Christina Applegate über heroinsüchtige Mutter und toxische Beziehungen

Die Schauspielerin reflektiert in ihren Memoiren über Ruhm im Teenageralter, missbräuchliche Beziehungen, Mutterschaft und ihr Leben mit MS.
Christina Applegate

"Mein Leben ist nicht mit einer Schleife verziert", sagt Schauspielerin Christina Applegate, die mit "You With the Sad Eyes" am 3. März ihre Memoiren veröffentlicht. "Das Leben der Menschen ist, entschuldigen Sie bitte den Ausdruck, manchmal einfach beschissen. Deshalb bin ich so ehrlich und unverblümt wie möglich."

Die schwierigen Aspekte des Lebens kennt die 54-Jährige nur zu gut. 2008 hatte sich Applegate nach einer Krebsdiagnose beide Brüste abnehmen lassen. 2017 wurden dann Eierstöcke und Eileiter entfernt, um einer erneuten Erkrankung vorzubeugen. 2021 machte der "Schrecklich nette Familie"-Star bekannt, an der Nervenkrankheit Multiple Sklerose (MS) zu leiden.

Christina Applegate: "Heute ein stärkerer, anderer, widerstandsfähiger Mensch"

In ihrem Buch reflektiert die Schauspielerin über Ruhm im Teenageralter, missbräuchliche Beziehungen, Mutterschaft und ihr Leben mit MS. 

Auch wenn das Schreiben nicht unbedingt kathartisch war, handle ihre Autobiografie "von einem kleinen Mädchen mit traurigen Augen, das schließlich zu Christina Applegate wurde", erklärt sie im Interview mit dem US-Magazin People. "Und sie hat immer noch diese traurigen Augen. Aber sie ist ein stärkerer, anderer, widerstandsfähiger Mensch geworden. Und das ist eigentlich meine Geschichte."

Durch die Rolle als "Dumpfbacke" Kelly Bundy in der Kult-Fernsehserie "Eine schrecklich nette Familie", die sie im Alter von 15 Jahren annahm, erlangte Christina Applegate Bekanntheit. In das Showbusiness wurde sie quasi hineingeboren: Die US-Amerikanerin ist die Tochter von Sängerin und Schauspielerin Nancy Priddy und von Plattenproduzent und Manager Robert Applegate, der im vergangenen Jahr verstorben ist. Bereits im Alter von drei Monaten trat sie mit ihrer Mutter in einem  Fernseh-Werbespot auf.

Christina Applegates harte Kindheit in L.A.

Trotz der Verbindungen ins Filmgeschäft war Applegates Kindheit alles andere als idyllisch. Die Ehe ihrer Eltern wurde 1979 geschieden. Die Schauspielerin erzählt, dass ihre frühen Jahre im berüchtigten Laurel Canyon in Los Angeles von Instabilität geprägt waren und durch ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung und Missbrauch getrübt wurden.

Sie musste mitansehen, wie ihre alleinerziehende Mutter mit ihrer Heroinsucht und einem gewalttätigen Freund zu kämpfen hatte, der sich auch gegen Applegate wandte. "Ich glaube, ich hatte zwischen drei und sieben Jahren die schlimmste Situation, aber so etwas gab es in allen unseren Familien", erinnert sich Applegate. "Alleinerziehende Mütter, Männer, die kamen und gingen, Drogen. Es macht immer Spaß, deine Mutter auf dem Boden weinen zu sehen und nicht versorgt zu werden", sagt sie traurig.

"War immer mit diesen kaputten Menschen zusammen"

Selbst als ihre Schauspielkarriere Fahrt aufnahm, hatte Applegate weiterhin mit Schwierigkeiten in ihrem Leben zu kämpfen, weil sich toxische Beziehungsmuster wiederholten. Sie führte etwa eine langjährige Beziehung mit einem gewalttätigen Mann, mit dem sie in ihren späten Teenagerjahren zusammengekommen war. "Meine Mutter sagte immer: 'Ich habe noch nie einen Junkie getroffen, den ich nicht mochte.' Und so war ich auch", sagt sie. "Ich war nie mit jemandem zusammen, der einen richtigen Job hatte. Ich war immer mit diesen kaputten Menschen zusammen, die ich wieder aufrichten wollte. Ich dachte einfach immer, ich könnte das schaffen. Und wissen Sie was? Das kann man nicht."

Heute ist Applegate glücklich verheiratet. "Wir alle kommen von irgendwoher, manche Orte sind schmerzhafter als andere, und es kommt darauf an, was man daraus macht, denke ich", sagt sie im Gespräch mit dem Magazin People über ihre Biografie.

Christina Applegate war von 2001 bis 2007 mit Jonathan Schaech verheiratet. 2013 traute sie sich mit Musiker Martyn LeNoble, mit dem sie eine gemeinsame Tochter teilt, die 2011 zur Welt kam. Ihren zweiten Ehemann bezeichnet sie als eine unglaubliche Stütze für sie im Kampf mit ihren gesundheitlichen Problemen.

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