Böse Buben: Die größten Herzensbrecher

SURFER DUDE
Foto: BPA / Action Press / picturedesk.com   

Vom Rebell bis zum Zyniker: Welchen bösen Buben auch erfolgreiche Herzensbrecher sind.

Matthew McConaughey ist wieder da. Im Kino, wo in drei Wochen sein neuer Film "Gold" anläuft. Und in den Schlagzeilen, weil der eigentlich seit zehn Jahren geläuterte Frauenheld  angeblich schon wieder ein schlimmer Junge war. Der perfekte Zeitpunkt für einen Blick auf die bösesten Buben und rücksichtslosesten Herzensbrecher in der Welt der Superstars – also jene Männer, denen alle Frauenherzen zufliegen.

 

Typ 1: Der Rebell

James Dean Retrospective Foto: Sunset Box/Allpix/laif Faszinierend schillernd: Sie können draufgängerisch sein und charmant, sensibel und jähzornig. Was sie sicher nie tun: sich langweilig an Regeln halten. Das verspricht vielleicht keine Beziehung bis ins Pensionsalter – aber einen abenteuerlichen Trip. Und es bleibt ja immer die Hoffnung: "Für mich wird er sich ändern." Colin Farrell,  James Dean, Steve McQueen, Johnny Depp Shia LeBeouf und Matthew McConaughey zählten und zählen zu dieser Kategorie.

Colin Farrell Foto: Jordan Strauss/Invision/AP

Sind sie der Fels in der Brandung, auf dem eine Frau sicher vor den Widrigkeiten der Welt ein ruhiges Eheleben führen kann? Nein, eher sind sie selbst die Brandung. Und gerade das, eine unberechenbare Leidenschaft, macht die Rebellen, die romantischen Outlaws wohl so attraktiv.

STEVE McQUEEN PORTRAIT = Foto: Ronald Grant Archive / Mary Evans / picturedesk.com Manchmal charmant, manchmal düster und grüblerisch – aber immer ausgesprochen selbstverliebt. "Ich bin anders, ich nehme keine Rücksicht auf Konventionen", scheinen sie mit jeder Faser ihres Körpers zu sagen. Und wirken dadurch tatsächlich oft cooler als der Rest. Sogar wenn sie einen Ordnungshüter spielen wie Steve McQueen als Lieutenant "Bullitt" in seinem 1968er Ford Mustang GT bleiben sie verwegen "anders". Als er 1972 wegen alkoholisierten Fahrens verhaftet wurde, machte er ganz locker das Victory-Zeichen auf dem Polizeifoto. Eine Scheißmichnichts-Ausstrahlung, der sich Lauren Hutten ebenso wenig entziehen konnte wie Ali McGraw oder Barbara Leigh. Die Liebe zu schnellen Autos hatte McQueen mit James Dean, quasi der Mutter aller Rebellen, gemeinsam. Während Deans Gewaltausbrüche als schöne Tradition von Hollywoods enfant terrible Shia LeBeouf fortgeführt werden. Das Auto eines unliebsamen Nachbarn rammte er schon mal von der Straße, dazu kommen Bar-Prügeleien, ungebührliches Verhalten bei Theaterbesuchen und an die strengen US-Rauchverbote hält er sich sowieso nicht. Gut, das Problem hatte James Dean noch gar nicht. Schöne Frauen wie Megan Fox, Isabel Lucas und Mia Goth lieben ihn trotzdem. Oder gerade deswegen?

Shia LaBeouf Foto: Chris Pizzello/Invision/AP Matthew McConaughey zählte in den 00ern zur Top-Liga in dieser Kategorie. Verantwortung? Nein danke. Lieber Partys, Drogen, schöne Frauen. Penélope Cruz, Ashley Judd, Sandra Bullock, Janet Jackson, Patricia Arquette, Renée Zellweger – die Liste ist endlos. Bis er seine jetzige Frau Camila Alves kennenlernte. Und sich aufs Schauspielen konzentrierte. Was ihm immerhin einen Oscar eingebracht hat. Und uns die großartige erste Staffel von "True Detective". Im Vorjahr dann plötzlich das Gerücht um eine Affäre mit Naomi Watts. Wollte er es nach zehn Jahren als braver, hart arbeitender Familienvater noch einmal wissen? Nein, die aufgetauchten Liebesbriefe waren Teil einer Backstory für einen gemeinsamen Film, sagt er unschuldig. Und man will ihm einfach glauben ...

Typ 2: Der Gangster

Jan 1 2011 FRANK SINATRA SMP 1961 PUBLICATIONxINxG Foto: imago/ZUMA Press/imago stock&people

Selbstbewusst, stark,  mit der Lässigkeit eines gefährlichen Raubtieres: Sie waren an Orten, die wir nie kennenlernen werden und haben Dinge gemacht, die wir nicht wissen wollen. Zumindest vermitteln sie gekonnt dieses Image. Und geben ihren Partnerinnen dennoch oder gerade deshalb das Gefühl, dass ihnen nichts passieren kann, so lange der „Gangster“ sie liebt. Was allerdings oft nicht allzu lange der Fall ist.   Jay Z,  A$AP Rocky,  Lil Wayne  sind die neuen, gröberen Stars dieser Kategorie. Männer wie  Alain Delon und  Frank Sinatra waren die alten, eleganteren.

Sein Taufpate war Mafia-Boss Willie Moretti – und obwohl Frank Sinatra immer direkte Verbindungen zu den Geschäften der „Familie“ bestritt, spielte er doch ganz gerne mit diversen Klischees der Unterwelt. Las Vegas, Glücksspiel, Tänzerinnen  und leichte Damen – eine Welt, in der er sich mit natürlicher Grazie und Autorität bewegte. Fünf Jahrzehnte stand Sinatra unter Beobachtung des FBI, seiner Anziehungskraft auf Frauen schadete das in keiner Weise. Eher im Gegenteil. Ava Gardner, Lauren Bacall, Mia Farrow ... „Man brauchte ihn nur anzusehen, zu beobachten wie er sich bewegte, um zu wissen, dass er ein besserer Liebhaber als alle anderen war“, schrieb seine letzte Frau Barbara Sinatra. 

MELODIE EN SOUS-SOL Foto: Alain Adler / Roger Viollet / picturedesk.com Und tatsächlich ist es auch die Anmut eines Panthers, eine unerschütterliche Selbstsicherheit, die Alain Delon auszeichnet.  Und die Faszination einer latenten Gefahr, in die man sich begibt, wenn man sich mit ihm einlässt.  Trotzdem können es manche nicht lassen. So wie Bungee-Jumpen oder Achterbahnfahren. Delon wurden Verbindungen zur korsischen Mafia nachgesagt, angeblich war er in  Erpressungsfälle und einen Mord verwickelt. Romy Schneider liebte ihn dennoch bis an ihr Lebensende. So wie Nico,  Mireille Darc ...

JAY-Z performs in Sunrise Foto: Storms Media Group/Bulls Press Das Gangster-Image ist inzwischen beinahe exklusiv in der Hand der Hip-Hop-Stars. Jay Z, heute der erfolgreichste Geschäftsmann der Popwelt, hielt nie mit seiner Vergangenheit als Drogendealer – diverse Schusswechsel inklusive – hinterm Berg.  Gerade dieser Teil seiner Bio trug zu seinem Erfolg bei. Auch Jungstar A$AP Rocky kann  schon auf ein bewegtes Leben im Drogen-Milieu zurückblicken. Heute gilt er als einer der heißesten Jungs der Szene, Iggy Azalea, Rita Ora, Rihanna könnten ein Lied davon singen. Auch davon, dass er nicht allzu zimperlich mit seinen Ex-Girlfriends umgeht ...

Raf Simons - Front Row - NYFW: Men's Foto: Jared Siskin/Patrick McMullan via Getty Image/Getty Images

Typ 3: Der Zyniker

Richard Burton Foto: 91050 / United Archives / picturedesk.com Mind over Matter: Mann kann, muss aber nicht unbedingt schön sein. Ein Draufgänger muss er auch nicht unbedingt sein. Oft reichten Intelligenz und Talent, um ihn zu etwas Besonderem zu machen. Und wie in den Fällen zuvor ist es das Besondere, das Frauen anzieht. An Männer Richard Burton, Serge Gainsbourg,  Jean-Paul Sartre, Charles Bukowski,  incent Gallo,  Dirk Stermann

"Schönste Frau der Welt? Sie hat ein Doppelkinn und kurze Beine“, sagte Richard Burton, als ein Interviewer den Frischvermählten auf seine Ehefrau, Superstar Elizabeth Taylor, ansprach.  Ganz nach dem Motto: Alles, nur nicht nett. Trotzdem liebte sie ihn.  So wie die angeblich 2.500 Geliebten des Mimen. Aber Achtung, nicht einfach nachmachen, meine Herren! Bissig sein allein wird nicht reichen – Burton war ein begnadeter Schauspieler, hoch intelligent und charismatisch. Das hilft schon auch ein wenig. Es zeigt aber auch, dass nicht jeder ein muskelbepackter Rebell oder geheimnisvoller Gangster sein muss, um auf Frauen zu wirken.

Jean-Paul Sartre Foto: ullstein - ullstein bild / Ullstein Bild / picturedesk.com Jean Paul Sartre, nur 153 cm groß und nicht gerade das Sinnbild eines männlichen Verführers, hatte eine wahre Legion an Geliebten. Auch dank der Hilfe seiner Langzeitpartnerin Simone de Beauvoir. Wie die Schöne selbst dem Biest verfallen ist? Ihre Abschlussarbeit an der Sorbonne war die zweitbeste der gesamten Uni. Sartre schrieb die beste.  Er wurde ihr Liebhaber, sie beschloss ihn in ALLEN Angelegenheiten zu unterstützen.

Serge Gainsbourg (1928-1991), French singer-songwr Foto: Patrick Ullmann / Roger Viollet / picturedesk.com Auch ein Serge Gainsbourg war nicht bekannt für seine liebevolle Art und Charles Bukowskis raubeiniger Charme gepaart mit seinem literarischen Talent trieb exzentrische, schöne und intelligente Frauen in seine Arme.

Charles Bukowski on "Apostrophes"  French Talk Sho Foto: Ulf Andersen/Getty Images

Dass es ein Rassist und Menschenverächter wie Vincent Gallo schafft, mit künstlerischem Anspruch zu punkten und etwa Schauspielerin Chloë Sevigny dazu bringt, ihm vor laufender Kamera pornografisch zu Diensten zu sein („The Brown Bunny“, 2003), ist die dunkle Seite dieses Kapitels.

Vincent Gallo Backstage at Central Park SummerStag Foto: FilmMagic/Debra L Rothenberg/Getty Images

Dass Intelligenz und eine gute Portion Zynismus einen wie Dirk Stermann zum Sex-Symbol machen kann, die gute.

Dirk Stermann… Foto: Udo Leitner

(kurier "freizeit" am samstag) Erstellt am
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