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01/09/2020

Meghan und Harry: "Unabhängig" mit Millionen auf dem Konto

Der Herzog und die Herzogin von Sussex wollen sich selbst erhalten - und könnten sich dabei die Obamas zum Vorbild nehmen.

von Fee Niederhagen

An Herzogin Meghan und Prinz Harry scheiden sich erneut die Geister: Als die Royals gestern überraschend bekannt gaben, sich aus dem royalen Rampenlicht zurückziehen und teils in Nordamerika leben zu wollen, zeigte Großbritannien sich geschockt. Von allen Seiten werden Lob und Kritik gleichermaßen laut, auch über den Umstand, dass der Herzog und die Herzogin von Sussex "finanziell unabhängig" werden wollen, wie sie gestern (Mittwoch) über Instagram mitteilten.

Finanzielle Unabhängigkeit

Bis dato wird das Paar samt Sohn Archie Harrison vom britischen Steuerzahler unterhalten, wie auch der Rest des Königshauses. Treten sie allerdings als "Senior Royals" zurück und nehmen stark reduzierte bis keine Aufgaben im öffentlichen Interesse der Krone und des Commonwealth mehr wahr, entfällt diese Apanage theoretisch. Meghan und Harry wollen allerdings ohnehin die Möglichkeit haben, ihr eigenes Geld mit Projekten ihrer Wahl zu verdienen, was sie bis jetzt nicht durften.

Die Fallhöhe ist jedoch gering. Beide zusammen sollen auf ein geschätztes Vermögen von etwa 35 Millionen Pfund (ca. 42 Millionen Euro) kommen, wie die britische Daily Mail schreibt. Dieses speist sich zum einen aus dem Erbe von etwa 20 Millionen Pfund (18 Millionen Euro), das Prinzessin Diana (1961-1997) ihrem Sohn Prinz Harry hinterließ, und zum anderen aus den horrenden Gagen, die Meghan Markle für ihre Rolle in der TV-Serie "Suits" kassierte. 75.000 Dollar (ca. 68.000 Euro) soll sie pro Folge erhalten haben. Für eine kurze Sequenz in der finalen Staffel, in der Meghans Stimme am Telefon zu hören war, gab es Berichten zufolge ebenfalls eine beachtliche Summe. Zudem zahlte die Queen 1994 weitere sieben Millionen in einen Treuhandfond ein, der Harry zugutekommt. "Finanziell unabhängig" wären die Sussexes so gesehen ohnehin.

"Der Papa wird's scho richten"

Ihre laufenden Kosten werden derweil von Prinz Charles "privatem" Vermögen gedeckt, dass sich aus dem Herzogtum Cornwall speist - also nichtsdestotrotz aus Steuergeldern besteht. Knapp fünf Millionen Pfund von Charles' Einkommen zahlt er an Prinz Harry und Prinz William aus. Es ist also anzunehmen, dass Harry und Meghan etwa die Hälfte davon bekommen, was laut ihrer Website sussexroyal.com 95 Prozent ihres Einkommens ausmacht. Die restlichen fünf Prozent speisen sich aus dem "Sovereign Grant" und werden für offizielle royale Ausgaben oder auch den Lohn ihrer Mitarbeiter verwendet. Doch genau davon will das Paar Abstand gewinnen, um nicht mehr "Eigentum" des Königreichs zu sein. Ob Charles' Geld ebenfalls ausgeschlagen wird, liest sich noch nirgendwo.

Der frühere BBC-Royals-Korrespondent Peter Hunt warnte beim Fernsehsender Channel 4, dass Versuche der Royals, mit einer Karriere abseits der Verpflichtungen im Königshaus ihr eigenes Geld zu verdienen, "immer mit Tränen geendet" hätten. Wie Meghan und Harry sich ihre Freiheit erkaufen wollen, ist derzeit auch noch unklar. Denkbar wäre allerdings, dass das Paar sich weiterhin auf wohltätige Projekte konzentriert, die sich aus der Zusammenarbeit mit großen Organisationen und Marken speisen.

Das "Obama-Modell"

Zum Vorbild könnten sich die beiden eventuell Ex-US-Präsident Barack Obama und seine First Lady Michelle Obama nehmen, zu denen insbesondere Harry ein enges Verhältnis pflegt. Die Obamas sollen allein mit einem Buchvertrag für ihre Memoiren 65 Millionen kassiert haben - gut möglich, dass bei "Lichtgestalten" wie Meghan und Harry deutlich mehr zu holen ist. Daneben stecken die Obamas ihre Arbeitskraft in die NGO Obama Foundation und setzen sich für Themen ein, die ihnen am Herzen liegen. Michelle konzentriert sich beispielsweise auf Bildung von Mädchen und gesunde Ernährung an Schulen.

Zudem zählt Meghan auch Hillary Clinton und Oprah Winfrey zu ihren engeren Vertrauten, die ihr sicher mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es darum geht, eine Karriere nach der Karriere zu entwickeln. Mit Oprah hat Harry außerdem eine mehrteilige Dokumentation produziert, die sich mit seinem Steckenpferd mentale Gesundheit beschäftigt und noch dieses Jahr bei AppleTV erscheinen wird. Von einer solchen Zusammenarbeit könnte der Prinz, befreit von der Last seiner royalen Verpflichtungen, durchaus leben.

Auch Meghans Vogue-Ausgabe vom September 2019 könnte sich als wegweisend entpuppen. Für "Forces of Change" war sie als Gastredakteurin tätig und stellte 15 Frauen und deren Wirken in unterschiedlichen Bereichen in den Fokus. Neben Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern, Jane Fonda und Greta Thunberg gab es auch Interview mit - dreimal dürfen Sie raten - Michelle Obama. Die Ausgabe stellte eine für Meghan beispielshafte Symbiose von Mode, Kunst und Feminismus dar, auf die sie sich auch in Zukunft konzentrieren könnte. Als ehemalige Bloggerin (ihr Lifestyleblog hieß "The Tig") liegt ihr das Schreiben ohnehin - und als globale Modeikone wäre Meghan für die Vogue ohnehin interessant.