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22.06.2018

"Täglicher Schmerz": Johnny Depps verstörend offenes Interview

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Der Schauspieler sprach unter Tränen über Drogen, seine Ehe mit Amber Heard und seine verkorkste Kindheit.

Es ist nicht die Zeit des Johnny Depp. Nach den Gerüchten um seine Pleite (rund 34 Millionen Euro) schockiert der Schauspieler seit Wochen mit stark abgemagerten und höchst ungesund wirkendem Aussehen.

Am absoluten Tiefpunkt

Nun legte der "Fluch der Karibik"-Star mit einem verwirrenden Interview noch eins drauf. So soll Depp während des Interviews mit dem Rolling Stone nicht nur jede Menge gekifft und getrunken haben, sondern sich auch in einem manisch-wirren Zustand befunden haben. "Ich befand mich am absoluten Tiefpunkt", gesteht der Schauspieler dem Kult-Magazin. "Ich konnte den Schmerz nicht jeden Tag ertragen", erzählt Johnny Depp weiter.

 

 

Depp spricht offen über seine Sucht

"Es ist beleidigend zu sagen, dass ich 30.000 Dollar für Wein im Monat ausgegeben habe. Weil es weit mehr war", so Depp zu Journalist Stephen Rodrick. Auch während des Interviews fließt der Rotwein in Strömen. Zumindest beim Schauspieler. Weiters hätte er "evangelische" Drogen wie LSD 25 benutzt, um Osama Bin Ladens Gefangennahme zu beschleunigen.

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Tiefpunkt nach Ehe-Aus mit Amber Heard

Laut dem Artikel flehten Depps Angehörige ihn an, Schauspielerin Amber Heard nicht zu heiraten, aber er ignorierte ihren Rat. Mitglieder aus seinem inneren Kreis beschrieben, wie Depps Beziehung zu seiner Schwester Christi dadurch stark beschädigt wurde. "Er hat sich damit von den einzigen Leuten abgeschnitten, die auf ihn aufgepasst haben", so ein langjähriger Mitarbeiter des Schauspielers.

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Tod seiner Freunde habe ihn sehr beeinflusst

Depp und der 2017 verstorbene Tom Petty waren langjährige Freunde, der Tod des Musikers hätte ihn daher stark beeinflusst. So erzählt Depp über seinen verstorbenen Freund: "Wir haben uns angerufen und gefragt: Hey, rauchst du noch? " Darauf Tom: "Ja, ich rauche immer noch".  "Nun, wenn Tom noch raucht, bin ich okay." Mit Tränen in den Augen erinnert er sich: "Ich liebte ihn". Petty und Depp kamen in jungen Jahren gemeinsam von Florida nach Los Angeles, um in der Stadt der Engel als Rocker Karriere zu machen. Dann kam Nicolas Cage daher und erzählte, dass es weit mehr Geld für die Schauspielerei geben würde. Also sei Depp schließlich beim Film gelandet.

Depressionen und finanzieller Zusammenbruch

Nach seiner Scheidung von Schauspielkollegin Amber Heard erinnert sich Depp: "Ich war tiefer als ich es mir je hätte vorstellen können. Ich konnte den täglichen Schmerz nicht mehr ertragen." Um sich von seinem Frust abzulenken, beschloss er, mit der Band " Hollywood Vampires" auf Tour zu gehen. Nebenbei verfasste er einige emotionale Erinnerungen auf seiner alten Schreibmaschine. "Ich goss mir morgens einen Wodka ein und begann zu schreiben, bis die Tränen meine Augen füllten und ich die Seite nicht mehr sehen konnte", sagte er. "Ich habe immer versucht herauszufinden, was ich getan habe, um das zu verdienen. Ich habe stets versucht, freundlich zu allen zu sein, allen zu helfen und allen gegenüber ehrlich zu sein. Die Wahrheit ist mir am wichtigsten. Und dennoch ist all das passiert. "

Depp spricht im Interview auch über den gefallenen Produzenten Harvey Weinstein, angebliche Kopfhörer, über die ihm während Drehs immer wieder Texte eingesagt wurden und den frühen Tod seines Freundes River Phoenix.

Wenn der beste Freund im eigenen Club stirbt

In den frühen 1990ern kaufte der aufstrebende Hollywood-Star den "Viper Room" am Sunset Boulevard in West Hollywood und verwandelte ihn in einen kleinen, feinen Rock Club. Top-Bands wie Guns N 'Roses und Johnny Cash spielten dort mit ausverkauften Gigs. Nach dem Tod seines damaligen besten Freundes am Gehsteig des Viper Rooms wurde Depp jahrelang vorgeworfen, Phoenix die tödliche Dosis an Drogen (eine Mischung aus Heroin und Kokain) selbst verabreicht zu haben. Wie sehr er durch den Tod seines Freundes Phoenix gelitten hatte, brachte Depp erneut mit Tränen in den Augen zum Ausdruck: "Stellen Sie sich vor, damit leben zu müssen."

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Zuletzt reflektierte der Schauspieler und Musiker noch über seine komplizierte Beziehung zu seiner Mutter: "Meine Mum war vielleicht der gemeinste Mensch, den ich je in meinem Leben getroffen habe." Und führt weiter aus: "Mit 12 Jahren war sie schon auf Phenobarbital. Als Kleinkind habe er zwar "irrationale Schläge" von seiner Mutter bekommen, dennoch sei sie "immer noch seine Mutter gewesen". Betty Sue starb 2016.

Johnny Depp hat in den 1980er Jahren durch die Fernsehserie "21 Jump Street" internationale Bekanntheit erlangt, bevor ihm mit 1990 mit "Edward mit den Scherenhänden" der Sprung auf die Kinoleinwand gelang. Seit 2008 zählt Depp zu den bestbezahlten Charakterdarstellern Hollywoods.