Rapper Jay-Z spricht erstmals über Missbrauchsvorwürfe
Rapper Jay-Z gab dem US-amerikanischen Männermagazin GQ ein seltenes und sehr ausführliches Interview. Dabei ging es neben den Anfängen seiner Karriere und seinen Zukunftsplänen auch um die schweren Vorwürfe, die 2024 gegen ihn erhoben wurden. Es ist das erste Mal, dass der 56-Jährige sich dazu äußert.
Jay-Z: "Eine unkontrollierbare Wut"
Ende 2024 beschuldigte eine anonyme Frau den Ehemann von Beyoncé, sie vor Jahrzehnten sexuell missbraucht zu haben. Obwohl die Klage später abgewiesen und von der Klägerin zurückgezogen wurde, hinterließ die Situation Spuren, so der Rapper.
Jay-Z betonte gegenüber GQ, dass die Anschuldigungen unbegründet gewesen seien, und nannte sie "frivol und fiktiv". Im Interview unterstrich Shawn Carter, so der bürgerliche Name des Rappers, immer wieder die "enorme emotionale Belastung", die er damals empfand: "Das Ganze [die Klage], das hat mir viel abverlangt. Ich war wütend. Ich war so wütend wie lange nicht mehr, eine unkontrollierbare Wut." Er sei "froh" gewesen, "dass wir das direkt angesprochen haben, um es aus der Welt zu schaffen".
Jay-Z: "Keine Frauen, keine Kinder"
Nicht gänzlich sein stolzes Ego verbergen könnend fügte er hinzu: "Das ist etwas, das du besser verdammt nochmal sicher wissen solltest, bevor du solche Sachen über jemanden behauptest. Besonders über jemanden wie mich." Und: "Selbst als wir die schlimmsten Dinge gemacht haben, gab es Regeln. Es gab eine Linie: keine Frauen, keine Kinder. Du hörst diese Sprüche, aber das sind die Dinge, die ich aus der Straße mitgenommen habe. Wir haben nach diesen Regeln gelebt und sind dafür gestorben."
Die Anschuldigungen erregten große mediale Aufmerksamkeit und hätten seinem Image als Künstler geschadet. Jay-Z zeigte sich im Interview schockiert davon, wie schnell öffentliche Urteile gefällt würden, ohne die Konsequenzen zu bedenken. "Wir sind jetzt in einer Zeit, in der Konsequenzen fast nicht mehr bedacht werden. Weil alles so sofort und direkt ist, verstehst du, was ich meine?" erklärte er.
Am Ende aber hätte die Wahrheit gesiegt, so der Rapper – etwas, woran er weiterhin glaubt. "Ich wusste, dass wir das durchstehen würden, weil es nicht wahr ist. Und die Wahrheit herrscht am Ende des Tages immer noch uneingeschränkt."
Die Vorwürfe im Detail
Gemeinsam mit Sean "Diddy" Combs soll Jay-Z im Jahr 2000 bei einer After-Show-Party der MTV Video Music Awards eine damals 13-Jährige missbraucht haben. Jay-Z stritt die Vorwürfe stets ab, seiner Meinung nach handelte es sich um einen Erpressungsversuch. Anfang 2025 wurde die Klage von der Klägerin unerwartet zurückgezogen.
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