Schauspieler und Kabarettist Ciro De Luca

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Stars Austropromis
08/21/2021

Warum Ciro De Luca gerne Ministerin Elisabeth Köstinger coachen würde

Der Schauspieler ist auch Körpersprache-Experte. Gerade viele Politiker würden "das Rollenbild schwach erfüllen".

von Lisa Trompisch

Wenn Ciro De Luca (50) den Gastgarten des Innenstadt-Italieners „Regina Margherita“ betritt, schallt ihm schon von Weitem ein freundliches „Ciao! Come stai?“ (Hallo, wie geht’s?) entgegen, denn die Gastronomiefamilie Barbaro kommt auch aus Neapel, genau wie De Luca. „Man ist wie Familie, einander sehr zugetan“, lacht der Schauspieler, Kabarettist und Körpersprache-Experte.

Molcho als Mentor

Seit elf Jahren beschäftigt er sich nämlich professionell damit. Einer seiner Mentoren war niemand geringerer als der weltberühmte Pantomime Samy Molcho. De Luca vergleicht das auch mit dem Erarbeiten einer Rolle, was man eben darstellen möchte und er hat sogar ein Buch darüber geschrieben („Body Language – 10 Gebote der Körpersprache“; Echomedia; 17,60 Euro)

„Professionalität hat mit Vorbereitung zu tun und genauso ist es mit der Körpersprache. Wir können die Signale, die aus uns ganz tief drinnen kommen, fast nicht steuern. Es passieren uns die Dinge, denn die Körpersprache ist der Ausdruck der inneren Befindlichkeit, nichts Anderes. So wie ich mich gerade fühle. Wenn man sie trainiert und dann auch kontrollieren kann, dann kann man das auch richtig einsetzen“, meint er.

Potenzial bei Köstinger

Vor allem auch viele Politiker würden „das Rollenbild nur schwach erfüllen“. Und wenn er es sich aussuchen könnte, dann würde er gerne Ministerin Elisabeth Köstinger coachen, denn bei ihr sieht er, wie er andeutet, Luft nach oben.

„Sie ist in ihrer Rolle weniger Ministerin als Hörige. Und hörig zu sein einer Gruppe oder einer Person gegenüber, ist in dieser Situation, in der sie sich befindet, nach innen wahrscheinlich wichtig, nach außen setzt das aber Signale, die die Leute nicht wahrnehmen wollen oder die vielleicht auch völlig falsch rüberkommen. Und da ist, glaube ich, bei ihr ein großes Potenzial, das zu trainieren und wesentlich zu verbessern“, so der ehemalige Kabarett Simpl-Conférencier (von 2007 bis 2013).

Übrigens: Seine Mutter hat ihn beim Wunsch, Schauspieler zu werden, sehr unterstützt, allerdings unter einer Bedingung, nämlich: „Wenn ich im Burgtheater spiele oder im Simpl – und das hat ja irgendwie geklappt“, erzählt De Luca lachend.

Mit seiner Familie hat er jetzt eine Zeit lang in den USA gelebt, genauer gesagt in Arizona. „Erstens ist das Wetter dort sehr schön und zweitens konnten sich die Kinder (Leonardo und Giacomo) da echt entwickeln. Sozial, körperlich, einfach viel bewegen draußen, neue Kontakte, neue Sprache, neue Kultur. Das ist für Kinder so prägend und so schön und wir haben einfach gesagt, wir nützen den Lockdown und machen jetzt ein halbes Jahr Amerika.“

Neue Projekte

Genützt hat er das auch beruflich, denn durch Zufall hat er bei einem Boxkampf einen Filmproduzenten kennengelernt. Ein gemeinsames Projekt ist im Entstehen. „Es geht um ein Wiener Thema, und zwar um den Leo Trotzki ( 1940), der hier die russische Revolution vorbereitet hat. Und es wird mit ziemlicher Sicherheit in Wien gedreht“, verrät er schon ein bisschen mehr darüber.

Und mit einem Freund hat er gemeinsam ein Theaterstück geschrieben. „Über den Joseph Haydn. Die wenigsten wissen, dass er ohne Kopf begraben wurde, das ist eine spannende Kriminalgeschichte und die haben wir jetzt zu einer Komödie umgearbeitet.“Wenn man schon einmal einen Körpersprache-Experten vor sich sitzen hat – , noch dazu einen italienischen –, dann muss man ja fast nach der für Italiener so typischen Handbewegung fragen, was die denn nun wirklich bedeutet.

„Das heißt: Sag mir dein Argument. Dimmi! – Sag es endlich, was ist es? Diese Fingerspitzen zusammen nach oben gedreht, ist eigentlich eine Zuspitzung eines Arguments“, grinst De Luca.

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