INTERVIEW: REINHOLD MESSNER

Reinhold Messner

┬ę APA/EXPA/JOHANN GRODER / EXPA/JOHANN GRODER

Stars Austropromis
06/27/2020

Reinhold Messner erinnert sich an Tod seines Bruders vor 50 Jahren

"Es war der schlimmste Tag meines Lebens", sagt die Bergsteigerlegende nun in einem Interview.

Am 27. Juni 1970 wollten Reinhold Messner und sein Bruder G├╝nther (damals 24) zum Gipfel des Nanga Parbat (Achttausender im Westhimalaya) aufsteigen. F├╝r G├╝nther Messner endete dieses Vorhaben allerdings t├Âdlich.

50 Jahre danach erinnerst sich Bergsteigerlegende Reinhold Messner im "Bild"-Interview an den "schlimmsten Tag seines Lebens". So wollte Reinhold Messner eigentlich alleine zum Gipfel gehen und machte sich gegen zwei Uhr nachts auf den Weg. Kurz darauf folgte ihm allerdings G├╝nther nach und wollte ihn einholen. Da dieser bereits Anzeichen der H├Âhnkrankheit zeigte und Temperaturen von minus 30 Grad herrschten, beschlossen die Br├╝der den leichteren, ihnen aber unbekannten Abstieg ├╝ber die Diamir-Seite zu w├Ąhlen.

ÔÇ×Doch G├╝nther war nicht da. Gar nichts mehr da. Keine Spur, keine Ausr├╝stung, kein Bruder. Nur Eisbrocken und Schnee. Da war mir klar: Eine Lawine hat ihn erwischt. Ich habe einen Tag und eine Nacht wie ein weidwundes Tier nach ihm gesucht, gebr├╝llt. Ich bekam keine Antwort. Es war der schlimmste Tag meines Lebens.ÔÇť

Im Anschluss sah sich Reinhold Messner mit vielen Vorw├╝rfen konfrontiert, er h├Ątte seinen Bruder zur├╝ckgelassen. ÔÇ×Erst als wir G├╝nther 2005 dann an der Stelle fanden, wo ich schon immer sagte, dass er liegen k├Ânnte, war die Familien-Ehre wieder hergestellt", sagt er heute.

Und dennoch ist f├╝r ihn sein Bruder gar nicht wirklich tot. ÔÇ×F├╝r mich ist der G├╝nther nie wirklich gestorben. Ich bin der festen Meinung, dass ein Mensch erst dann tot ist, wenn niemand mehr an ihn denkt."

 

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