Gery Keszler bei der PK

© Kurier/Gilbert Novy

Stars Austropromis
05/20/2019

Gery Keszlers emotionaler Life-Ball-Abschied

Alles Zirkus beim letzten Anti-Aids-Spektakel. Aber auch klare Worte gegen seine Kritiker.

von Lisa Trompisch

Stolz, Demut, Bestätigung, Enttäuschung, Freude, Trauer und auch ein bisschen Kränkung – so beschrieb Life-Ball-Gründer Gery Keszler Montagvormittag bei der großen Pressekonferenz seine emotionale Achterbahn. Und er wehrte sich auch gegen all seine Kritiker. Das Life-Ball-Aus beschreibt er nicht als Entscheidung, sondern als Entwicklung. Die vergangenen zwei Bälle wären finanziell und personell ein großer Kraftakt gewesen, die Reserven seien erschöpft.

Die jährliche, in all den Jahren nie an die Inflation angepasste Subvention durch die Stadt Wien habe 800.000 Euro betragen, 100.000 Euro seien heuer einmalig zweckgewidmet für die EDV zugeschossen worden. Man habe wegen der steigenden Kosten um 500.000 Euro mehr gebeten. Die Haftungserklärung in Höhe von 300.000 Euro sei aktiv vonseiten der Stadt angeboten worden, das Angebot wurde dann aber doch wieder zurückgezogen.

„Ich wäre der Stadt Wien extrem dankbar, wenn der Bürgermeister die Zahlen veröffentlicht“, meinte Keszler.

„Wenn wir ein Wirtschaftsunternehmen wären, dann wären wir heute reich, aber wir haben die 30 Millionen Euro Gewinn, die wir erwirtschaftet haben zur Gänze für die Unterstützung von HIV Positiven und an AIDS erkrankten Menschen weitergegeben – so wie es in unseren Vereinsstatuten steht“, sagte die Kassierin von Life+, Gerlinde Hecht.

Man wolle sich heuer würdig vom Life Ball („Es war uns wirklich eine Ehre und mir ein Lebensbedürfnis“, so Keszler) verabschieden und daran arbeiten, dass es eine unvergessliche Nacht wird.

Und dafür sollen auch Roncalli-Zirkusdirektor Bernhard Paul sorgen. "In den 43 Jahren in denen es den Circus Roncalli gibt, waren wir immer gerne, wenn es uns möglich war, an Benefizveranstaltungen als Partner beteiligt. Der Life Ball in diesem Jahr steht unter dem Motto „Circus". Da wir seit fast 40 Jahren auf der Reise zum Regenbogen sind, denke ich harmoniert die Zusammenarbeit auf das Beste. Da der Life Ball auch mit der Stadt Wien kooperiert und wir  seit vielen Jahren mit der Stadt Wien gut zusammenarbeiten, war es eine Selbstverständlichkeit,  auf die Frage, ob wir einen Beitrag zum Life Ball leisten können, mit JA zu antworten", so Paul, der leider nicht vor orts ein konnte. Er feierte seinen 72. Geburtstag.

"Auch die Philosophie dieses Charity- Festes passt exakt. Der Circus ist eine der ältesten multikulturellen Künstlergesellschaften, in der es egal ist welcher Nationalität, welchem Glaubens und welchem Geschlecht (männlich, weiblich, divers) man ist. Ich finde die Möglichkeit wunderbar zu helfen und an einem kreativen Fest, das natürlich weit über die Grenzen Österreichs bekannt ist, mitzuwirken", meinte er.

Das illuste Moderatoren-Duo wird heuer die Mutter aller It-Girls, Diane Brill und Tom Neuwirth als Zirkusdirektor sein. "Diane ist furchtbar witzig und ihr Herz ist endlos", so Keszler. "Ich fühle mich geehrt ein Teil davon sein zu dürfen. Ich mache das, was ich am besten kann, auf der Bühne stehen und Leute unterhalten und so meinen Beitrag zu leisten", sagte Neuwirth alias Conchita alias Wurst.

Als Stargäste haben sich unter anderen auch Lindsay Lohan, Dita Von Teese und Katie Holmes angesagt.