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„Jedermann“ im Laufe der Zeit: Rekorde Stars und Aufreger

Österreichs berühmtestes Theaterstück residiert wieder auf dem Domplatz in Salzburg.
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„Und ich geh mit, mein Jedermann.“ (Werke) – Seit 1920 gilt Hugo von Hofmannsthals Mysterienspiel (der erste „Jedermann“ war übrigens Alexander Moissi) als das ebenso glanzvolle wie umstrittene Herzstück der Salzburger Festspiele. 2025 wurde bereits die 800. Aufführung gefeiert. Hinter der traditionsreichen Geschichte des „Spiels vom Sterben des reichen Mannes“ verbirgt sich eine Chronik voller Rekorde und Aufreger.

Die Nachkriegszeit prägte wie kein anderer Darsteller Attila Hörbiger, der 8 Spielzeiten den „Jedermann“ verkörperte (von 1935 bis 1937 und von 1947 bis 1951). Die meisten Auftritte hatte allerdings Peter Simonischek (91 Vorstellungen).

Eine blonde Frau hält einen erschrockenen Mann fest, der mit offenem Mund in eine Richtung starrt.

91 Vorstellungen spielte Peter Simonischek – eine Buhlschaft an seiner Seite war Veronica Ferres (2002 bis 2004).

Im Sommer 2018 geschah etwas noch nie Dagewesenes: Philipp Hochmair sprang spontan für fünf Vorstellungen anstelle des erkrankten Tobias Moretti ein. Am Samstag bestritt Hochmair seine dritte Saison als regulärer „Jedermann“ auf der Bühne. Er zieht sich sogar komplett aus!

Tanzpaar in prunkvollen Kleidern küsst sich, umgeben von feiernden Tänzern und einer Live-Band.

Heuer ist Roxane Duran die "Buhlschaft" an der Seite von Philipp Hochmair

Einen Kündigungs-Knalleffekt gab’s 2023 rund um Michael Maertens – die Festspielleitung setzte auf Neuinszenierung und tauschte das Team aus.

Der Tod, der aus der Reihe tanzte, war eindeutig Ben Becker. Das Publikum liebte ihn, die Sicherheitskräfte des Festspielballs 2012 weniger. Sie schmissen ihn aufgrund seines Verhaltens raus. Tags darauf zeigte er sich sanfter – er heiratete seine Lebensgefährtin Anne Seidel.

Ein Mann im Anzug küsst eine wie eine graue Statue bemalte Person.

"Tod" Ben Becker (sorgte für einiges an Aufregung) und "Jedermann" Nicholas Ofczarek

Und obwohl sie nur rund 30 Sätze hat, ist die Buhlschaft die „wichtigste Nebenrolle der Welt“. Gleich drei Jedermänner „überdauerte“ Dagny Servaes (1926 bis 1937). Christiane Hörbiger (1969 bis 1972 und 1974 sprang sie zusätzlich fünfmal für die erkrankte Senta Berger ein, die acht Sommer spielte) gilt noch heute für viele als Maßstab der Dinge.

Schauspieler in historischen Kostümen tanzen vor einem steinernen Torbogen.

Schauspielerin Christiane Hörbiger legte ihre Interpretation der "Buhlschaft" mit einer ironischen Leichtigkeit an

Die Zeiten ändern sich – so regte man sich 2019 z. B. auf, dass Valery Tscheplanowa Hosen statt Kleid trug.

Heuer trägt Roxane Duran aber brav wieder eine Robe.

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