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Waren erfolgsverwöhnt
03/17/2017

Olsens: Zum ersten Mal tief gefallen

Mary-Kate und Ashley Olsen wurden von gedrillten Kinderstars zu millionenschweren Designerinnen. Erst jetzt gibt es erstmals Negativpresse.

Mehr als 150 Millionen Euro sind die zierlichen Stilikonen Mary-Kate und Ashley Olsen (30) schwer - pro Person wohl gemerkt.

Ihr florierendes Modeimperium mit der Luxuslinie "The Row" und einem preiswerteren Label ist mehr als eine Milliarde Euro wert. Vor einigen Monaten haben die als harte Geschäftsfrauen geltenden Zwillinge ihre erste "Elizabeth and James"-Boutique in L.A. eröffnet. Fans stürmen den stylischen Laden.

Praktikanten ausgebeutet

Weniger begeistert von den beiden Mode-Trendsettern sind aber ehemalige Angestellte der Olsens. Sie haben den Promi-Zwillingen nun erstmals in ihrer langen Karriere Negativschlagzeilen beschert. 185 ehemalige Praktikanten haben eine Sammelklage eingereicht. Ehe es für die Zwillinge vor Gericht richtig schmutzig werden konnte, ließen sich die beiden auf eine Einigung ein.

Aber auch trotz abgewendeter Klage ist die Aktion ein riesiger Image-Verlust für Mary-Kate und Ashley, die sich vielleicht auch bald in ihren Umsatzzahlen widerspiegelt.

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Ein Pulli um 1000 Dollar

Die Designerinnen hätten die Praktikanten unter ausbeuterischen Bedigungen bei "The Row" arbeiten lassen, so die Beschwerden. Sie hätten 50 Stunden die Woche jede Art von Arbeit gemacht, mussten sich Beschimpfungen anhören, wurden nicht bezahlt und das Praktikum wurde ihnen anschließend auch nicht für die Uni angerechnet, weil Papiere von "The Row" fehlten.

Die Praktikanten bekommen durch die Einigung 530 Dollar Entschädigung pro Person, der größte Teil – 140.000 Dollar – geht an die Anwälte. Die Summe ist ein Klacks für die beiden Unternehmerinnen. Schon alleine ein Baumwoll-Pulli von "The Row" ist nicht unter 1000 Dollar zu haben.

Die Olsens hüllen sich in der Causa jedenfalls in Schweigen, ein Statement oder eine Entschuldigung gab es bislang nicht. Vielleicht auch, weil es offenbar nicht selten ist, dass Praktikanten unter unzumutbaren Bedingungen im Modebiz arbeiten. Auch Gucci, Marc Jacobs und andere Labels wurden deshalb bereits verklagt.

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Kinderstars wider Willen

Die Medien-Aufmerksamkeit sind Ashley und Mary-Kate aber ohnehin längst gewohnt. Schon als Dreijährige spielten sie in der Hitserie "Full House". Im Handumdrehen avancierten sie zu den beliebtesten Kinderstars in Hollywood. Das mangelnde Schauspieltalent tat dem Erfolg lange keinen Abbruch.

Heute sehen sie ihre frühe Karriere durchaus kritisch. Mit nur neun Monaten standen sie erstmals für Werbung vor der Kamera. "Meine Kindheit wünsche ich keinem", erklärt Mary-Kate. Ihr Vater ist als harter Geschäftsmann bekannt.

Millionen mit Merchandise

Millionen scheffelten die beiden von Kindesbeinen an – vor allem mit der Merchandise-Firma von Olsen Produkten, die der geschäftstüchtige Papa bereits 1991 gründet. Von Lippenstift über Parfum, Büchern bis hin zu Plastikpuppen ist alles dabei.

Rückzug aus der Öffentlichkeit

Dann aber zogen sich Mary-Kate und Ashley plötzlich aus dem Rampenlicht zurück. Von Drogensucht und Depressionen war die Rede. Die Affären mit Heath Ledger, Jared Leto oder Johnny Depp machten keine großen Schlagzeilen. Beide studierten, feierten in New York die Nächte durch und absolvierten Praktikas bei Modedesignern wie Zac Posen.

Starten als Designerinnen durch

Erst 2006 folgte das Comeback in den Medien mit der eigenen Mode. Und wieder waren die Fans begeistert, ebenso wie die strengsten Modekritiker.

"The Row" gilt selbst bei Promi-Fashionistas wie Victoria Beckham oder Gwyneth Paltrow als beliebte Marke. Im Big Apple und Los Angeles ziehen sie einen stilvollen Einkaufstempel hoch, der sich in einem privaten Apartment befindet.

Die zwei kleinen Damen leben den Zeitgeist der Zukunft wie nur wenige andere. Als Designer werden sie gefeiert, als Geschäftsfrauen müssen sie jetzt aber erstmals mit heftiger Kritik nach der Praktikanten-Klage fertig werden. Vielleicht schadet das den erfolgsverwöhnten Damen als lehrreiche Lebenserfahrung aber gar nicht allzu sehr.

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