Collien Fernandes erhebt schwere Vorwürfe gegen Ex-Mann Christian Ulmen

"Der Täter war (wie ich jetzt weiß) die ganze Zeit über ziemlich nah", schreibt Fernandes. "Sein Name: Christian Ulmen."
Collien Ulmen in einem weißen Oberteil vor unscharfem Hintergrund.

Schauspielerin Collien Fernandes hat öffentlich gemacht, durch ihren damaligen Ehemann Christian Ulmen sexualisierte Gewalt erfahren zu haben. Das Magazin Spiegel berichtete und veröffentlichte eine entsprechende Recherche.

Fernandes erstattet Anzeige gegen Christian Ulmen

Jahrelang seien unter ihrem Namen Fake-Profile erstellt worden, die sich eng mit ihrem "beruflichen Umfeld vernetzten, vor allem Männer kontaktierten", schreibt Fernandes in einem Statement auf Instagram. Die Person habe gefälschte Fotos und Videos verschickt, mittels KI-generierter Stimme mit Männern telefoniert und Sextreffen vereinbart. Über zehn Jahre lang sei der Täter so vorgegangen.

"Das Profil schickte den Männern eine 'erotische Geschichte', in der ich von 21 Männern vergewaltigt werde, in der immer wieder beschrieben wird, wie sehr ich weine, dass ich Angst habe, Schmerzen habe, immer wieder sage, dass ich das nicht will. Die Geschichte endet damit, dass ich nach der Gruppenvergewaltigung (...) auf dem Boden liege."

2023 habe sie ihre Erfahrungen öffentlich gemacht. Fernandes: "Dennoch machte der Täter weiter. Auch während ich 2024 eine Dokumentation zu dem Thema drehte, setzte der Täter das Spiel fort, bis die Accounts von den Plattformen gesperrt wurden. "Die Jagd nach den Tätern" nannten wir den ersten Teil, für den ich weit umher reiste. Doch das wäre gar nicht nötig gewesen, denn der Täter war (wie ich jetzt weiß) die ganze Zeit über ziemlich nah. Sein Name: Christian Ulmen." Erst aufgrund einer Anzeige gegen Unbekannt sei er schließlich geständig gewesen.

Ihr Statement schließt Fernandes mit eindringlichen Worten: "Sexualisierte Gewalt ist kein über der Realität schwebender Diskurs. Sie ist bittere und knallharte Realität und findet tagtäglich unter uns, sogar in den eigenen Schutzräumen, statt! In unseren Zuhauses, in denen wir uns sicher wähnten... Es reicht!"

Zahlreiche Personen drückten neben Fernandes Posting Unterstützungserklärungen und ihre Solidarität aus.

Opfer von Fake-Pornografie: Die Hintergründe

Collien Fernandes kämpft seit Jahren gegen Onlinemissbrauch und sucht diejenigen, die Fake-Pornografie von ihr verschicken. Hinter den Erniedrigungen habe sie lange Zeit Internet-Trolle vermutet. Im November 2024 erstattete sie zunächst in Berlin Strafanzeige wegen der gefälschten Profile, gegen Unbekannt.

Gegenüber dem Spiegel behauptet Fernandes, Ulmen habe ihr in einem vertraulichen Gespräch am ersten Weihnachtstag 2024 gestanden, dass er hinter der Verbreitung der gefälschten Materials stecke. Ende vergangenen Jahres habe sie in Spanien Anzeige gegen ihren Ex-Mann erstattet. 

Seit ungefähr zehn Jahren, schreibt Fernandes laut Spiegel in der Anzeige, sei sie Opfer eines "Identitätsdiebstahls über soziale Netzwerke". Ulmen habe dort "mit Hunderten von Männern" in ihrem Namen Kontakt aufgenommen und habe ihnen erotische Bilder und Videos geschickt. Ungefähr 30 Männer hätten reagiert, mit ihnen habe Ulmen unter der Identität seiner damaligen Frau Onlineaffären und Telefonsex gehabt. Alles ohne das Einverständnis der Moderatorin. Sie wirft Ulmen vor, sie "virtuell vergewaltigt" zu haben.

Dem Bericht zufolge soll das Gericht angeblich "sogenannte Vorermittlungen eingeleitet" haben. Ob eine Anklage erhoben oder das Verfahren eingestellt werde, sei aktuell offen. Es gilt die Unschuldsvermutung. 

Ulmen selbst habe sich zu Fragen des Spiegel nicht geäußert. 

Von Essen mit Produzenten von Online-Missbrauch erfahren

Fernandes hatte 2025 im Gespräch mit dem WEISSEN RING erzählt, dass sie bei einem Essen mit einem Produzenten von dem Online-Missbrauch erfahren habe. "Er habe mit mir einige Zeit lang auf LinkedIn in Kontakt gestanden, sagte er", erzählte sie. Zunächst sei der Austausch auf dem Karriere-Portal unverbindlich gewesen. Dann habe sie angefangen, mit ihm zu flirten, Nacktbilder zu schicken, sogar Sexvideos. Doch es war nicht sie, die mit dem Mann kommunizierte. 

"Ich bin froh, dass der Produzent mir davon berichtet hat", sagte Fernandes dem WEISSEN RING. "Ich wurde unfreiwillig zu jemandem gemacht, der in dieser Branche Männer anbaggert." Dieses Vorgehen bezeichnete sie damals als massiv rufschädigend und sprach von "digitalem sexuellem Missbrauch."

Trennung ohne Bekanntgabe von Gründen

Die Trennung nach 14 Ehejahren machten Fernsehmoderatorin Fernandes und Entertainer Ulmen im September in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt. In der Erklärung hat Fernandes den Zusatz "Ulmen" schon abgelegt. 

Zwei Jahre zuvor waren die beiden, die eine gemeinsame Tochter haben, auf die spanische Ferieninsel Mallorca gezogen. In der Mitteilung hieß es: "Wir informieren hiermit darüber, dass wir uns bereits vor einiger Zeit getrennt haben. Als Paar gehen wir fortan getrennte Wege, doch als Eltern werden wir weiterhin gemeinsam für unsere Tochter da sein. Wir bitten darum, von Anfragen in dieser Angelegenheit Abstand zu nehmen."

Fernandes sammelte ihre ersten TV-Erfahrungen bei Musiksendern wie Viva. Dort moderierte sie verschiedene Shows und entwickelte sich zu einem bekannten Gesicht im deutschen Musikfernsehen. Parallel war sie als Schauspielerin in Serien und Filmen zu sehen und übernahm später auch ernsthafte Reportagen und Dokumentationen. Heute ist sie als Moderatorin, Autorin und Journalistin tätig.

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