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22.03.2018

"Fassungslos": Blanchett besuchte Rohingya-Flüchtlingslager

Fast 700.000 Angehörige der muslimischen Minderheit flohen seit vergangenem August aus Myanmar.

Die Schauspielerin Cate Blanchett (48) hat in den Rohingya-Flüchtlingslagern in Bangladesch mit eigenen Augen gesehen, welche Gefahr den Bewohnern in der Monsunzeit droht. "Mir war das Ausmaß bekannt, ich kannte die Zahlen", sagte die Australierin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

"Aber dann steht man am höchsten Punkt des Kutupalong-Camps und, so weit das Auge reicht, stehen diese sehr instabilen Behausungen auf einem gerodeten Hügel nach dem andern und warten auf den Regen, um hinab zu rutschen und in einander zu krachen", hieß es weiter.

Sie sei darüber "fassungslos", dass sich Myanmars De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi nicht zu den Gräueltaten, die gegen  muslimische Rohingya in ihrem Land verübt werden, ausgesprochen habe. 

Die zweifache Oscar-Preisträgerin ("Aviator" und "Blue Jasmine") hatte als Sonderbotschafterin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mehrere Tage in den Lagern verbracht. Sie warnte mit Blick auf die bevorstehende Monsunzeit vor einer "programmierten Katastrophe" und rief zur Unterstützung der Hilfsorganisationen auf.

Fast 700.000 Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya flohen seit vergangenem August vor Gewalt des Militärs aus Myanmar in das Nachbarland Bangladesch. Sie leben zusammen mit etwa 300 000 zuvor geflüchteten Rohingya im südlichen Bezirk Cox's Bazar, auf engem Raum unter schlimmen Bedingungen. Kutupalong ist lauf UNHCR inzwischen das am dichtesten besiedelte Flüchtlingslager der Welt.

Der Monsun bringt jedes Jahr heftigen Regen und starken Wind nach Südasien. Im armen, extrem dicht besiedelten Bangladesch verursacht er oft zahlreiche Todesfälle. Die Monsunzeit dauert in der Regel von Juni bis September, aber bereits im April kann es zu ersten Regenfällen kommen.