Karina Sarkissova: Kündigung und Neustart

Die Ballerina wechselt von der Wiener zur Budapester Oper.

Tanzen ist ihre Leidenschaft und ihre Berufung. Trainiert wird jeden Tag und viele Stunden.

Schon seit 1. Jänner tanzt Österreichs bekannteste Ballerina beim Ungarischen National Ballett und trainiert jeden Tag stundenlang. Erst jetzt lüftet Karina Sarkissova im KURIER das Geheimnis. „Ich wurde vom Budapester Opern-Direktor als Solotänzerin mit offenen Armen empfangen und habe sofort meine Entscheidung getroffen“, erzählt das Multitalent, das gerne im Mittelpunkt steht. Sie freue sich, endlich wieder als Künstlerin wahr genommen und geschätzt zu werden.

sarkisowa-000_Privat.jpg Foto: privat Staatsoperndirektor Dominique Meyer „hatte Verständnis für meine Entscheidung und löste meinen Vertrag, der bis August 2012 gelaufen wäre, vorzeitig auf“. Nach 13 Jahren gehe sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Ich verdanke Österreich und der Staatsoper sehr viel, aber wie jede Künstlerin suche ich neue Herausforderungen.“

Als Ensemblemitglied in Wien stand sie in letzter Zeit – „nicht wegen Terminkollisionen“ – nur ganz selten auf der Bühne. „In Budapest sind es 15 bis 20 Ballett-Vorstellungen pro Monat.Und ich bekomme zu meinem Basisgehalt auch pro Vorstellung bezahlt“, sagt die 29-jährige Solotänzerin, die bereits fleißig Ungarisch lernt. Auf ein neues, interessantes Repertoire freue sie sich besonders. „Shakespeares Widerspenstige Zähmung wollte ich immer schon tanzen.“

APA/HERBERT NEUBAUERAPA4358924-2 - 24062011 - WIEN - ÖSTERREICH: ZU APA-TEXT KI - Die Solotänzerin des Staatsopernballettes Karina Sarkissova anl. eines Interviews mit der Austria Presse Agentur (APA) am Freitag, 17. Juni 2011, in der Wiener Volksoper. AP Foto: APA/HERBERT NEUBAUER Stolz ist sie, dass sie alle Kompanien, bei denen sie in den vergangenen Monaten zu Auditions eingeladen war, sofort engagiert hätten. Für Budapest entschied sich Sarkissova aus verschiedenen Gründen. Einer davon: Ihr neuer Chef sicherte ihr zu, dass sie weiterhin ihre Fernsehauftritte und Shows machen könne, wenn es sich mit ihren Terminen vereinbaren ließe. „Er sagte, wenn du prominent bist, ist das nur gut für unser Ballett.“

Wohnung in Budapest


In Budapest hat sich die in Moskau geborene Tänzerin, die mit 15 Jahren nach Österreich kam, schon eine kleine Wohnung gemietet. „Ich werde jedes Wochenende in Wien mit meinem zehnjährigen Sohn Gabriel verbringen“, sagt die Blondine, die in den vergangenen Monaten eher durch ihre Auftritte in TV-Shows und auf Society-Events auffiel.

Ihre Ausflüge ins Show- und Fernsehgeschäft machten der ehrgeizigen Einzelkämpferin zwar immer Spaß. Am 22. 1. wird sie in der ORF-Serie „Soko Kitzbühel“ als Opfer zu sehen sein und am 24. 1. auf Puls4 als Gast­jurorin in „Austrias Next Top Model“, die mit den Kandidatinnen ein Tanzstück einstudiert. „Aber die wahre Leidenschaft und Berufung, für die
ich brenne, ist Ballett. Dafür gebe ich alles.“

Sarkissova über ihre Scheidung

Zwei Monate schwieg die Solotänzerin über ihre Scheidung von Ehemann  Wolfgang. Erst nahm sich die gebürtige Russin, die seit 2011  Österreicherin ist, ein Karenzjahr bei der Wiener Staatsoper. Seit Anfang 2012 ist Karina Sarkissova nach zehn Ehejahren auch privat solo.  Von der Scheidung, die schon am 17. November 2011 statt fand, wusste nur der gemeinsame Sohn  Gabriel (9). "Er ist ein sehr sensibles Kind. Aber wir waren immer sehr offen,  es  gibt keine Geheimnisse, auch wenn etwas manchmal unangenehm ist. Wir  erklärten ihm, dass  die  Scheidung nichts mit ihm zu tun hat ", sagt  die 28-jährige Jurorin von "Dancing Stars" und "Die große Chance". In der  nach ihr benannten "Sarkissova-Suite", im Wiener Hotel "Park  Royal" spricht  sie zum ersten Mal über ihre Trennung. "Nach elf Jahren  gemeinsamen Lebens geht ein Schlussstrich nicht so  einfach. Wolfgang  ist der beste Vater dieser Welt", sagt sie über ihren  Ex, den sie mit 17  Jahren in einer Disco kennenlernte. "Es war damals  zwar nicht Liebe auf  den ersten Blick. Ich war gerührt,   wie lange er  mich umworben hat, und  ich wollte mit diesem Menschen   zusammen sein.  Ich habe mich oft  verliebt, hab’s ihm erzählt, auch das   hat er  ausgehalten." Wolfgang (42)  war für die  Ballerina, die mit 12  Jahren  ganz alleine nach Österreich kam,  um in St. Pölten Tanz  zu  studieren, "ein Ersatzvater".  Denn ihr Vater  starb mit 33 Jahren,  da  war sie noch ein Kind. Der Grund für das Ende  des Pas de deux sei nicht ein neuer  Partner. "Noch bevor ich wegen der Nacktfotos plötzlich bekannt wurde, war die  Beziehung schon matt. Die Frage war, kann man die Ehe noch aufpolieren  oder ist sie nicht mehr zu retten."Im Gespräch  mit der KURIER-Redakteurin: "Ich war vier Wochen nach Gabriels Geburt wieder auf der Bühne". Sie war nicht mehr zu retten. Die  Scheidung war einvernehmlich, das  Sorgerecht für Gabriel, den sein Vater  jede Woche zu Skirennen und  -training führt,  ist geteilt. "Ich  verdiene das Geld, Wolfgang geht in der Rolle des Vaters auf."  Sie sei der strengere Elternteil. "Durch  meine eigene, sagen wir mal  russische, Erziehung bin ich Disziplin  gewöhnt." Karina ist offen wie  ein Buch, steht zu ihren Träumen und Visionen. "Wenn ich eine Beziehung  und  meine Chancen auf eine Waage lege, dann ist die Karriere immer  wichtiger. Das gilt natürlich nicht für mein Kind." Die  begehrte  Tänzerin trainiert so viel wie eh und je. "Jeden Tag drei  bis vier  Stunden in der Volksoper, dazu mache ich noch Yoga und  Pilates." In  Top-Form müsse sie sein, weil sie viel mehr Auftritte als  früher an der Oper hat. "Ich war gerade bei Ballett-Galas in Spanien und  Athen." Sarkissova  weiß, dass sie   selbstsüchtig wirke, "aber  das bin  ich nicht". ... dann war ich in das enge Korsett der Oper geschnürt und dann  verheiratet. Jetzt bin ich das erste Mal frei. Wundervoll."
(KURIER) Erstellt am
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