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10.10.2018

"Der Trafikant": Traum-Rolle für Simon Morzé als Freuds Freund

Der Jung-Schauspieler in seiner ersten Hauptrolle. Ein Gespräch über Sexszenen, seinen berühmten Namen und den Tod des Vaters.

Es gibt eindeutig leichtere Aufgaben, als jene, die Simon Morzé (22) in seiner ersten Hauptrolle bewältigen muss. Sein aktueller Film  „Der Trafikant“, basierend auf dem Bestseller von Autor Robert Seethaler (52), ist  im Nationalsozialismus angesiedelt. Damit spielt der Film nicht nur in einer  für die ganze  Welt schwierigen Zeit, sondern  besonders für den auf dem Weg zum Mann befindlichen Franz Huchel. Gerade einmal 17 Jahre alt, zieht er vom Land in die Stadt und entdeckt dort  neben seiner Arbeit in einer Trafik, auch seine  Sexualität. „Ein paar Küsse hatte ich in Filmen zwar schon, aber  Bettszenen noch nicht“, erzählt der Jung-Schauspieler beim Treffen im Freud-Museum (im Film  entwickelt er eine enge Freundschaft zum prominenten Psychiater). „Ich war aber selbst überrascht, wie unaufgeregt ich war.“

Immerhin war Simon nicht nur splitternackt, sondern auch bei der Entdeckung des eigenen Körpers und jenes seiner  Filmpartnerin  Emma Drogunova (22) zu sehen. „Während dieser Szenen ist man nur auf seine Aufgabe konzentriert. Man denkt sich: Ich bin jetzt diese Figur, die zum ersten Mal mit jemandem schläft. Was muss ich da tun? Man denkt nicht: Wie peinlich ist das?“

Ganz Profi eben, wie seine Mutter Petra Morzé (53), Schauspielgröße und fixes Ensemble-Mitglied am Wiener Burgtheater. „Ich glaube, dass der Name Morzé eine Eintrittskarte in dieses Business war. Meine Erfahrung ist aber, dass der Name ab einem gewissen Alter auch nicht mehr hilft.“ Dass er’s kann, beweisen zwei Nominierungen für die KURIER-ROMY als „Bester männlicher Nachwuchs“. Außerdem erhielt er heuer bei der Diagonale  mit dem Ensemble für „L’Animale“  auch den Schauspielpreis. Und das, obwohl Morzé zuletzt einen Schicksalsschlag erlitten hat. Sein Vater, Stefan Matousch  starb im Juni im 70. Lebensjahr. Obwohl der Sohn von der Mutter allein großgezogen wurde, war die Beziehung zum in Salzburg lebendem Vater "sehr eng. Ich habe durch seinen Tod nicht rausgefunden, wie Trauer funktioniert. Es ist eine schwierige Sache, und ich brauche noch viel Zeit, damit umzugehen.“

 

Eine Schauspielschule hat der Shooting-Star, der in Ursula Strauss (44) in der Erfolgsserie „Schnell ermittelt“ eine Fernseh-Zweit-Mama hat, übrigens nie besucht. Das macht er aber mit Erfahrung wett. Klein- Simon stand 2006 mit neun Jahren erstmals für den Film „Die Entscheidung“ vor der Kamera.
Die erste Zusammenarbeit mit Nikolaus Leytner (60), mit dem es erst 2017 ein Wiedersehen gab. Der Regisseur von einst zeichnet nämlich auch für „Der Trafikant“ verantwortlich und entschied sich für  Morzé als seinen Hauptdarsteller.  „ Nikolaus hat lange gesucht. Es gab drei Runden und sehr viele Bewerber. Als ich erfahren habe, dass ich es bin, war mein erster Gedanke: Super, dass es geklappt hat. Mein zweiter war aber: Schaffe ich das überhaupt?“

Er schafft es. Und wie! Ab morgen im Kino.