Gregor Seberg im "Freunde-Schützen-Haus", einem Verein zur Einhaltung der Rechte von Asylwerbern.

© KURIER/Novy Gilbert

Unterwegs mit
03/30/2014

Gregor Seberg: "Ich bin eigentlich eine faule Sau"

In seinem neuen Kabarettprogramm lässt er seine Wut aus. Im "Freunde-Schützen-Haus" zeigt er sein großes Herz für Flüchtlinge.

von Maria Gurmann, Gilbert Novy

Hallo, Gregor!" Elias, Anna und Emmi stürmen auf den Schauspieler zu und umarmen ihn. Die Kinder hüpfen, lachen und quietschen vor Vergnügen. Die meisten von ihnen sind in Österreich geboren, sprechen perfekt Deutsch. Ihre Eltern kamen vor Jahren als Flüchtlinge nach Wien. Doch die Asylanträge der gebürtigen Chinesen, Georgier oder Mazedonier wurden abgelehnt.

Gregor Seberg im "Freunde schützen"-Haus, einem Ve…

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Gregor Seberg im "Freunde schützen"-Haus, einem Ve…

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Gregor Seberg

583-mal schaffte Karin Klaric, Juristin und Gründerin des Vereins "Purple Sheep", einen positiven Bescheid für ihre Schützlinge zu bekommen. Tat- und finanzkräftig wird sie von vielen Künstlern, wie Robert Palfrader, Thomas Maurer, Manuel Rubey und eben auch Gregor Seberg, unterstützt.

"Gregor, spiel mit uns", rufen die Kinder auf dem Meidlinger Markt. Dort hat ein edler Spender den Familien einen Stand zur Verfügung gestellt. Köstliche Speisen aus ihrer Heimat werden täglich frisch angeboten.

Viel beschäftigt

Seberg, der in der Erfolgsserie "SOKO Donau" Oberstleutnant Nowak spielt, würde gerne viel öfters die Kinder im "Freunde-Schützen-Haus" besuchen. Der 46-jährige Künstler, der seit seiner Schauspielausbildung in Wien nie arbeitslos war, ist einfach zu beschäftigt. Film, Fernsehen und sein drittes Kabarettprogramm halten ihn auf Trab.

"Hast Angst, Mayer?" hat am 1. April in der Wiener Kulisse Premiere. Als Mayer verkörpert er den typischen Österreicher. "Er sagt, er fürchtet sich nicht, weil eh alles super ist. Er hat zwar keinen Job, kriegt auch keinen mehr, seine Frau ist ihm weggerannt, aber er muss keine Angst haben. Er entwickelt sich zu einem Strache-Wähler", erzählt der Steirer, der mit 13 Jahren von Graz nach Wien übersiedelte und bei der geliebten "Schatzibinki"-Oma – mit Schwester und Uropa auf 30 – aufwuchs. Nein, Wutbürger wie Roland Düringer sei er nicht. "Dazu bin ich prinzipiell zu gut aufgelegt." Ihn regt nur die Dummheit der Leute auf. "Warum sind wir so unfreundliche, kleinkarierte Deppen?", fragt er.

"Ich arbeite sehr viel, bin aber eigentlich eine faule Sau", beschreibt Seberg die Ähnlichkeiten mit seiner Rolle als Nowak und macht seine typische Handbewegung: Die langen grauen Haare werden mit der Brille zurückgeschoben. Naturforscher wäre der Besitzer von drei Katzen am liebsten geworden. Und von einer unbekannten Tante aus Amerika hätte er gerne ein paar Millionen geerbt. "Ja, der Nowak, das Humorvolle, das wienerische Wart-ma-a-bissl, der Mörder wird schon vorbeikommen", entspricht seinem Naturell.

Einen Sturschädel und Sinn für Gerechtigkeit hatte er schon in seiner Jugend. "Ich bin ein rebellisches Kerlchen." Noch heute erinnern sich Schulkollegen an den goscherten Klassensprecher, der mit 17 das Gymnasium verließ, weil er sich mit 16 in seine um 17 Jahre ältere Deutschlehrerin verliebte. Eine große Liebe, die sechs Jahre lang währte.

In einer Maturaschule holte er in ein paar Monaten den Schulabschluss nach, bevor er Germanistik und Theaterwissenschaft studierte. "Aber das war furchtbar fad." Die Schauspielerei ist seine Berufung und sein Beruf.

Kinderfreund

Und schön langsam kann sich der Künstler auch eine eigene Familie mit seiner Freundin Sandra vorstellen. Die Kinder laufen ihm nach wie dem lieben Augustin. "Ich habe eine Kitsch-Vorstellung von meinen Kindern: Ich stehe mit zwei Töchtern vor einer Auslage und sage, nein, wir gehen da nicht hinein, ihr kriegt nicht alles, was ihr wollt. Und eine halbe Stunde später kommen wir aus dem Geschäft mit 6000 Packeln, weil sie mich wieder einmal überzeugt haben." Raue Stimme, raue Schale – patzweicher Kern. Das ist Gregor Seberg.

Info

Gregor Seberg: "Hast Angst, Mayer?", ab 1. 4. 14 in der Wiener Kulisse.

Spendenkonto für "Purple Sheep" unter www.purplesheep.at

Kontakt: Tel. +436606808727

6 Fragen - 6 Antworten

Wütend werde ich, wenn ungroßzügige Menschen sich wichtigmachen.

Meine Oma sagte immer: "Iss das auf." Oder: "Werde ja kein Raudi."

Graz ist die italienischste Stadt Österreichs.

Wien ist die europäischste Stadt Österreichs.

Angst habe ich, ohnmächtig zu werden, im Sinne von mich nicht wehren zu können und Opfer zu sein.

Weinen muss ich, wenn Tiere leiden. Weil sie so wehrlos sind.

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