US-Star Michael J. Fox

© APA/AFP/VALERIE MACON

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06/09/2021

Michael J. Fox wird 60: "Schmerzen kommen und gehen, Filme bleiben"

Zeitreise eines kleinen Großen: Von "Zurück in die Zukunft" bis Parkinson. Jetzt feiert er seinen 60. Geburtstag.

von Dieter Chmelar

Für seine erste nennenswerte Rolle besetzte er stundenlang ein Telefonhüttl in Hollywood, ehe der Rückruf des Produzenten (der TV-Erfolgsserie „Familienbande“, 1982–1989) kam. Handy gab’s noch keines – und in seiner schäbigen Bleibe hatte er gerade einmal „Licht und Kaltwasser“.

Michael J. Fox, der kleine Große (1,63 m), der als Teenager aus Edmonton/Kanada in die Traumfabrik nach Kalifornien getrampt war, bekam noch reichlich (Rampen)-Licht in seiner Karriere, nachdem er als „Marty McFly“ (im dreiteiligen Welterfolg von „Zurück in die Zukunft“) ins kalte Wasser gesprungen war. Heute Mittwoch, wird Fox 60 – und seine persönliche Zeitreise ist „filmreif“ für sich.

Ein Weg, der alles „bot“, was Kinobesucher berührt – unter dem reißerischen, freilich realistischen Titel: „Triumph, Tragödie und Tapferkeit“.

Denn: Just am Zenit ging für den gefeierten Glücksbeschienenen die Sonne unter – ins Bubengesicht, das er stets viel jüngeren Filmcharakteren lieh, zog das Schicksal scharfe Schnittwunden. Fox hatte sich 1991 der Diagnose Parkinson zu stellen.

Als erste Reaktion auf den bitteren Kelch griff er zur Flasche. Bis 1998 hielt er die Krankheit geheim. Er versteckte beim Dreh die immer heftiger zitternde linke Hand und erklärte es zum „schauspielerischen Kniff“. Er verlor noch dazu seinen Vater, aber wurde auch selbst einer.

Ehefrau Tracy Pollan (die in zwei Wochen 61 wird), hatte er bereits 1982 am Set von „Familienbande“ als Kollegin kennengelernt und 1988 geheiratet. Sie haben vier Kinder zwischen 19 und 27. „Familie ist nichts Wichtiges – es ist alles“, erkannte Fox früh.

Und: „Die Schmerzen kommen und gehen, die Filme bleiben.“

Absurde Unterstellung

Zeitweise wurden die Anfälle so stark, dass sie eine halbseitige Lähmung nach sich zogen. Seine Parkinson-Autobiografie „Comeback“ (im englischen Original: „Lucky Man“, der glückliche Mann) zählte über dreizehn Wochen zu den Top-Ten der US-Bestsellerliste.

Der reaktionäre Radiorabauke Rush Limbaugh deutete absurderweise an, Michael habe seine Symptome möglicherweise nur gespielt. Wohl, weil Fox politisch diametral zu Fox News steht, also liberale und demokratische Kandidaten zu unterstützen pflegt.

Hübsch ist die Anekdote, dass er erst im Kino von einer Fortsetzung von „Zurück in die Zukunft“ erfuhr – im Abspann stand nämlich zu seinem Entzücken: „To be continued“.

Die größte Auszeichnung der Trilogie über die kuriosen Abenteuer im durch alle Zeiten rasenden Sportwagen ist die lebenslange Freundschaft mit dem verrückten Professor Emmett „Doc“ Brown, Christopher Lloyd (82). Denn Oscars gab es nur für Buch, Ton, Musik und Effekte.

Fox tröstet sich mit fünf Emmys, drei Golden Globes (für „Chaos City“) und einem Hörbuch-Grammy.

Zudem wurde er 2008 mit zwei Ehren-Doktoraten dekoriert – von der New York University und der University of British Columbia. 2010 kam ein dritter Hut vom schwedischen Karolinska-Institut, das auch die Medizin-Nobelpreise vergibt: Wegen seines Engagements für die Parkinson-Forschung. Und aus Respekt vor seiner Karriere als Mensch.

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