"Lasst uns laut sein!": Collien Fernandes ruft zur Demo auf
"Sexuelle Gewalt, physische und psychische Gewalt sind weiter verbreitet, als man ahnen mag. Sie finden mitten in unserer Gesellschaft statt. Es sind nicht nur die Anderen, und die Täter sind oft nicht so, wie die Fiktion sie uns präsentiert: gruselig dreinblickende Bösewichte. Es sind die Männer in unserer Mitte", erklärt Collien Fernandes in einem Posting auf Instagram.
Der Spiegel hatte zuerst über Vorwürfe der Schauspielerin Fernandes gegen ihren Ex-Mann, Christian Ulmen, berichtet, die sie auch in Spanien zur Anzeige brachte. Laut Spiegel soll Ulmen in sozialen Medien täuschend echt aussehende Profile von Fernandes erstellt und darüber "Hunderte von Männern" kontaktiert haben. Über diese Accounts soll er sich als Fernandes ausgegeben und mit Männern Chats und Gespräche mit sexuellen Inhalten geführt haben; er soll erotische Bilder und Videos verschickt haben, die den Eindruck erweckten, als handele es sich um Aufnahmen von Fernandes.
Collien Fernandes ruft zur Demo in Berlin auf
Am Samstag meldete sich Fernandes erneut zu Wort via Instagram: In einem Posting bedankte sie sich für "den überwältigenden Support, der mir wirklich geholfen hat, aus einem ganz tiefen Tal zu kommen". Auch schrieb sie: "Lasst uns laut bleiben!" - und informierte über eine spontane Kundgebung: Am Sonntag, 22. März, soll am Brandenburger Tor in Berlin eine Demonstration gegen sexualisierte Gewalt stattfinden.
"Für Solidarität, Gerechtigkeit und eine echte Veränderung in Form von klaren Gesetzen und echten Konsequenzen. Für einen besseren Schutz!
Für ein größeres Problembewusstsein!" so der Aufruf von Collien Fernandes.
Zu der Demonstration hat auch ein neu gegründetes Bündnis namens "Feminist Fight Club!" aufgerufen. Es gehe um Solidarität mit allen Betroffenen, "um auf strukturelle Missstände und Gesetzeslücken im Kontext von digitaler und analoger sexualisierter Gewalt in Deutschland aufmerksam zu machen". Bei der Polizei waren mit Stand Samstagnachmittag 500 Teilnehmer angemeldet.
Die deutsche Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte an, zügig ein Gesetz zum besseren Schutz vor digitaler Gewalt vorzulegen. CDU und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, das Cyberstrafrecht zu reformieren und Strafbarkeitslücken zu schließen, etwa "bei bildbasierter sexualisierter Gewalt. Dabei erfassen wir auch "Deep Fakes", heißt es darin.
Fernandes kämpft seit Jahren mit Hunderten gefälschten Pornoaufnahmen im Internet, die angeblich sie zeigen. Es handelt sich um Fotos und Videos, die auf Plattformen hochgeladen wurden. "Unter den Aufnahmen befinden sich auch sogenannte Deepfakes, also mithilfe von KI erzeugte Fotos und Videos. Die Aufnahmen zeigen den nachgestellten Körper von Fernandes in eindeutigen, sexualisierten Posen. Wer dieses Material erstellt hat, ist nicht bekannt", schreibt der Spiegel.
In einer ersten Stellungnahme ließ die Kanzlei Schertz Bergmann, die Ulmen vertritt, verlautbaren, dass unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet würden. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Hinweis: Der Artikel wurde aktualisiert, in der aktuellen Version wurden die Vorwürfe gegen Christian Ulmen präzisiert.
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