Fotograf Kristian Bissuti

© Kurier/Kurier/Philipp Hutter

Herrlich ehrlich
10/25/2021

Nackter Thomas Muster und ein lachender Papst: Fotograf Bissuti hatte sie alle

In über 60 Berufsjahren hatte Kristian Bissuti sie alle vor seiner Kamera: Vom Papst bis Pavarotti.

von Lisa Trompisch

Seine Eltern waren Opernsänger, er selbst ist beim Reserve-Chor der Sängerknaben aber wegen Disziplinlosigkeit rausgefallen, er hat dann das Gymnasium geschmissen, ist Fotograf geworden und Peter Weck (91) nennt ihn Herzilein.

Und genau das macht Kristian Bissuti (81), der seit über 60 Jahren mit seiner Kamera unterwegs ist, aus – egal ob bei 22. Olympischen Spielen, bei Staatsbesuchen oder am Society-Parkett, er hat für die renommiertesten Medienhäuser, darunter auch 39 Jahre lang für den KURIER, gearbeitet.

„Er ist ein Sir, ein Grandseigneur, fotografiert immer im Einvernehmen und schießt nie jemanden ab“, streut im Wegbegleiter Weck Rosen.

„Er hat mir vor Kurzem das Kompliment gemacht, dass ich nie lästig war“, erzählt Bissuti lachend in der Sendung „Herrlich ehrlich – Menschen hautnah“.

Das ganze Interview

Warum er mit 81 immer noch unterwegs ist, ist schnell erklärt. „Es macht mir Spaß und ich kenne die Leute alle, wir unterhalten uns. Ich sehe das nicht so als Arbeit, sondern als Treffen, wo man halt die Leute, die man jahrelang kennt, wiedersieht“, so der gebürtige Wiener, der am liebsten mit seiner Vespa von Termin zu Termin rauscht.

Seine Bilder, die er jetzt im Fotobuch „Momente der österreichischen Zeitgeschichte“ (edition a; 28 Euro) selektiv zusammengefasst hat, zeichnet vor allem aus, dass sie nicht gestellt, sondern eben Momentaufnahmen sind. Er hatte sie wirklich alle vor der Kamera.

„Man kann wirklich sagen, je berühmter einer ist, desto leichter ist der Umgang. Und je weniger einer ist, desto schwieriger ist es“, meint er schmunzelnd.

Den jungen Kollegen würde er unbedingt raten, ein Archiv anzulegen und an Pension denkt der Professor der Fotoheilkunde (wie er selber scherzhaft sagt, mit 45 bekam er nämlich einen Professorentitel verliehen) sowieso noch lange nicht. „Solange sie meine Bilder wollen, arbeite ich weiter.“

Einen kleinen Fototraum hat er noch, er hätte gerne einmal eine ganz bestimmte österreichische Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin vor der Kamera. Namen will er aber keinen nennen. „Ich will sie ja nicht verschrecken.“ Präsentiert wurde sein Buch mit viel Prominenz Mittwochabend im Wiener Innenstadtpalais von Teppich-Zar Ali Rahimi.

Welcher Star besonders locker war und wann er einmal die Hilfe der Kollegen gebraucht hat, sehen Sie im Video oben.

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