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15.08.2017

Christian Slater feiert Comeback: Wie er vom Alk loskam

Als Kinderstar jahrelang auf dem Alko-Trip, als "Mr. Robot" nun endlich wieder ein Fernseh-Held.

Wenn schon der Vater – Michael Hawkins (78) – Star etlicher US-Seifenopern war und die Mutter – Mary Jo Slater (71) – eine der einflussreichsten Casting-Agentinnen in Hollywood ist, dann ist der Weg des Kindes meist vorgezeichnet. So wie bei Christian Slater (am kommenden Freitag 48), der seine Karriere mit sieben begann und mit 16 in der ersten internationalen Produktion vor der Kamera stand – der Film hieß "Der Name der Rose", und seine Kollegen hießen Sean Connery (86) und Helmut Qualtinger ( 1986 mit 57).

Qualtinger war auch der Grund, warum Slater für die Promotion des Umberto Eco-Klosterkrimis zum ersten Mal Wien besuchte. Er fragte mich damals nach unserem Interview, ob ich wohl einen guten Club wüsste, wo ihm – im Gegensatz zu den USA – trotz seines zarten Alters Einlass gewährt würde. Und so landeten wir im legendären "U4". Diese gemeinsame "historische" Erfahrung ist seither in all unseren Gesprächen präsent.

Christian Slater hat in der Titelrolle des USA-Network-Welterfolgs "Mr. Robot" (Staffel 3 der Hacker-Thriller-Serie startet am 11. 10.) eine riesige TV-Karriere absolviert. Nach hochprozentigen Abstürzen bilanziert er heute trocken.

KURIER: Sagt dir U4 noch was?

Christian Slater: Und ob! Es war stockdunkel, wir haben mehr getrunken als erlaubt war. Ich war ja kein Kind von Traurigkeit und habe später schwer gebüßt. Zwei Rehas und drei Haftstrafen, bis ich endlich kapierte, dass Leben und Arbeit nüchtern viel schöner sind.

Wie kamst du los vom Alkohol?

Wegen meiner Kinder (Jaden, 18, und Eliana, 15, aus der ersten Ehe mit der Journalistin Ryan Haddon, 46) – ich wollte ihnen in die Augen schauen können und ihnen beweisen, dass ich auf sie aufpassen kann.

War das Saufen Grund für viele, pardon, entsetzliche Filme?

Ja, aber nicht der einzige. Ich war zu feige, auf bessere Drehbücher zu warten, und zu geldgierig, um auf Blockbuster zu verzichten.

War " Kinderstar" ein Handikap?

Ganz sicher. Ich habe oft den rebellischen Teenager gespielt und abseits davon alles getan, diesem Ruf gerecht zu werden. Ein Teufelskreis.

Wie fühlt man sich als Filmstar, der plötzlich zum TV-Star wird?

Das hätte ich mir nie vorgestellt! Fernsehen war damals nur für zweit- und drittklassige Schauspieler. Da war eine Trennlinie, die kaum wer durchbrochen hat. Heute ist das zum Glück ganz anders. Die größten Superstars spielen in den besten Serien.

Was reizt dich an "Mr. Robot"?

Ein Wort – und es ist ein deutsches: Zeitgeist! Ich mag es, dass Social Media Menschen eine Stimme gibt. Ich äußere ja selbst gern meine Meinung spontan. Aber vielleicht sollte nicht jeder einen Twitter-Account haben, vor allem, wenn er, so wie Trump, kaum buchstabieren kann ...