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Von der Humanbiologie zum Kabarett: Der ungewöhnliche Weg von Sonja Pikart

Das neue Programm „Stark“ der „Salzburger Stier“-Preisträgerin startet am 23. September.
Eine Frau mit kurzem Haar und beigem Oberteil sitzt vor einem türkisfarbenen Hintergrund.

Ihre Diplomarbeit schrieb die studierte Humanbiologin Sonja Pikart (41) über die Detektion von ADAM-Proteinen in humanen Hirntumoren. „Ich war auch bei meiner Diplomarbeit immer ganz alleine mit meinem Geigerzähler im Radioaktiv-Labor“, erzählt sie lachend in der KURIER TV-Sendung „Herrlich ehrlich – Menschen hautnah“. Das habe sie zwar fasziniert, aber sie hat auch gemerkt, dass die Forschung langfristig eher nichts für sie ist.

Das ganze Interview

2009 kam sie nach Wien und studierte Schauspiel – sie hat nebenbei immer schon „hobbymäßig getanzt und gesungen.“ Für ihre Eltern war diese Entscheidung anfangs eher „schwierig“, aber danach sei auch das Verständnis dafür gewachsen, wie die gebürtige Deutsche erzählt.

Zum Kabarett kam sie eher durch Zufall, viel mehr sogar aus Langeweile. „Ich war damals arbeitslose Schauspielerin, wie das eben häufig so ist“, so Pikart schmunzelnd. Zwischen ihren Kellnerinnen-Doppelschichten hat sie begonnen, fast wie eine Art Tagebuch, lustige Begebenheiten zu notieren.

 

„Und daraus sind dann Texte entstanden, wo ich dachte, die müssten eigentlich einmal auf eine Bühne. Interessanterweise war das Wort Kabarett aber überhaupt nicht in meinem Kopf. Dann hab’ ich von einem Wettbewerb im Theater am Alsergrund erfahren und hab’ gedacht: Na ja, melde dich doch einfach mal an, was hast du zu verlieren? Und den habe ich gewonnen.“

Und das sollte nicht der einzige Preis bleiben, viele weitere folgten und jüngst auch der „Salzburger Stier“. „Das war wild, das war aufregend! Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet.“ Es sei schön, auch von der Branche Anerkennung zu bekommen.

Stark

Am 23. September feiert ihr mittlerweile fünftes Programm im Kabarett Niedermeier Premiere. „Stark“ heißt es und geht eigentlich aber auch viel um Schwächen, wie sie erzählt. Sie habe das Gefühl, dass Stärke gerade ein ganz großes Thema sei und viele Menschen damit beschäftigt seien, sich stark zu inszenieren.

„Da habe ich mich dann gefragt, was bedeutet das eigentlich? Was ist überhaupt Stärke und wofür vor allem wollen wir stark sein? Es ist so eine Art Selbstläufer geworden, dass wir uns total als stark darstellen wollen, aber was machen wir dann eigentlich mit dieser Stärke? Bringt die irgendjemandem was außer der Selbstinszenierung? Und in diesem Themenkomplex bewege ich mich dann.“

Zwei Frauen sitzen in roten Sesseln und sprechen in einem TV-Studio.

KURIER-Redakteurin Lisa Trompisch im Gespräch mit Sonja Pikart

Sie selbst definiert Stärke vor allem als etwas, „das zwischen Menschen passiert. Ich glaube, dass man als Individuum nur bis zu einem gewissen Punkt stark sein kann. Darüber hinaus entwickelt sich eine gemeinschaftliche Stärke in einer Familie, in einer Gemeinschaft von Menschen, in Freundschaften. Und ich glaube, das ist so eine Form von Stärke, auf die man sich mehr besinnen sollte. Und ich glaube, Stärke ist auch, dass man Schwäche zulassen kann. Dass man selber schwach sein kann, dass andere schwach sein können und dass man sich Mühe gibt, selbst stark zu sein, um anderen auch zu helfen, wieder klarzukommen.“

Worauf Sonja Pikart in Wien verzichten könnte (sie mag aber den Wiener Schmäh mittlerweile auch sehr gerne), wie sie mit Kritik umgeht, wie wichtig Social Media ist, worauf sie sich beruflich freut und noch viel mehr sehen Sie im Video oben.

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