Harry Prünster

© Kurier/Juerg Christandl

Stars Austropromis
10/14/2020

Harry Prünster über seine schwere Jugend und das Witzeverbot zu Hause

Der "Bürgermeister der Nicht-Raunzer-Zone" spricht über sein neues Buch, Dancing Stars und seine Jugend.

von Lisa Trompisch

Dieser Mann hat eine Mission – und zwar die Fahne für sein Heimatland Tirol hochzuhalten. Stichwort Ischgl, wo wohl so manchem Tiroler das „kkk“ regelrecht im Halse stecken bleibt. „Wir müssen, so glaube ich, wieder mehr auf die Leute zugehen und müssen uns wieder gut mit ihnen verständigen. Es ist leider in der Vergangenheit a bissl was passiert. Das sollten wir so gut wie möglich glätten“, so Humorist Harry Prünster (63), der sich selbst als „Bürgermeister der Nicht-Raunzer-Zone“ beschreibt und den Lockdown dazu genutzt hat, an seinem Buch „Griaß Di?“ (es gibt auch eine App dazu) zu arbeiten. Eine Art Überlebens-Guide für den Tirol-Besuch.

„Es geht darum, dass man uns ein bissl besser versteht. Mir hat man immer wieder einmal gesagt, der Tiroler Dialekt ist so charmant und lustig“, meint der ehemalige Deutschlehrer (er unterrichtete 16 Jahre lang an einer Hauptschule), der schon in seiner Schulzeit eine Hausarbeit über Tiroler Dialekte geschrieben hat, im KURIER-Gespräch.

Ob „Gaudimax“, „Witzekönig“ oder Botschafter der guten Laune – Prünster steht für Lachen, wird auch immer wieder gebeten doch einen Witz zu erzählen. Nur bitte nicht zu Hause, denn seine Ehefrau Renate mag das so gar nicht.

„Ich verstehe das irgendwie auch, weil der Witze-Erzähler an und für sich ja kein gutes Image hat. Er platzt oft in eine Unterhaltung mit dem Satz: ,Ich muss euch einen Witz erzählen’ und bringt damit die Unterhaltung, die gerade sehr gut gelaufen ist, um. So ein Witze-Erzähler war ich nie, deshalb hat mich meine Frau glaube ich auch geheiratet, weil einen anderen hätte sie wahrscheinlich gar nicht ausgehalten“,lacht er.

„Ich hab immer versucht, für das Image des Witzes ein bissl zu kämpfen, weil ich finde, der Witz erzählt oft eine ganz angenehme Kurzgeschichte, um gerade in Zeiten wie diesen, ein wenig für Auflockerung zu sorgen. Und der Humor, beziehungsweise das Lachen, ist ja ein Ventil.“

Ihm selbst war aber nicht immer zum Lachen zumute, eine schwere Kindheit prägte ihn sehr. „Ich glaube, wenn man eine harte Jugend hat, dann lernt man Dankbarkeit, weil man merkt, es ist nichts selbstverständlich und man lernt Demut. Ich bin deswegen vielleicht auch nicht der, der auf alles immer ganz schlagfertig reagiert. Ich sag’ immer, wer schlagfertig agiert, verletzt auch ab und zu, weil der zu wenig Zeit hat, darüber nachzudenken, was das mit dem Gegenüber macht. Bevor ich einen Freund verliere, verschlucke ich lieber viele Pointen. Manche sehen das umgekehrt.“

Zuflucht fand er damals in einem nahe gelegenen Kloster, besonders zwei der Mönche nahmen sich seiner an. „Die haben mich, glaube ich auch ins Herz geschlossen und ich habe mit denen ganz tolle, positive Erfahrungen gemacht. Der eine war ein Sportler, der andere war ein Künstler durch und durch und die beiden haben mich in einer gewissen Weise geprägt. Ich habe von ihnen auch sehr viel gelernt“, erzählt er.

„Wenn ich heute zurückschaue und den jungen Harry vor mir sehe, würde ich ihm empfehlen: ,Lass den Kopf nicht hängen. Man muss auf das bauen, was einem das Leben so schenkt und man muss versuchen, das Beste daraus zu machen.’“

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