Trotz einer Nervenkrankheit und zunehmender Schwerhörigkeit steht Eric Clapton noch immer auf der Bühne

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03/30/2020

Musik als Rettungsanker: Eric Clapton wird 75

Der Sänger und Gitarrist Eric Clapton lässt sich von Schicksalsschlägen nicht unterkriegen.

von Stefanie Weichselbaum

Ich bin entschlossen zu leben, so lange ich kann“, sagte Musiker Eric Clapton dem Magazin Rolling Stone. Heute, Montag feiert „Slowhand“ seinen 75. Geburtstag. Diesen Spitznamen verdankt er der Zeit als er in der Band „The Yardbirds“ auf sehr dünnen Gitarrensaiten spielte. Dadurch rissen diese oft und er musste sie mitten im Konzert wechseln. Währenddessen verfiel das Publikum in langsames Klatschen (“slow hand“).

Eric Clapton ist der Sohn des kanadischen Soldaten Walter Freyer, der im Zweiten Weltkrieg in England stationiert war. Während dieser Zeit zeugte er mit der damals 16-jährigen Patricia Molly Clapton den gemeinsamen Sohn. Noch vor der Geburt reiste Claptons Vater wieder zurück nach Kanada und Eric Clapton wuchs bei seinen Großeltern auf. Bis zu seinem neunten Lebensjahr glaubte er, dies seien seine Eltern und seine Mutter wäre seine Schwester. Als er die Wahrheit erfuhr, war er geschockt und flüchtete sich in die Musik, die einen Rettungsanker für ihn darstellte.

Später verband ihn dann eine enge Freundschaft mit „Beatle“ George Harrison, die auch dann nicht zerbrach, als Eric Clapton sich in Harrisons Frau Pattie Boyd verliebte und diese später sogar heiratete. Ab diesem Zeitpunkt nannte Harrison Clapton liebevoll seinen „Schwieger-Ehemann“.

Seinen größten Hit, „Tears in Heaven“, verdankt Eric Clapton einem schweren Schicksalsschlag. Denn in dem Song verarbeitet er den Tod seines vierjährigen Sohnes, der aus dem Fenster im 53. Stock eines New Yorker Wohnhauses fiel. Und gerade die Geburt seines Sohnes hatte Eric Clapton aus seiner schweren Heroinsucht befreit. Dennoch gelang ihm danach der musikalische Durchbruch.

Seit 2013 läuft es gesundheitlich nicht mehr rund beim Blues-Musiker, eine Nervenkrankheit wurde diagnostiziert. „Es fühlt sich an, als würden sich Elektroschocks mein Bein entlang bewegen“ erzählte er dem Magazin Classic Rock. All das und seine zunehmende Schwerhörigkeit können ihn aber nicht davon abhalten, weiterhin auf der Bühne zu stehen.