Collien Fernandes sieht Gesetzeslücke bei Deepfakes

Es brauche laut Collien Fernandes "Schulungen für die Menschen, die die Anzeige entgegennehmen".
Collien Fernandes in einem silbernen Anzug.

Die Moderatorin Collien Fernandes drängt auf mehr Sensibilität bei Behörden im Umgang mit Betroffenen sexualisierter Gewalt. Es brauche "Schulungen für die Menschen, die die Anzeige entgegennehmen", sagte sie in der ARD-Talksendung "Caren Miosga". Fernandes machte sich auch für bewusstseinsbildende Maßnahmen in Schulen stark. 

Fernandes sieht zudem weiteren Nachschärfungsbedarf bei derzeit diskutierten Gesetzesplänen.

Verbreitung von Deepfakes

Geahndet werden solle die Verbreitung heimlich gemachter intimer Aufnahmen und die Verbreitung von Deepfakes, also mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellter intimer Aufnahmen, sagte sie. 

Nicht erfasst seien reale Aufnahmen zum Beispiel einer Pornodarstellerin, die auf einem Social-Media-Profil einer Person verbreitet werden und so den Eindruck erweckten, es handle sich um die Inhaberin des Profils.

Fernandes erhob Vorwürfe gegen Ex-Mann Christian Ulmen

Die nunmehrige Debatte ins Rollen brachte ein Bericht des Spiegel, in dem er unter anderem von Vorwürfen von Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen berichtete. Laut Spiegel soll Ulmen in sozialen Medien täuschend echt aussehende Profile von Fernandes erstellt haben. Über diese Accounts soll er sich als Fernandes ausgegeben und mit Männern Chats und Gespräche mit sexuellen Inhalten geführt haben; er soll erotische Bilder und Videos verschickt haben, die den Eindruck erweckten, als handele es sich um Aufnahmen von Fernandes.

In einer ersten Stellungnahme ließ die Kanzlei Schertz Bergmann, die Ulmen vertritt, verlautbaren, dass unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet würden. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Wie Spiegel-Recherchen zeigten, kursieren im Internet zudem seit Jahren Hunderte gefälschte Pornoaufnahmen, die angeblich Fernandes zeigen. Unter den Aufnahmen befinden sich auch sogenannte Deepfakes, also mithilfe von KI erzeugte Fotos und Videos. Wer dieses Material erstellt hat, ist nicht bekannt.

Hinweis: Der Artikel wurde aktualisiert, in der aktuellen Version wurden die Vorwürfe gegen Christian Ulmen präzisiert.

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