Neuer "Harry Potter"-Star bekam wegen Rolle Morddrohungen
Stars, die in einer Neuauflage ("Reboot") einer bekannten und beliebten Geschichte mitspielen, haben es per se nicht leicht. Es liegt in der Natur der Sache, dass sie mit ihren Vorgängern verglichen werden – und wenn sich in die Debatte auch noch gesellschaftliche Themen wie Rassismus oder Geschlechterdiskriminierung mischen, kann dieser Vergleich schnell in Anfeindungen und Hass umschlagen; vor allem, wenn soziale Medien im Spiel sind.
Diese traumatische Erfahrung musste der britische Schauspieler Paapa Essiedu machen. Der 35-Jährige, dessen Familie aus Ghana stammt, wird in der neuen "Harry Potter"-TV-Serie den undurchsichtigen Magie-Professor Severus Snape verkörpern. In den Kinofilmen übernahm Alan Rickman (1946 - 2016) die Rolle.
Morddrohungen nach Casting-Bekanntgabe
Wie der Schauspieler gegenüber The Times offenbarte, sieht er sich seit seiner Besetzung mit einer regelrechten Flut an Hassbotschaften konfrontiert. Besonders schockierend: Essiedu erhielt sogar direkte Morddrohungen auf sozialen Medien, beispielsweise Instagram. "Mir wurde gesagt: "Hör auf oder ich ermorde dich'", berichtete er. Diese Situation sei nicht nur für ihn belastend, sondern auch für sein privates Umfeld. "Freunde und Familie kontaktieren mich regelmäßig, um sicherzugehen, dass es mir gut geht."
Essiedu kam aber nicht umhin, diesen Vorfällen auch eine gewisse Absurdität abzugewinnen. "Niemand sollte so etwas erleben müssen, nur weil er seinen Job macht", betonte er und fügte augenzwinkernd hinzu: "Ich spiele einen Zauberer in 'Harry Potter'."
In solchen Situationen rufe er sich die Botschaft der Buchreihe in Erinnerung, in der am Ende stets die Liebe und nicht der Hass triumphiert. Das helfe ihm, mit den Anfeindungen umzugehen, denn emotional kalt lassen ihn diese nicht, gibt Essiedu an.
"Der Missbrauch stachelt mich an"
Essiedu nimmt sich jedoch fest vor, sich durch die Drohungen nicht einschüchtern zu lassen. Mit den Worten "Der Missbrauch stachelt mich an" gibt sich der Schauspieler kämpferisch. Ihm sei es wichtig, dass Kinder, die so aussehen wie er, sich in der magischen Hogwarts-Welt repräsentiert fühlen, sich gesehen fühlen. Nichts würde ihn mehr motivieren als diese Chance – und diese Verantwortung. Als Kind habe er selbst die "Harry Potter"-Bücher begeistert gelesen, als seine Mutter ihn oft in die Bibliothek mitnahm, da sie sich keinen Babysitter leisten konnte.
Besonders stolz sei er darauf, einen Beitrag zu einer Serie zu leisten, die Millionen von Menschen weltweit begeistert habe. "Ich werde mich nicht von Menschen einschüchtern lassen, die mir den Tod wünschen, während ich eine Arbeit leiste, auf die ich stolz bin", stellte Essiedu klar.
2027 soll die "Harry Potter"-Serie auf HBO zu sehen sein – im deutschsprachigen Raum dann also am Streamingportal HBO Max.
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