Nazi-Vorwürfe: Königin Silvia verteidigt ihren Vater

Sweden's Queen Silvia arrives at the religious wed
Foto: Reuters/FRANCOIS LENOIR

Ihr Vater habe einem verfolgten Juden "bewusst und aktiv" zur Flucht verholfen.

Schwedens Königin Silvia verteidigt über das Internet ihren deutschen Vater gegen Nazi-Vorwürfe. Er habe 1939 einem verfolgten Juden "bewusst und aktiv" zur Flucht nach Brasilien verholfen.

Königin Silvia hat auf der Internetseite des schwedischen Hofes umfassende Materialien zur Nazi-Vergangenheit ihres deutsch-brasilianischen Vaters veröffentlicht. In einem am Donnerstag vom Königshaus veröffentlichten Web-Video sagte die 1943 in Heidelberg geborene Silvia, sie sei "erleichtert" über das Ergebnis eigener Nachforschungen zu Vorwürfen, nach denen der 1990 gestorbene Unternehmer Walther Sommerlath sich am Vermögen des verfolgten jüdischen Unternehmers Efim Wechsler bereichert habe.

Sweden Queen's Father Foto: AP/LEIF R JANSSON Königin Silvia mit Mutter und Vater "Ich habe keinen Grund, mein Bild von meinem geliebten Vater zu ändern", schreibt Silvia im Nachwort des gleichzeitig im Internet veröffentlichten Buchs "Das vergessene Dokument". Das Buch zeichnet die Beziehung ihres Vaters mit dem aus Berlin nach Brasilien geflohenen Fabrikanten Wechsler nach.

Der Sender TV4 hatte 2010 den Vorwurf erhoben, dass Sommerlath die Fabrik von Wechsler im Zuge der sogenannten Arisierung günstig übernommen und sich danach als Rüstungslieferant an der Kriegsführung der deutschen Nationalsozialisten bereichert habe.

Die Ehefrau von König Carl XVI. Gustaf hatte ihren Vater zunächst verteidigt und sagte unter anderem in einem Interview: "Man muss psychologisch verstehen, wie das war, als Deutschland sich plötzlich wieder aus der Asche erhob. Und diese Freude darüber, dass das Vaterland wieder da war. Deshalb stützte mein Vater Deutschland und wurde Parteimitglied." Das brachte ihr viel Kritik ein.

Nach Tadel in schwedischen Medien und auch aus Deutschland beauftragte Silvia brasilianische Anwälte sowie den Ex-Chef des schwedischen Nationalarchivs, Erik Norberg, mit eigenen Nachforschungen, wie die Übernahme der Wechsler-Fabrik durch ihren Vater ablief. Sommerlath war in der Nazi-Zeit aus Brasilien nach Deutschland zurückgekehrt.

Im Nachwort zu Norbergs Buch über diese Zeit schreibt die Königin jetzt: "Durch das geschickt ausgedachte und durchgeführte Tauschgeschäft (mit Wechsler) half mein Vater de facto, bewusst und aktiv einem staatenlosen jüdischen Mann, Deutschland zu verlassen. Er verschaffte ihm die Voraussetzungen, die nötig waren, um ein neues Leben in Brasilien anzufangen."

Carl Gustaf: Geliebte verrät Sex-Details

Nicht nur die Anschuldigungen gegen ihren Vater belasteten die schwedische Königin in den vergangenen Monaten:

Das wird eine spannende Bettlektüre für Königin Silvia: Die Mätresse ihres schürzenjagenden Mannes Carl Gustaf hat ein Buch geschrieben. Darin finden sich pikante Details über die Sex-Vorlieben des Königs. Vor etwa zwei Jahren wurde die Affäre zwischen dem 66-jährigen Gustaf von Schweden und seiner damaligen Geliebten Camilla Henemark (47) publik. Jetzt veröffentlicht sie ihre Biografie "Adieu, du süßes Leben". Darin finden sich unter anderem die amourösen Abenteuer von ihr und Carl Gustaf - das Buch soll sich ja auch verkaufen. Henemark schreibt von wildem Sex. Den ersten Verkehr hätten die beiden nach einem Dinner gehabt, so Henemark laut Bild. "Nach dem Essen schlichen wir uns im Restaurant hinter einen Vorhang und machten herum. Es war eine wilde Schmuserei mit dem Staatsoberhaupt von Schweden", so die 47-Jährige. Mit Schnaps haben sich beide gerne angetrunken: "Wir waren ständig betrunken, stanken nach Alkohol. Es war hitzig und unromantisch", zitiert die Bild aus dem Buch.Bild: Henemark 1991 Carl Gustaf habe in der Wohnung eines Freundes, das wie ein orientalisches Bordell eingerichtet war, mit Sushi und Törtchen um sich geworfen. Darauf folgte wie immer stürmischer Sex. Der König liebe es kindisch zu sein, erklärt Henemark. Die Geliebte habe stetig ein schlechtes Gewissen gehabt. Königin Siliva habe immer wieder angerufen als die beiden für Liebesnächte zusammen waren. "Wann immer wir uns getroffen haben, sagte ich ihm, dass dies das letzte Mal sein müsse." Die ehemalige Sängerin hatte laut ihren Angaben von 1998 bis 2000 eine Affäre mit Gustaf. Kompromittierende FotosDie Auseinandersetzung um angebliche Rotlicht-Aktivitäten des schwedischen Königs spitzte sich schon im Mai 2012 weiter zu. Unmittelbar nach einem Interview, in dem der König alle Vorwürfe als unwahr zurückgewiesen hatte, kündigte der serbische Ex-Nachtclubbetreiber Mille Markovic die baldige Veröffentlichung von kompromittierenden Fotos mit dem Monarchen an. "Eines Tages kommt der Beweis, und der Tag kommt näher. Es handelt sich nicht um Jahre, sondern Wochen oder Monate", sagte Markovic der Zeitung Expressen im Frühjahr 2012. Er freue sich darauf, so der mehrfach vorbestrafte Ex-Nachtclubbetreiber weiter. Carl Gustaf hatte kurz zuvor in einem Interview mit der Nachrichtenagentur TT erstmals alle Behauptungen über seine angeblichen Rotlicht-Kontakte und möglicherweise "kompromittierende" Fotos zurückgewiesen. Der 65-jährige Regent sagte, er sei weder in Stripbars gewesen, noch gebe es verfängliche Sex-Fotos mit ihm: "Die kann es faktisch nicht geben", betonte der König. Hintergrund war das Eingeständnis eines Freundes von Carl Gustaf, dass er dem Ex-Nachtclubbetreiber angeblich existierende Fotos abkaufen wollte, um den König zu schützen. Tonbandaufnahmen der Verhandlungen wurden im Rundfunk abgespielt. Bezahlte junge FrauenIn der im letzten Herbst erschienenen Biografie "Der widerwillige Monarch" wurde detailliert über "Herrenabende" mit dem König in den 90er-Jahren berichtet, bei denen wohlhabende Geschäftsleute bezahlte junge Frauen für Sex dazugeholt hätten.Im Bild: König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia. Das Stockholmer Echo auf den Inhalt des Interviews von Gustaf fiel geteilt aus: "Zu spät" und "hohes Risiko" lauteten die überwiegenden Kommentare in Medien. Unbeliebt beim VolkDie Popularität des schwedischen Königs war nach seinem monatelangen Schweigen zu den Rotlicht-Vorwürfen drastisch gesunken. Nach Ansicht vieler Schweden sollte schon bald Kronprinzessin Victoria (33) die Regentschaft übernehmen. Im Bild: Kronprinzessin Victoria und ihr Mann Prinz Daniel. Einer Umfrage zufolge wollen 42 Prozent ihrer Landleute, dass sie innerhalb der kommenden fünf Jahre ihren Vater König Carl XVI. Gustaf ablöst. Auftraggeberin der Befragung war die Zeitung Expressen. Im Bild: Victoria, König Carl und Königin Silvia. 46 Prozent der 620 Befragten gaben sogar an, sehr großes Vertrauen in die Kronprinzessin zu setzen, über ihren Vater (65) sagten das nur 17 Prozent.
(apa / cs) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?