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06.08.2018

Jan Ullrich: "Habe Sachen gemacht und genommen, die ich bereue"

Nach seiner Festnahme auf Til Schweigers Grundstück meldete sich der Ex-Radstar nun persönlich zu Wort.

Der ehemalige deutsche Radprofi Jan Ullrich ist am Freitag auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca nach einem Zwischenfall auf dem Grundstück seines Nachbarn Til Schweiger vorübergehend festgenommen worden. Laut spanischer Polizei soll er wegen "gewaltsamen Eindringens und Bedrohungen" verhaftet worden sein. In einem Interview mit der Bild nahm Ullrich nun zu dem Vorfall Stellung.

Drogenprobleme: Ullrich begibt sich in Therapie

Nachdem Schweiger bereits über UIlrichs Drogenprobleme gesprochen hatte, gab nun auch der frühere Radstar zu, Suchtprobleme zu haben. Ullrich kündigte zudem an, sich demnächst in Behandlung zu begeben.

"Aus Liebe zu meinen Kindern mache ich jetzt eine Therapie. Die Trennung von Sara und die Ferne zu meinen Kindern - die ich seit Ostern nicht gesehen und kaum gesprochen habe - haben mich sehr mitgenommen. Dadurch habe ich Sachen gemacht und genommen, die ich sehr bereue", sagte Ullrich und erklärte weiter, bereits einen Therapieplatz zu haben.

Über den Vorfall auf Schweigers Grundstück sagte der 44-Jährige, dass er sich nur von dem Schauspieler verabschieden wollte.

"Ich bin zu Til rüber, weil ich hörte, dass er demnächst Mallorca wieder verlässt und wollte mich verabschieden. Ich habe gerufen, es hat mich keiner gehört, da habe ich einfach das Grundstück betreten", erklärte er. "Im Garten war auch eine Person – ein Mitarbeiter von Til –, die sich eine zeitlang bei mir durchgefuttert und mich dann sogar bestohlen hat. Es gab Wortgefechte, auch mit Til, möglicherweise auch mal eine Berührung an der Schulter. Plötzlich sprang mich diese Person mit einem Kung-Fu-Tritt an. Ich konnte ausweichen, bin aber auf den Ellenbogen gefallen. Dann kam schon die Polizei."

"Eine der härtesten Prüfungen meines Lebens"

Er sei zunächst in die Klinik und anschließend ins Gefängnis gebracht worden. Die Nacht hinter Gittern beschreibt Ullrich als grenzwertige Erfahrung. Es sei "eine der härtesten Prüfungen meines Lebens" gewesen, so der Ex-Radprofi. "Überall Kot und Urin auf dem Boden und an den Wänden. Ich habe Platzangst bekommen, konnte nicht schlafen."

Nach seiner Festnahme ist Ullrich nun wieder auf freiem Fuß. Eine Richterin hat verfügt, dass er sich Schweiger nicht mehr nähern darf. Er selbst erklärte, dass er bereit sei, sich bei seinem Nachbarn zu entschuldigen. Er erwarte umgekehrt aber auch eine Entschuldigung.

Zuvor hatte Schweiger berichtet, dass der Ex-Sportler über das Tor auf sein Grundstück gekommen sei, während er mit Gästen im Poolhaus ein Musikvideo angesehen hätte. "Er ging sofort mit einem Besenstiel auf einen Freund von mir los", sagte Schweiger, der daraufhin die Polizei rief: "Die kam dann auch, hat ihn in Handschellen abgeführt."

Schweiger: "Ullrich ist ein Wrack"

Zu Ullrich habe er eigentlich eine freundschaftliche Beziehung gepflegt, diese verschlechterte sich jedoch zunehmend wegen seiner Drogenprobleme.

"Ich habe das nicht getan, um ihn zu verpetzen. Ich habe wirklich tolle Freunde von ihm kennengelernt, die alles gegeben haben, um ihm zu helfen. Auch seine Frau hat alles gegeben. Aber am Ende hatte er keine Freunde mehr, sondern nur noch Menschen, die ihn systematisch ausgeraubt haben. Jan wirkte völlig zugedröhnt und nicht mehr zurechnungsfähig. Deswegen habe ich das angesprochen", so Schweiger, der außerdem erklärte: "Ich werde nicht auf Jan zugehen. Wissen Sie, wenn er ein Arschloch wäre, dann wäre er mir egal. Ich habe ihn kennengelernt als einen liebenswerten und großzügigen Menschen, aber das ist er nicht mehr. Er ist ein Wrack, aber mittlerweile ein gefährliches Wrack."

Auch er hoffe, dass sich Ullrich in Therapie begibt: "Ich wünsche mir, dass er aus dem Knast direkt in einen Entzug geht und zu dem Menschen zurückkehrt, der er eigentlich ist. Nämlich ein herzensguter, liebenswerter, großzügiger Mensch, der seine Kinder abgöttisch liebt und seine Frau eigentlich auch."

Jan Ullrich gewann 1997 als bislang einziger deutscher Rennradfahrer die Tour de France. 2000 wurde er in Sydney Olympiasieger, sah sich aber später mit Dopingvorwürfen konfrontiert, weswegen er 2006 von der Tour de France ausgeschlossen wurde. 2007 beendete er seine Karriere. Im Juni hatte Ullrich die Trennung von seiner Ehefrau bekannt gegeben, mit der er seit 2006 verheiratet war.