Hinter den Kulissen der Weißwurstparty: Maria Hauser verrät auch den Liveact

Eine Frau in Tracht hält eine große Holzstange mit Weißwürsten, im Hintergrund hängen viele Brezeln.
Die Stanglwirt-Chefin lädt heute, Freitag, wieder zur Weißwurstparty. Ein Gespräch über "die Freude am Zusammensein".

Zusammenfassung

  • Die Weißwurstparty beim Stanglwirt wuchs aus einem kleinen Stammtisch zu einem internationalen Großevent mit 2.800 Gästen und bleibt dennoch familiär und traditionsbewusst.
  • Tickets sind stark begehrt, werden per Losverfahren vergeben, und ein Teil des Erlöses aus versteigerten Karten geht an wohltätige Zwecke wie die Franz-Beckenbauer-Stiftung.
  • Prominente wie Arnold Schwarzenegger und ein besonderer Liveact sorgen für besondere Highlights und unterstreichen die Beliebtheit des Festes.

Angefangen hat alles ganz klein, denn Vollblutgastgeber Balthasar Hauser hat schon vor Jahrzehnten nicht nur die ÖSV-Stars, sondern auch das Team drumherum vor den Rennen in den Stanglwirt eingeladen. 

So begab es sich, dass ein Metzgermeister aus Miesbach, zufällig ebenfalls Gast, seine Weißwürste als Kraftnahrung für die Streif offerierte – und schon war die erste Weißwurstparty im vollen Gange. 

„Ein Beweis dafür, dass das Leben die schönsten Geschichten schreibt. Eigentlich ist es ja total kurios: die Weißwurst in Tirol und noch dazu nach dem Zwölfi-Läuten, nach der Mittagszeit. Und dann entsteht über Jahrzehnte aus einem Stammtisch von acht Leuten so ein Riesenfest“, lacht Junior-Chefin Maria Hauser, die 2011 die Eventorganisation übernommen hat, im KURIER-Gespräch.

Mittlerweile feiern beim einzigen Event des Hahnenkammwochenendes, das nicht von Sponsoren, sondern von einer Familie veranstaltet wird, 2.800 Gäste. Diese verspeisen 8.000 Champagner-Weißwürste, 8.000 Brezen, 30 Kilo süßen Senf, trinken 8.600 Flaschen Bier und 600 Flaschen Champagner. Das Gesellige und Freundschaftliche von damals habe sich aber erhalten, so Hauser. Und genau das und die Tradition würden die besondere Stimmung ausmachen.

„Es treffen sich ganz viele Menschen aus aller Welt und es geht einfach um die Freude am Zusammensein. Und mir kommt auch vor, je turbulenter die Welt draußen wird, desto mehr sehnt man sich nach dem Gefühl.“

Der Run auf die Tickets ist enorm, daher wurde, genau wie bei großen Fußballspielen oder Konzerten, ein faires System eingeführt. Es gibt eine Registrierungsphase und es wird verlost, wer Tickets kaufen kann. „Wir hatten dieses Jahr 10.000 Registrierungen für 2.000 Karten.“ 

100 Karten werden versteigert und der Erlös kommt einem guten Zweck zugute. Heuer werden die Franz-Beckenbauer-Stiftung, die Rea-Garvey-Stiftung und Arnold Schwarzeneggers „Climate Initiative x Wild Solutions Park“ unterstützt.

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Hauser hat Schwarzenegger übrigens während ihrer Zeit, als sie in der Hotellerie in San Diego gearbeitet hat, kennengelernt. Sie lud den damaligen Gouverneur nach Going ein – und er kam wirklich. 

„Auf einmal ist er dagestanden und hat gesagt: Ich hab’s dir ja versprochen, wenn ich wieder mal in Kitzbühel bin, komme ich vorbei.“ Und seitdem kommt er immer wieder gerne und ist auch gerne Teil der Weißwurstparty. „Ich werde nie vergessen, ich glaub’, das ist jetzt schon 15 Jahre her, wo er das erste Mal neben mir am Kessel gestanden ist und gesagt hat: 'Maria, das ist ja kein kleines Fest. Das ist ja wie bei einer Movie-Premiere'“, erzählt Hauser lachend.

Ein Mann mit braunen Haaren trägt ein rosa Hemd mit bunten Motiven und sitzt vor einem rot beleuchteten Hintergrund.

Dick Brave

Als Liveact konnte sie heuer den deutschen Sänger Sasha, der ebenfalls Stammgast ist, gewinnen. Er feiert als Dick Brave im Stanglwirt sein großes Comeback. Sein neues Album „Back For Good“ erscheint auch pünktlich zur 33. Weißwurstparty. Sänger Oimara tritt auch auf.

Wie beliebt dieses Fest ist, sieht man auch daran, dass jedes Platzerl im Haus ausgenutzt wird. Da werden sogar die Spa-Kabinen zum Schlafzimmer. „Aber die werden dann natürlich nicht bezahlt, das sind schon enge Freunde, die einfach eine Bleibe suchen“, schmunzelt Hauser.

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