Thomas Forstner performte 1989 „Nur ein Lied“

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Stars Austropromis
05/15/2019

Song Contest: Was man nicht im TV sah

Die lustigsten Hoppalas und Anekdoten, an die sich Thomas Forstner, Marianne Mendt, Alf Poier, Waterloo und Co. erinnern.

von Lisa Trompisch, Stefanie Weichselbaum, Dieter Chmelar

Vom Strumpfhosen-Desaster bis zur Rutschpartie – nicht immer ging alles glatt, davon können die ehemaligen österreichischen Song-Contest-Teilnehmer ein Lied singen.

1971 sang Marianne Mendt in Dublin „Musik“ – Platz 16 von 18

1971 schickte man die damals 25-jährige Marianne Mendt  nach Dublin, wo sie das erste Mal Austern speiste. „Und das gleich in hohem Maße, also gut zwei Dutzend. Müßig, dazuzusagen, dass mir drei Tage schlecht war“, erzählt sie dem KURIER. Nur zu dritt reisten sie damals an. Im Vergleich, die Deutschen mit Katja Ebstein kamen mit eigenem TV-Team und 30 Leuten im Sonderflieger. „Mein Nachteil war, dass das gute, fetzige Lied der damaligen Zeit weit voraus war und dass ich Startnummer 1 hatte“, so Mendt über ihren 16. Platz.

Waterloo & Robinson kamen mit „My Little World“ 1976 auf Platz 5

1976 trällerten sich Waterloo & Robinson mit „My Little World“ auf Platz 5. Vor kurzem hat sich ein Professor aus Wyoming (USA) bei Waterloo gemeldet. „Er hat mir erzählt, dass er seinen Schülern dieses Lied beibringt. Das ist schön zu hören, nach all dieser Zeit.“

Mit Michael Scheickl trat Elisabeth Engstler als Duo „Mess“ auf

1982 riss kurz vor ihrem Auftritt die Strumpfhose von Elisabeth Engstler. Eine englische Kollegin lieh ihr kurzerhand ihre Ersatzstrumpfhose und mit der wurde Engstler in Harrogate (Grafschaft North Yorkshire) dann sogar zur „Miss Lovely Legs“ gewählt. „Die späte ,Revanche’ dafür,  dass man in meiner Kindheit immer meine X-Beine bekrittelt hat“, lacht sie. Mit dem Lied "Sonntag" erreichte sie Platz 9.

1989 (5.) und 1991 (22./Letzter) war Thomas Forstner dabei

Ziemlich rutschig wurde es 1989 für Thomas Forstner („Nur ein Lied“) in Lausanne. Seine neuen Stiefeln mit Ledersohle wurden von einem Assistenten kurz vor dem Auftritt mit Haarspray behandelt, damit eigentlich nix schlittert, aber: „Der Boden war dann glatt wie eine Eisfläche und ich bin in die Grätsche gerutscht. Das war zum Glück noch im Off, aber bei den ersten Schritten habe ich ausgesehen wie ein 80-Jähriger. Und dann habe ich Angst gehabt, dass der Text weg ist. Der ist mir auch erst beim Einsatz wieder eingefallen. Das hat mich ein bisschen aus der Bahn geworfen“, so Forstner. Es wurde ein guter 5. Platz.

Tony Wegas war 1992 in Schweden (10.) und 1993 in Irland (14.) dabei

Tony Wegas hat 1992 („Zusammen geh’n“) die Zeit in Stockholm auch für Party genutzt. „Nach jeder Probe sind wir drei – zwei Begleitmusiker und  ich – sofort losgezogen in die Lokale der Stadt und haben dort unseren spanischen Schmäh zelebriert – so auf Gypsie Kings mit ,Bamboleo‘. Die Schwedinnen sind nur so dahingeschmolzen. Es gab durchaus Erfolge bei der Damenwelt – lass es mich so formulieren, ich habe meine Chancen genutzt. Die kühlen nordländischen Blondinen sind voll abgefahren auf unser südländisches Temperament. Dieter Bohlen, der Komponist unseres Liedes, hat jedes Mal, wenn wir aufgebrochen sind, ein Schnoferl gezogen. Der hat geglaubt, wir proben Tag und Nacht. So eine Spaßbremse! Unvorstellbar für mich, dass man mit so viel Geld so genussunfähig sein kann“, lacht er.

2003 war Alf Poier mit "Weil der Mensch zählt" dabei

"Anlässlich meines Song Contest Antrittes 2003 in Riga schlug man mir seitens des ORF vor, dem Bürgermeister von Riga als Gastgeschenk eine Weinrebe aus dem Weinland Österreich zu überreichen. Ich allerdings entschied mich für einen Ameisenhaufen, welchen ich dem Herrn Bürgermeister dann auch hochamtlich auf einem Silbertablett im Rathaus von Riga überreicht hab. Aber auch abseits dieser dadaistischen Geste war es mir eine Ehre, diese Veranstaltung geistig etwas andersfarbig zu lackieren, und mit meiner künstlerischen Gegenvehemenz ad absurdum zu führen."

Nathan Trent erreichte 2017 mit "Running On Air" den 16. Platz

"Es war aufregend in der Ukraine und ich war die ganze Zeit voll auf Arbeitsmodus. Die Proben sind ja wie am Fließband abgelaufen. Da war eine nach der anderen. Und ich hatte immer das Pech, dass meine meist um 8 Uhr in der Früh waren und das ja für die Stimme nicht so toll ist. Bei einer der ersten Proben ist der Mond umgekippt und ich wäre fast heruntergefallen."