Stars
05.12.2011

Dancing Star wird man nur mit einer "Geschichte"

Dieter Chmelar über "Underdogs", die mit einer Zusatz-"Geschichte" Dancing Star werden können.

Wie bitte? Du wagst es - allen Ernstes -, eine Tanz kolumne abzusondern? Das war die Reaktion meines Freundes Rudi - ja, der, der mich jede Woche anrief und fragte: "Welchen Tanz lernst du als Nächstes nicht?" Nun: Ich darf ihn und alle PPP (= peniblen Parkett-Puristen) beruhigen: Erstens schreibe ich sicher nicht plötzlich allen Ernstes.

Und zweitens verheißt der Titel ("Didis Tanzkurs") keinesfalls die Amtsanmaßung, irgendwem den rechten Weg zu weisen. Ich bin ja schließlich nur insofern ein Fortgeschrittener, als ich aus "Dancing Stars" - spät, aber doch - fortgeschritten bin. Die Betonung liegt also auf Kurs und nicht auf Tanz.

Wer von den verbliebenen sechs Promis - morgen Abend wieder um 20.15 in ORF eins - steht für den Gesamtsieg am höchsten im Kurs? Dazu ein Quickstep in die Geschichte der Show: Bisher gewannen fast ausnahmslos die besten Typen, selten die besten (und fadesten) Tänzer - wie Manuel Ortega (2007) oder Dorian Steidl (2009).

Erinnerlicher bleiben freilich Kaliber der Komik - etwa Klaus Eberhartinger (2008) - oder Role-Models, die dem signifikant weiblichen Publikum (auch) als ideale Identifikationsfigur dienten - klassisch: Marika Lichter (2006).

Gute Außenseiterchancen haben zudem jene "Underdogs", die über sich hinauswachsen und auf wundersame Weise "erblühen" - siehe Claudia Reiterer (2010).

Fest steht (für mich): Dancing Star wird man nur mit einer - sich authentisch entwickelnden, begleitenden - Zusatz-"Geschichte".

Nach dieser Theorie müssten die Minderheitenvertreter Alfons Haider bzw. Mike Galeli im Finale stehen. Ein bekennender Homosexueller und ein türkischer "Migrant" - welch fabelhafte Fantasie! Österreichs Staatssender als Vorbildschirm für Toleranz und Integration? Lassen Sie mich doch a bissl träumen ...