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Stars
05/04/2020

Coronavirus: Stars fordern Schutz von Brasiliens Ureinwohnern

Paul McCartney, Meryl Streep und Brad Pitt stellen sich gegen den rechtsradikalen Präsident Bolsonaro. Dieser will ein Ende der Beschränkungen.

Unterstützt von Paul McCartney, Meryl Streep und Brad Pitt hat der preisgekrönte Fotojournalist Sebastiao Salgado Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro aufgefordert, die Ureinwohner vor der Corona-Pandemie zu schützen. "Die indigenen Völker Brasiliens stehen mit dem Aufkommen der Covid-19-Pandemie vor einer ernsthaften Bedrohung für ihr eigenes Überleben", schrieb Salgado in einem offenen Brief.

Madonna und Richard Gere mit von der Partie

Der wurde auch von Pop-Ikone Madonna und Hollywood-Star Richard Gere unterzeichnet. Präsident Bolsonaro müsse demnach "dringende Maßnahmen" zum Schutz der Ureinwohner ergreifen, forderten Salgado und seine Mitstreiter. Zusätzlich unterstützt wurde das Anliegen des renommierten brasilianischen Fotojournalisten durch eine Petition, die bereits rund 50.000 Unterschriften gesammelt hat.

In seinem offenen Brief erinnerte der 76-Jährige an das Unrecht, das den Ureinwohnern in der Vergangenheit widerfuhr. "Vor fünf Jahrhunderten wurden diese ethnischen Gruppen dezimiert durch Krankheiten, die von europäischen Siedlern eingeschleppt wurden", schrieb Salgado. Durch das sich nun ausbreitende neuartige Coronavirus könnten die Ureinwohner des Amazonas-Gebiet "vollständig verschwinden, weil sie keine Mittel haben, um gegen Covid-19 zu kämpfen".

Bolsonaro müsse die Indigenen vor wirtschaftliche Interessen stellen und "ihren Schutz garantieren", sagte Salgado in einem Video, in dem auch seine prominenten Mitstreiter zu sehen sind. "Brasilien ist das seinen ersten Bewohnern schuldig. Es ist an der Zeit zu tun, was vor langer Zeit hätte getan werden müssen."

Amazonas schwerst betroffen

Der Bundesstaat Amazonas, in dem die meisten der Ureinwohner Brasiliens leben, zählt zu den am schwersten von der Pandemie betroffenen Gebieten des Landes. Mehr als 500 Menschen starben dort bereits nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus, darunter viele Ureinwohner.

Der rechtsradikale Präsident Bolsonaro hat wirtschaftliche Aktivitäten im Amazonas-Gebiet erleichtert. Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie wie Ausgangsbeschränkungen hält er für übertrieben und ökonomisch schädlich, wie er immer wieder deutlich macht.

Bolsonaro will Maßnahmen beenden

Auch am Sonntag sprach er sich vor Tausenden seiner Anhänger wieder für ein Ende der von den Gouverneuren der Bundesstaaten verfügten Ausgangssperren aus. "Die Zerstörung von Arbeitsplätzen durch einige Gouverneure ist unverantwortlich und untragbar. Wir werden in der Zukunft einen hohen Preis dafür zahlen", sagte Bolsonaro in einer live im Onlinedienst Facebook übertragenen Rede vor seinem Präsidentenpalast in Brasilia.

Bolsonaro wird allgemein vorgeworfen, die Coronakrise in seinem Land zu ignorieren. Bis Sonntag meldeten die Behörden mehr als 101.000 Infektionen, die Zahl der Todesopfer stieg um 275 auf mehr als 7.000. Angesichts der geringen Testkapazitäten dürfte die wahre Zahl der Infizierten Expertenschätzungen zufolge 15 Mal höher liegen. Sie gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Pandemie in dem 210 Millionen Einwohner zählenden Land noch lange nicht erreicht ist.

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