Ludowig war Stargast beim Late Night Shopping im "McArthurGlen Designer Outlet" in Salzburg.

© Andreas Kolarik

Interview
11/08/2014

Frauke Ludowig: "Ich werde immer uneitler"

Deutschlands Society-Queen spricht mit dem KURIER über Österreichische Promis, ihr Privatleben und Eitelkeit.

von Christina Michlits

Viele ihrer Interviewpartner sind nicht halb so prominent wie sie selbst. Seit 1994 moderiert Frauke Ludowig (50) das RTL-Format "Exclusiv", jettet durch die Welt der Schönen und Reichen – und wird heute mitunter selbst als Stargast empfangen. So wie beim Late-Night-Shopping im "McArthurGlen Designer Outlet" in Salzburg. Deutschlands TV-Ikone im KURIER-Gespräch.

KURIER: Sie sind seit mehr als 20 Jahren das Aushängeschild von RTL „Exklusiv“– wie erklären Sie sich Ihre TV-Langlebigkeit? In anderen Formaten wechseln die Sender Moderatoren gerne.
Frauke Ludowig: Ich denke, man weiß bei RTL zu schätzen, dass ich dem Sender treu geblieben bin, obwohl es immer wieder interessante Angebote gab. Dabei wollte ich zu Beginn nicht unbedingt im Society-Bereich arbeiten, war überhaupt nicht staraffin. Ich dachte aber damals, ich bin gut beraten, wenn ich mich auf einen Bereich festlege. Ich bin schließlich in meinen Job hineingewachsen und habe mir eine gewisse Reputation erarbeitet. Ich habe Kontakte zu Promis, die neue Leute vielleicht nicht haben.

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Andreas Kolarik
Late Night Shoppen im Designer Outlet Salzburg. Fo…
Late Night Shoppen im Designer Outlet Salzburg. Foto: Andreas Kolarik, 06.11.14
Sie sind viel unterwegs, Ihr Mann ist in der Werbung, Sie haben zwei Kinder. Wie viel Zeit bleibt für die Familie?
Ich bin überhaupt kein Partygirl und nehme selten Abendveranstaltungen wahr, aber tatsächlich arbeite ich sechs Tage die Woche und mein Mann noch mehr als ich. Das habe ich vermutlich von meinen Eltern mitbekommen. Mein Vater ist 80 und geht noch immer jeden Tag in seine Fleischerei. Das ist sein Lebenswerk. Ich arbeite einfach gerne. Meine Kinder kennen es nicht anders und ich habe trotz der vielen Arbeit das Gefühl, dass ich meiner Familie sehr nahe bin. Freie Tage, jeder Urlaub, das gehört alles der Familie. Ich habe erst vor Kurzem ein verlockendes Angebot bekommen, eine Rolle in einem Film zu übernehmen. Aber der Dreh wäre in die Herbstschulferien gefallen. Ich habe das Projekt abgelehnt, diese Tage sind für meine Kinder da.

Welcher Star hat Sie am meisten überrascht?
Man wird immer wieder mal überrascht, aber Arnold Schwarzenegger – der war ein Highlight. Wir hatten ein nur einstündiges Interview ausgemacht – dann durften wir ihn spontan vier Tage lang in Los Angeles begleiten.

Sie haben Promis wie Madonna und Jennifer Lopez interviewt, die als schwierig gelten. Verraten Sie uns ein paar Tricks, wie bricht man in Gesprächen am schnellsten das Eis?
Es gibt keine Tricks, aber man sollte auf keinen Fall mit einer vorgefertigten Meinung in ein Interview gehen. Und ich versuche ich selbst zu sein. Madonna gilt beispielsweise als extrem zickig. Zu mir war sie das aber überhaupt nicht. Da gab es gar kein Eis zu brechen. Man muss einfach offen auf das Gegenüber zugehen, das spüren die Leute dann vielleicht auch.

Wie interessant ist Österreichs Society mit Richard Lugner für Sie?
Richard Lugner wird in Deutschland nicht als Promi wahrgenommen. Der Oberpromi ist für die Deutschen wohl Udo Jürgens. Österreich zeichnet sich eher durch Events wie den Opernball aus. Gute Partys machen, mit einem speziellen Charme und tollen Flair, das können die Österreicher. Der Wiener Opernball ist ein Muss für unsere Sendung.

Sie entlocken Ihren Gesprächspartnern stets intime Details – Sie selbst halten sich bedeckt, was Ihr Privatleben angeht.
Man weiß relativ viel über mich, aber es sind eben keine großen Skandale. Je mehr man versucht, alles unter Verschluss zu halten, desto neugieriger werden die Leute. Alle kennen meinen Mann. Auch meine Kinder hat man schon in den Medien gesehen.

Die Society-Welt ist eitel. Prägt das nicht auf Dauer?
Ach, ich glaube ja, dass ich mit dem Alter immer uneitler werde. Ich bin ungeschminkt hierher gekommen. Wenn mich jemand sieht und das doof findet, kann ich nichts machen. Aber vor der Kamera bin ich natürlich eitel, das streite ich gar nicht ab. Ich suche mir gemeinsam mit meinem Styling-Team die Outfits aus. Ich entscheide selbst über meine TV-Garderobe, aber ich lasse mich gerne beraten und zu etwas Neuem überreden.

Sie haben kürzlich ein Selfie gepostet, das sie ungeschminkt gezeigt und für viel positive Resonanz gesorgt hat.
Ja, die Leute finden es offenbar gut, wenn sie sehen, dass ich auch nicht immer große, strahlende Augen habe wie im Fernsehen. (lacht) Dabei war das reiner Zufall. Eine Kollegin meinte, das Urlaubsbild ist nett, ich solle es doch posten. Erst fünf Minuten danach wurde mir bewusst, was ich getan habe. Es gab wirklich irrsinnig viele Kommentare.

Der Beruf des Society-Journalisten wird oft belächelt, Journalisten in anderen Ressorts haben ín der Regel einen besseren Ruf. Leiden Sie darunter?

Das stimmt, ein Wirtschaftsjournalist genießt sicher mehr Ansehen. Aber ich glaube, dass unser Job machnmal der viel anstrengendere ist. In der Wirtschaft oder Politik gibt es Ereignisse und Fakten, über die eben berichtet werden muss. Bei unseren seichten Themen muss man erst einmal auf die Suche nach knalligen Geschichte gehen. Das ist die große Herausforderung. Am Ende ist es mir egal, ob das belächelt wird, oder nicht.

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