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Jakob Seeböck: Für diese neue Rolle wird er zum Bösewicht

Der Schauspieler steht im Sommer auf der Theaterbühne und erzählt, welche praktischen Talente er sonst noch so hat.
Jakob Seeböck sitzt entspannt auf einem roten Stuhl im Park.

Seine Eltern Erika Mottl (84) und Herwig Seeböck (gestorben 2011) waren beide Schauspieler, trotzdem war dieser Weg für Jakob Seeböck nicht von Anfang an klar, wie er in der KURIER TV-Sendung „Herrlich ehrlich – Menschen hautnah“ erzählt.

Die ganze Sendung:

Herrlich ehrlich: Jakob Seeböck

„Wer möchte schon das machen, was die Eltern machen? Man möchte ja immer etwas Eigenes machen, aber ich bin halt schon sehr früh damit in Berührung gekommen.“ 

Doch im Laufe der Zeit sei einfach die Liebe dazu entstanden. „Man macht was, was einem Spaß macht, wird beklatscht und kriegt auch noch Geld dafür. Da hab’ ich gesagt: Okay, das klingt interessant, könnte ich mir gut vorstellen. Das war quasi der Anfang unter den Fittichen meiner Eltern.“

SOKO Kitzbühel

Ob auf der Bühne oder vor der Kamera, er fühlt sich überall zu Hause. 12 Jahre lang hat er in der beliebten Serie SOKO Kitzbühel den Kommissar Lukas Roither verkörpert (und dafür sogar eine KURIER-ROMY bekommen). Dass er da so lange dabei sein würde, hätte er sich nicht gedacht. 

„Es ist natürlich so, dass man mit einer Rolle nach so langer Zeit verhaftet ist. Es ist nachher umso schwieriger, andere Rollen zu spielen, weil die Leute sagen: Aber das ist doch der!“, erzählt er.

Seeböck ergatterte aber schnell nach dem SOKO-Kitzbühel-Aus (die Serie wurde 2021 eingestellt) eine Hauptrolle in „School of Champions“. „Mittlerweile reden mich die Leute auf der Straße auf die ,School of Champions’ an und nicht mehr auf SOKO Kitzbühel“, lacht er.

Zwei Personen sitzen sich in einem Studio auf roten Sesseln gegenüber und sprechen vor einer großen Leinwand.

Lisa Trompisch im "Herrlich ehrlich"-Talk mit Jakob Seeböck.

Im Sommer zieht es ihn wieder auf die Theaterbühne, und zwar bei den Sommerfestspielen in Perchtoldsdorf. Da übernimmt er eine royale, aber auch ziemlich finstere Rolle. Und zwar wird er Philipp II. von Spanien im Stück „Till Eulenspiegel – Wenn das Herz brennt“ (Premiere ist am 2. Juli) spielen.

Plakat zum Stück Till Eulenspiegel

Plakat zum Stück Till Eulenspiegel

Historisch gesehen war dieser König ein Symbol für Macht, Kontrolle und politische Härte. 

„Er war ein sehr getriebener, erzkatholischer Herrscher, der Tausende und Abertausende Menschen auf dem Gewissen hat. Er ist aber in seinem Leben auf keinem Schlachtfeld gestanden, sondern er hat vom Schreibtisch aus regiert. Auf Wienerisch hätte man gesagt, eine feige Sau, die sich nicht rausgetraut hat, aber doch sehr, sehr grausam ist“, so Seeböck, der auch erzählt, dass es einige heftige Szenen geben wird.

Aber er gibt auch gleich Entwarnung, dass es im Stück nicht nur um Grausamkeiten gehen wird. 

„Die Geschichte des Till Eulenspiegel ist ja eine über Jahrhunderte überlieferte Geschichte, die auch mit Späßen und lustigen Passagen zu tun hat. Aber meine Figur ist weniger lustig. Das ist der Gegenspieler, der dafür sorgt, dass die Freiheitskämpfer etwas zu tun haben“, so der Schauspieler, den solche dunklen Rollen besonders faszinieren.

Bösewichte

„Die Bösen machen viel mehr Spaß. Man kann erstens in seiner eigenen Psyche stöbern. Wo habe ich Parallelen? Wo kann ich mir vorstellen, ungefähr ein bisschen so zu sein? Es ist natürlich immer viel interessanter, von sich wegzugehen. Wenn ich jetzt den netten, sympathischen Menschen spiele, der ich hoffentlich bin, dann macht das nicht so viel Spaß wie zu sagen: Ich entferne mich jetzt ganz von mir selbst, und ich darf Dinge tun und Dinge sagen, die ich im Normalfall eben nicht sagen darf. Ich darf eineinhalb Stunden lang ein fieses Schwein sein und kriege auch noch Applaus dafür. Das macht irgendwie Spaß.“

Die Königsdisziplin ist aber die Komödie, denn diese „ist sehr schwer, weil es unfassbar viel mit Timing, Präzision, mit Partnerarbeit zu tun hat. Es ist schwieriger, Menschen zum Lachen zu bringen, als Menschen mit traurigen Inhalten zu berühren. Aber ich sag immer: wenn beides schlecht gespielt ist, funktioniert beides nicht.“

Häuslbauer

Seeböck kann bekanntlich schauspielern, er kann aber auch gut singen (das hat er auch bei der Puls4-Show ,The Masked Singer‘ 2021 als Gelse bewiesen), er spielt Schlagzeug – und er kann Häuser bauen, wie er erzählt. 

„Ich hab zum Beispiel die letzten Jahre ein Haus gebaut, ich bin handwerklich sehr begabt, nämlich wirklich mit allem. Jetzt bin ich im Garten angelangt, mit Mauern hochziehen und betonieren. Und das ist auch ein bissl ein Hobby von mir. Das Schöne daran ist, dass man nachher davorsteht und sagt, es ist vielleicht nicht perfekt, aber ich hab’s selbst gemacht“, so der Schauspieler. 

„Ich sag immer, ich mache einen Spagat. An einem Abend stehe ich irgendwo auf einem roten Teppich und am nächsten Tag knie ich in meinem Garten im Dreck. Aber es ist eine schöne Parabel über mein Leben.“

Am 14. September feiert er seinen 50. Geburtstag. „Ja, was soll ich dazu sagen? Das ist jetzt keine Leistung“, meint er lachend. „Eigentlich ist es mir egal. Andererseits denkt man sich dann: 50, wow. Ich bin sprachlos. Ich überlege mir noch, ob ich es groß feiere oder eher unter den Tisch fallen lasse.“

Was Jakob Seeböck seinem jüngeren Ich gerne sagen und welche Rollen er noch gerne spielen würde und noch viel mehr sehen Sie im Video oben.

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