Bettina und Christian Wulff trennen sich

Die Ehe des ehemaligen First Couple Deutschlands ist am Ende.

Erst die van der Vaarts, jetzt die Wulffs. Die Ehe von Ex-Bundespräsident Christian Wulff und seiner zweiten Frau Bettina ist am Ende, wie die Bild Zeitung berichtet.

Laut Bild ist der Politiker, 53, bereits vor einer Woche aus dem gemeinsamen Haus in Großburgwedel ausgezogen und soll nun in Hannover in einer Wohnung leben.

Die beiden haben bereits eine Trennungsvereinbarung unterzeichnet, so Medien. Bettina Wulff soll mit ihren beiden Söhnen (Linus, 4, Leander, 9) bis auf Weiteres im gemeinsamen Haus in Großburgwedel (Niedersachsen) wohnen. Mit Rücksicht auf die Kinder sei die räumliche Trennung vereinbart worden.

Bettina Wulff hatte bereits im September in ihrem Buch "Jenseits des Protokolls" über Eheprobleme berichtet. Sie und ihr Mann hätten deshalb therapeutische Hilfe in Anspruch genommen.

Er trennt sich für Bettina

Der ehemalige Bundespräsident Chanstian Wulff begrüßt ntag (10.09.2012) auf dem Fdem Flughafen in Hannover Langenhagen seine Frau Bettina Wulff, die nach ihrem Besuch der Paralympics aus London ankommt. Ihr..Buch «Jenseits dos Protokolls» ireinzereizereit Foto: dpa Für Bettina, 39, trennte er sich von seiner ersten Ehefrau Christiane, mit der er 18 Jahre lang zusammen war. 2008 feierte der Politiker dann seine zweite Hochzeit. Die PR-Beraterin brachte einen Sohn aus einer vorherigen Beziehung mit in die Ehe. 2008 kam ihr gemeinsamer Sohn Linus zur Welt. Für beide habe das Wohl der Kinder absoluten Vorrang, so das Noch-Ehepaar.

Das Image bröckelt

Der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident war 2010 zum deutschen Staatsoberhaupt gewählt worden. Die Wulffs galten zunächst als Traumpaar der deutschen Politik und brachten frischen Wind nach Schloss Bellevue. Beide ließen sich von den Medien willig als neues Glamour-Paar der Republik darstellen. Bettina Wulff genoss ihre Rolle als First Lady noch demonstrativer als einige ihrer Vorgängerinnen, unter anderem mit gesponserter Luxusgarderobe und privaten Fotostrecken. Nach einigen Monaten im Präsidentenamt, begann ihr Image allerdings zu bröckeln.

dapdARCHIV: Bundespraesident Christian Wulff greift in der Pyramidenanlage Teotihuacan in Mexiko vor der Mondpyramide nach seinem Hut (Foto vom 01.05.11). Wulff hat noch mehr private Ferienaufenthalte bei befreundeten Unternehmern verbracht als bisher bek Foto: ap Nachdem Christian Wulff wegen den Affären um einen günstigen Hauskredit und kostenlosen Urlauben bei befreundeten Unternehmern während seiner Amtszeit als Ministerpräsident in die Schlagzeilen geraten war, trat er am 17. Februar 2012 zurück.

Stattliche Pension

Die Geldprobleme, die Wulff nach der ersten Scheidung plagten, hat er nun nicht mehr: Seine lebenslange Jahrespension beträgt 200.000 Euro brutto plus Dienstwagen mit Fahrer. Dass der unmittelbare Anlass für die Trennung Bettina Wulffs Nähe ausgerechnet zu einem „hochrangigen Bild-Mann“ sein soll, gilt als infames Gerücht in Berlin – auch schon seit einem Monat. Christian Wulff hatte bei Bild wütend interveniert, damit sein Hauskredit nicht an die Öffentlichkeit kommt. Auch das brachte ihn schließlich um seinen Ruf und sein Amt.

Bettina Wulff - vom Liebkind zur Buh-Frau

Einst war sie das Liebkind der deutschen Presse. Christian Wulff habe es nur durch sie, der sympathischen PR-Beraterin, zum Bundespräsidenten geschafft, so Medien anfangs. Heute kann Bettina Wulff nicht mehr auf viel Gegenliebe hoffen. Das hat sie vor allem ihrem Buch zu verdanken. "Jenseits des Protokolls" heißt der Enthüllungsschmöker der 39-Jährigen, der ihr viel Kritik und Spott einbrachte. Abrechnen wollte sie doch eigentlich nur mit den vielen Gerüchten um die Wulffs. Geworden ist es eine Demontage ihres guten Image. Als die junge First Lady Deutschlands 2010 in die Präsidentenvilla nach Schloss Bellevue zog, war man noch voll des Lobes für die lebhafte Blondine. Das Traumpaar der deutschen Politik gab sich jugendlich frisch und aufgeschlossen - nicht alltäglich für ein Bundespräsidentenpaar - die Presse jubelte. Die Liebe von Christian und Bettina gab viel Stoff um Zeitungen zu füllen. Nach 18 Jahren Ehe hatte sich der eher bieder wirkende Wulff von seiner ersten Frau Christiane getrennt, um mit Bettina Körner zusammenzusein. Die um 14 Jahre jüngere PR-Beraterin peppte ihren Christian ab 2006 gehörig auf. Neue Anzüge, neue Frisur - und schon klappte es 2008 mit dem Job als Ministerpräsident Niedersachsens. Sie selbst gab die lockere Powerfrau. Die Hannoveranerin studierte Medienmanagement und angewandte Medienwissenschaften - allerdings ohne Abschluss. 2003 brachte sie ihren ersten Sohn zur Welt. Vom Vater des Kindes, mit dem sie nicht verheiratet war, trennte sie sich. Sie arbeitete als Pressereferentin für den Autozulieferer Continental AG bevor sie Wulff kennenlernte. Viele sehen in ihr die "Macherin" von Christian Wulff. Sogar bis zum First Couple Deutschlands schaffte es das Paar. Doch mit der Affäre um einen sehr günstig erhaltenen Kredit bei einem privaten Hauskauf wurden die Wulffs zusehens mit Negativschlagzeilen konfrontiert. Christian Wulff trat schließlich zurück, in Sachen Medienschelte kehrte aber dennoch keine Ruhe ein. Bettina Wulff wurde erneut mit dem kursierenden Gerücht konfrontiert, sie habe vor ihrer Ehe mit Wulff im Rotlichtmilieu gearbeitet. Gegen Günther Jauch und Google brachte sie deswegen Klagen ein, Google löschte daraufhin acht Suchresultate aufgrund falscher Tatsachenbehauptungen. Im Herbst 2012 veröffentlichte sie schließlich ihr Enthüllungsbuch, das ihr Image nachhaltig zerstörte. Die große Mehrheit der Deutschen hat kein Mitleid mit Bettina Wulff. 80 Prozent der Befragten fühlen nicht mit der ehemaligen First Lady mit, ergab eine Umfrage der Zeitung Bild am Sonntag. Zudem halten viele Menschen die 39-Jährige für unglaubwürdig: Wulffs Aussage, sie sei in die Rolle der Präsidentengattin gedrängt worden, nehmen ihr fast zwei Drittel der Befragten nicht ab. Schon im Buch distanziert sie sich stark von ihrem Noch-Mann. Jeder Zweite meint, dass Bettina Wulff ihrem Mann Christian mit ihrem Buch "Jenseits des Protokolls" geschadet hat. Wohl nicht nur ihm: "Ich habe bei Männern kein festes Beuteschema", heißt es etwa in dem Buch. Der Gang in die Öffentlichkeit kann als Eigentor gewertet werden. Die PR-Lady ist offenbar doch kein Vollprofi in Sachen Öffentlichkeitsarbeit wie zunächst angenommen. Jetzt wird spannend, wie sich die Sympathien der Deutschen (und der Bild Zeitung) für die beiden nach ihrer Trennung entwickeln. Und ob Frau Wullf erneut um Mitleid bettelt.
Kommentar

Eitle Liebe

Autorenbilder (48)
Foto: KURIER

Zu schön“, hieß es, war Ex-First-Lady Bettina Wulff für den (optisch) eher unscheinbaren Christian. Wär’s nur dabei geblieben. Am Ende war das, was Madame ihrem Mann als Dessert zu dessen persönlichen Karriere-Super-Gau servierte, alles, nur nicht hübsch. Im Gegenteil. Rund um die Veröffentlichung ihres Buchs „Jenseits des Protokolls“ (Startauflage 100.000, im September 2012 erschienen) wurde die herbe Blonde nicht müde, ihren Mann öffentlich zu desavouieren (ganz nebenbei gab sie bekannt, dass es in der Küche der Dienstvilla des Präsidenten keine! Dunstabzugshaube! gab. Heaven!“) Sie kritisierte sein Krisenmanagement genauso wie seine Ansprüche an sie, die First Lady. Ihr Mann habe sie in eine Rolle gedrängt, jammerte sie publicityträchtig. Och.

Nicht nur auf Amazon handelte sie sich dafür jede Menge Häme ein, man warf ihr Selbstverliebtheit vor – etwa so lauteten die O-Töne des Bettina-Bashings: „Seite für Seite wird einem das belanglose und selbstverliebte Gejammer einer verwöhnten Göre präsentiert. Das knappe Geld reicht nicht zum Leben, der Ehemann hat wenig Zeit und ist nie da, die Doppelbelastung zwischen Beruf (als First Lady) und Kindern ist enorm, und, und, und.“ Auch die Paartherapie, die beide angeblich besuchten, um die Ehe zu retten, wurde breit getreten. Medienwissenschaftler kritisierten Bettinas Zicken-Gehabe als „PR-Posse“, um ihr larmoyantes Geschreibsel zu verkaufen.

Dass die beiden jetzt auseinander gehen, erscheint also nur logisch. First Ladies haben in der Regel dezent im Hintergrund zu agieren, doch Bettina Wulff übte sich nie in großer Bescheidenheit. Ganz im Gegenteil. Es schien, als würde sie daran leiden, was Psychologen gerne mit „narzisstischer Liebe“ umschreiben: Man begehrt, wovon man sich persönlichen Zugewinn erwartet. So eine Liebe ist eitel und selbstsüchtig – im Fokus steht stets der eigene Vorteil. Bettina Wulff hat ihre Show bis zum bitteren Ende durchgezogen. Wäre nett, wenn wenigstens die Trennung ohne ihre Betroffenheits-Wortmeldungen über die Bühne gingen. Alleine der Söhne wegen.

(KURIER / mich, Reinhard Frauscher) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?