Collien Fernandes meldet sich nach Demo zu Wort: "Keine Kraft mehr"
Nach der großen Demonstration für mehr Opferschutz in Berlin am 22. März hat sich die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes mit einer sowohl emotionalen als auch eindringlichen Botschaft auf Instagram an ihre Follower gewandt.
Fernandes: Dank Demo wieder Kraft und Mut
Besonders belastend sei für Fernandes das vergangene Jahr gewesen. Sie habe sich zeitweise in einem Zustand extremer Erschöpfung befunden, der ihren Alltag massiv beeinträchtigt habe. "Es gab Phasen, in denen ich sehr unter die Räder gekommen bin", gesteht sie in ihrem Statement.
Die Moderatorin beschrieb, wie sie mehrere Male kurz davor stand, ihren Einsatz für bessere rechtliche Rahmenbedingungen aufzugeben. Die psychischen und physischen Belastungen seien so groß gewesen, dass sie "nicht mehr aufstehen konnte und wollte", die Kraft sei nicht mehr da gewesen. "Keine Kraft mehr für diesen KAMPF!", schreibt sie.
Doch die Solidaritätskundgebung am Brandenburger Tor, bei der Tausende Menschen für stärkeren Schutz von Opfern digitaler und physischer Gewalt demonstrierten, habe Fernandes neuen Mut gegeben. "Doch nun steht ihr an meiner Seite und kämpft mit und ich fühle mich nicht mehr alleine auf diesem harten und steinigen Weg, hin zu einem BESSEREN OPFERSCHUTZ", betont sie. "Das bedeutet mir wirklich unendlich viel!" Schließlich kämpfe sie seit Jahren für einen "besseren SCHUTZ VOR DIGITALER WELT!"
Fernandes, so beendet sie ihren Post, möchte "jedem Einzelnen sagen: DANKE DANKE DANKE für eure Anteilnahme!"
Schwere Vorwürfe gegen Ulmen
Laut Polizei versammelten sich am Sonntag vor dem Brandenburger Tor rund 6.700 Menschen, laut Veranstalter sollen es sogar 13.000 Teilnehmende gewesen sein – weit mehr, als ursprünglich erwartet. Angemeldet worden war die Demonstration von dem Bündnis "Feminist Fight Club!", das zunächst mit einer Teilnehmerzahl von bloß 500 Personen gerechnet hatte.
Mehr als 250 prominente Frauen haben inzwischen außerdem ihre Unterstützung für einen "10-Punkte-Plan zum Schutz vor männlicher Gewalt" öffentlich gemacht.
Hintergrund sind die schweren Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Ehemann Christian Ulmen: Er soll pornografische Fakes von Fernandes, seiner damaligen Ehefrau und Mutter der gemeinsamen Tochter, erstellt haben. In ihrem Namen habe er Online-Accounts angelegt, Männer angeschrieben und ihren Aussagen zufolge auch sexuelle Gespräche mit ihnen geführt. Das erzählte Fernandes dem deutschen Spiegel in einem Interview.
Christian Ulmen hat indes über einen Anwalt angekündigt, gegen den Spiegel-Bericht rechtlich vorgehen zu wollen. Die Ermittlungen gegen ihn laufen, es gilt die Unschuldsvermutung.
Kommentare