Der deutsche Produzent und Regisseur Michael Simon de Normier

© Kurier/Gilbert Novy

Herrlich ehrlich
11/07/2021

Die Beethoven-Frage - war der berühmte Komponist schwarz?

Produzent Michael Simon de Normier will klären, ob Beethoven afrikanische Wurzeln hatte – ein Gespräch über Ausgrabung & Kritik.

von Lisa Trompisch

"Wem sah er wohl ähnlicher? Ihnen oder mir?“ – mit einem Youtube-Video, gerichtet an Wiens Bürgermeister Michael Ludwig, nahm sich Entertainer Roberto Blanco der immer mal wieder heißdiskutierten These, Ludwig van Beethoven hätte afrikanische Wurzeln, an.

Initiator ist aber der deutsche Produzent Michael Simon de Normier („Der Vorleser“), der sich immer schon für das bewegte Leben des berühmten Komponisten interessiert hat.

„Ich glaube, jeder findet auch seinen Beethoven für sich. Nicht nur in der Musik, auch in seinem Wesen. Es ist ja durchaus bekannt, dass Beethoven nicht ganz einfach war, was mit der Taubheit erklärt wird, aber vielleicht gibt es da auch noch eine andere Geschichte“, so der Filmemacher in der Sendung „Herrlich ehrlich – Menschen hautnah“.

Das ganze Interview:

Er konnte aber nicht nur Blanco für diese „Beethoven war schwarz“-These begeistern, sondern auch den renommierten Historiker und Genealogen Ralf Jahn, den vor allem auch interessieren würde, ob denn überhaupt Schädel und Skelett in Beethovens zweiter Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof (er wurde ja 1888 umgebettet) zusammenpassen.

Eine Graböffnung könnte all diese Rätsel lösen. Aus dem Wiener Rathaus hörte man bis dato nicht all zu viel, nur, dass man sich gerne einmal mit Roberto Blanco treffen würde. Nachsatz: Es gäbe ja im „Beethoven Research Center“ in Kalifornien einen Schädelknochen, man könne doch den untersuchen. Nur, niemand weiß, ob dieser denn auch tatsächlich vom Komponisten stammt.

Und nicht alle sind mit der Vermutung, dass der „Spagnol“ („der Spanier“, so wurde Beethoven gerne genannt) afrikanische Wurzeln hatte, glücklich. Es gibt auch viele Drohungen.

„Für mich als Rheinländer ist es ganz selbstverständlich, dass Menschen aus aller Herren Länder bei uns zu Gast waren. Als Kinder haben wir uns nie darüber gewundert. Und jetzt gibt es Leute, die haben Angst, dass man ihnen etwas wegnimmt“, so de Normier, der auch rassistischen Anfeindungen gegenüber Roberto Blanco immer wieder versucht, einen Riegel vorzuschieben.

Wie heißt es doch so schön in der 9. Sinfonie: „Alle Menschen werden Brüder“. „Meine Tochter sagt genau das. Das ist Beethoven für sie: Der Frieden. Und sie ist sechs. Sie hat das schon verstanden und ich hoffe, dass andere Leute da auch noch mitgehen können, die jetzt noch skeptisch sind.“

Was es braucht, um das Grab öffnen zu dürfen, und warum es so große Zweifel am vermeintlichen Beethoven-Schädelstück in den USA gibt, sehen Sie im Video oben.

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