Stars 07.02.2018

Klum unter Beschuss: Heftige Kritik an GNTM

Heidi Klum © Bild: APA/AFP/ANGELA WEISS

Hinter den Kulissen hagelt es Sexismus-Vorwürfe gegen "Germany's Next Topmodel".

Die "Mädchen" werden immer jünger, die Shootings immer provokanter. Am Donnerstag, den 8. Februar, startet um 20.15 Uhr auf ProSieben die neue Staffel von GNTM. Um den schwächelnden Einschaltquoten entgegenzuwirken, soll Heidi Klum in ihrer Castingshow dieses Jahr auf noch mehr Sex setzen. Hinter den Kulissen werden aber Sexismus-Vorwürfe laut.

Setzt Heidi ihre Mädchen zu sehr unter Druck?

Dass Heidi Klum von ihren Nachwuchsmodels verlangt, vor der Kamera viel nackte Haut zu zeigen, sehen Produktionsinsider kritisch.

"Sich so vor Kameras und Millionen Menschen zu präsentieren, war für sie eine große Überwindung", berichtet eine Quelle gegenüber dem OK!-Magazin.

Auf die Teilnehmerinnen werde enormer Druck ausgeübt. "Wenn ein Mädchen nicht so viel Haut zeigen will, wird es von allen Seiten bedrängt, sich nicht so anzustellen", bestätigt auch eine ehemalige Kandidatin. "Es heißt immer: 'Wenn du Topmodel werden möchtest, musst du auch alles dafür geben'."

Eine andere Ex-Teilnehmerin erzählt: "Du hast es in der Show so weit geschafft. Da sagst du nicht Nein. Die Situation ist dir zwar unangenehm, aber einen Rauswurf willst auf keinen Fall riskieren."

Nur die wenigsten Mädchen trauen sich, Heidi zu widersprechen. Das weiß auch Ex-Kandidatin Sara Kulka: Wer sich weigert, blank zu ziehen, riskiere, "dass man gehen muss", erzählt sie.

Die 27-Jährige gibt sich kritisch: "Eine Sendung wie ' GNTM' ist schon sehr sexistisch. Ich hätte ein Problem damit, wenn das meine Tochter wäre."

Auch Kim Hnizdo, die Siegerin von 2017, hatte Schwierigkeiten, im TV Haut zu zeigen.

"Für mich war es am Anfang noch ziemlich gewöhnungsbedürftig, meinen Körper so freizügig zur Schau stellen zu müssen", gibt das Model zu, das in Heidis Show bei einem Entscheidungs-Run in einem tief ausgeschnittenen Kleid mit einem Nippelblitzer in die Schlagzeilen geraten war und deswegen einen Zusammenbruch erlitten hatte (

dazu mehr

).

Heidi Klum über Sexismus

Klum selbst setzt sich gerne in knappen Outfits in Szene und macht mit Nackt-Selfies von sich reden. Dass sie zu Zeiten der #metoo- und Time's Up-Bewegung auch ihre Mädchen viel Haut zeigen lässt, setzt jedoch ein falschen Zeichen - vor allem da Klum zugibt, dass auch sie mit Sexismus in der Branche negative Erfahrungen gemacht hat.

"Ich wünschte, ich könnte sagen, dass diese schrecklichen Geschichten in unserer Gesellschaft Ausnahmen sind, aber das ist nicht wahr. Es wäre naiv zu glauben, dass so ein Verhalten nur in Hollywood stattfindet", erzählte sie erst kürzlich gegenüber People. "Ich glaube, es ist schwierig, eine Frau zu finden, mich eingeschlossen, die noch nie erlebt hat, dass ein Mann sie aufgrund seiner Macht, seiner Position oder seiner körperlichen Überlegenheit bedroht oder einschüchtert."

Für die Inszenierung ihrer Mädchen musste die 44-Jährige bereits vor Drehstart der neuen GNTM-Staffel Kritik einstecken: Kurz bevor das Casting begann, wurde im Netz gegen Heidi Klums Castingshow protestiert. Unter dem Hashtag #NotHeidisGirl hatten sich zahlreiche jungen Frauen gegen die Schönheitsstandards in der Sendung ausgesprochen und dazu aufgerufen, die 13. Staffel von "Germany's Next Topmodel" zu boykottieren (dazu mehr).

( kurier.at , spi ) Erstellt am 07.02.2018