Olympiasiegerin Trixi Schuba: "Ich brauche keinen Ferrari und kein Boot"

Die Eiskunstläuferin und Olympiasiegerin wurde kürzlich 75 und reflektiert über ihre Karriere und ihr Leben danach.
Trixi Schuba neben einer alten Fotografie von ihr

Mit viereinhalb Jahren stand die spätere Olympiasiegerin Trixi Schuba zum ersten Mal auf Eislaufschuhen. Daraus erwuchs sich eine Leidenschaft, die sie später zu Staats,- Europa und Weltmeistertiteln führen sollte – und eben 1972 zur olympischen Goldmedaille. 

Kürzlich feierte die ehemalige Sportlerin ihren 75. Geburtstag und nutzte diese Gelegenheit, um auch ein wenig auf ihr Leben zurückzublicken, aber auch vorauszuschauen.

Gefeiert wurde nämlich bei einem Bekannten in Oberösterreich. "Wir waren gut essen und das war ganz ruhig. Ich arbeite ja am Achter", lacht Schuba im KURIER-Gespräch und spielt damit nicht nur auf den 80. Geburtstag in fünf Jahren, sondern auch auf ihre perfektionierte Achterfigur im Eiskunstlauf an.

Trixi Schuba beim Eiskunstlauf

Trixi Schuba war beim Eiskunstlauf als Pflichtkönigin bekannt

Eine Eislaufmama sei Schubas Mutter nie gewesen (der Vater verstarb, als Trixi Schuba erst elf Jahre alt war). "Sie ist nie zu Meisterschaften mitgefahren. Das war dann ein bisschen ein Aberglaube von mir: Wenn sie nicht dabei ist, dann geht es gut aus. Was sich auch bewahrheitet hat."

Ihre erste Staatsmeisterschaft gewann sie 1967, der große Olympiasieg in Sapporo (Japan) folgte 1972. Im selben Jahr gewann sie auch noch die Weltmeisterschaft in Calgary (Kanada). Danach gab sie ihren Rücktritt bekannt. 

"Es war für mich klar, dass ich aufhören werde, weil ich habe fünf Goldmedaillen errungen." 

Sie zog es dann zur Eisrevue in die USA, wo sie zuerst einen Einjahresvertrag unterschrieb. "Rückblickend wäre wohl ein Vierjahresvertrag finanziell ein besserer Polster gewesen, aber ich war ja erst 21 und wusste noch nicht, wie es mir in Amerika gefällt", reflektiert Schuba. 

Schlussendlich blieb sie zwei Jahre in den USA und dann vier Jahre bei "Holiday on Ice" in Europa. Danach arbeitete sie im Holzgeschäft ihrer Familie, bevor sie einen Job bei der Wiener Städtischen Versicherung annahm, wo sie am 1. Mai vor elf Jahren in Pension ging. 

"Rückblickend bin ich froh, dass ich nach sechs Jahren mit der Show aufgehört habe, weil wenn man sich dann vorstellt, dass man 10, 15, 20 Jahre dabei ist, was macht man nachher? Hat man genug Geld verdient?" 

Denn ihr erster Vertrag sei gut gewesen, "aber dann bist du nicht mehr frische Olympiasiegerin. Dann kommen schon wieder die jungen Europa- und Weltmeister nach. Dann sinkt die Gage."

Dennoch kann sie sich nicht beklagen und führt ein sehr zufriedenes Leben. "Ich muss nicht Champagner, Kaviar und Lachs zu mir nehmen, brauche keinen Ferrari, kein Boot und so weiter.“

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