtsstaatlichkeit, Transparenz und der Schutz der #Menschenrechte sind unverrückbare Grundpfeiler der Polizei in Oberösterreich - auch in #Scharnstein. DANKE an die Kollegenschaft vor Ort, die besonnen handelt. Die StA (Staatsanwaltschaft, Anm.) Wels wird unabhängig prüfen ...".

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