Christoph Wagner-Trenkwitz mit seinem neuen Buch "Alles Walzer"

© Kurier/Gilbert Novy

Stars Austropromis
11/14/2020

Opernball: Wagner-Trenkwitz über das "größte Pinguinfest des Jahres"

Der Opernball-Kommentator präsentiert ein humoriges Buch über das Staatsgewalze: "Alles Walzer - der Opernball von A bis Z".

von Lisa Trompisch

Seit 20 Jahren kommentiert Christoph Wagner-Trenkwitz für den ORF den Wiener Opernball – oder wie der ehemalige Finanzminister Hannes Androsch es einst launig nannte, das größte Pinguinfest des Jahres.

Jetzt hat er auch ein Buch darüber geschrieben – also nicht der Herr Androsch, sondern eben der Herr Wagner-Trenkwitz – und zwar „Alles Walzer – der Opernball von A bis Z“ (Amalthea Verlag; 20 Euro). Wunderbar illustriert von KURIER-Könner Michael Pammesberger.

„Der Opernball fasziniert nach wie vor so, weil unter anderem der erwähnte Hannes Androsch und viele, viele andere großartige Sachen gesagt haben. Hannes Androsch hat zum Beispiel einmal in einem Interview gesagt, Hannes Kartnig stand da neben ihm: ,Wir sind nicht schön, aber wir sind da.’ Und nicht Hansi Lang, sondern der Pianist Lang Lang hat gesagt: ,It reminds me of China. So many people.’ Man hört und sieht dort Sachen, die man das ganze Jahr über nicht hört und sieht. Es ist ein sensationelles Faschingsevent, dieser Opernball“, lacht Wagner-Trenkwitz im KURIER-Interview.

Und – zum Leidwesen vieler Ballbegeisterten – beginnt das Buch gleich mit A wie Absage.

„Dieses Buch war schon vor einem Jahr geplant und dass es jetzt ein Buch statt dem Ball gibt, damit haben wir natürlich alle nicht gerechnet. Aber ja, Opernball at home heißt die Parole. Es ist schon ein bissl traurig, muss ich sagen. Ich habe ja von virtuellen Bällen gehört. Was ist das? Tanze ich da mit dem Laptop? Ich kann es mir nicht vorstellen.“

Natürlich wird auch der Werdegang vom Duo aus dem Dirigentenkammerl zu den „Container-Entertainern“ genau beschrieben, denn seit 2017 sitzen Wagner-Trenkwitz und sein nicht minder kongenialer Kommentatorenpartner und KURIER-Kolumnist Kari Hohenlohe nicht in, sondern vor der Oper. „Wir wurden nicht verbannt, wir wurden einfach rausgeschmissen“, lacht der Autor.

„Container ist kein schönes Wort, da denkt man gleich an Müllentsorgung. Gut, bei Kammerl denkt man auch an Wegsperrung oder alte Wurstwaren, aber Container ist ein noch schircherer Ausdruck. Deshalb hab’ ich es Pavillon genannt. Also reden wir vom Pavillon, wo wir seit zwei Jahren unser Unwesen treiben, der Kari Hohenlohe und ich.“

Von Hoppalas über Skandale, dem Tulpenreferat bis hin zu Richard Lugner fand alles seinen Platz im Buch. „Er kommt mir manchmal wie ein Opernball-Märtyrer vor. Dann rennen ihm seine Gäste davon aufs Häusl, dann verschwinden sie und er ist ganz entsetzt. Man sieht ihm nicht an, dass es ihm Freude macht, er opfert sich wirklich auf für den Opernball. Aber wenn Leute sagen: Was wäre der Opernball ohne Richard Lugner?, dann könnte man umgekehrt auch fragen: Was wäre der Lugner ohne den Opernball?“

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