DJane Mel Merio

© Kurier/Gilbert Novy

Herrlich ehrlich
04/18/2021

DJane Mel Merio hat einen afghanischen Flüchtlingsbuben bei sich aufgenommen

Patenschaft statt eigener Kinder: Die Wiener Künstlerin über ihren Ziehsohn, ihre Coronavirus-Infektion und neue Projekte.

von Lisa Trompisch

Sie ist Moderatorin, DJane, Sängerin, Designerin und Lebens- und Sozialberaterin – ein echtes Multitalent. Und Mel Merio hat ein ganz großes Herz, das neben ihrem Lebensmenschen und Ehemann, Musiker und Promoter Peter Pansky, nicht nur dessen Sohn Jonathan, sondern auch Hashem gehört, einem mittlerweile 19-jährigen Flüchtlingsburschen aus Afghanistan, den sie wie ein eigenes Kind in ihrer Familie aufgenommen hat.

„Ich habe ihn vor fünf Jahren über so ein Patenprojekt kennengelernt, er ist alleine von Afghanistan nach Österreich gekommen. Er war da knapp 14 Jahre alt. Das ist schon erstaunlich, was er da geschafft hat. Das ist ja kein gerader Weg, dass du sagst, du steigst in einen Bus ein und steigst in Europa oder gar in Österreich aus. Das geht wirklich über viele Stationen“, erzählt sie im TV-Interview für die Sendung „Herrlich ehrlich – Menschen hautnah“.

Das ganze Interview:

„Hashem ist interessiert am Leben, er ist interessiert an den Menschen, er macht auf, bleibt aber trotzdem er selbst. Er bringt auch viel mit, was mich total inspiriert. Ich liebe seine Kultur und kann da wahnsinnig viel lernen. Es hat bei uns allen einfach Klick gemacht“, beschreibt sie ihr Familienleben.

Mel Merio hat sich bewusst für keine eigenen Kinder entschieden, hat immer schon gewusst, dass sie Kindern, die keine Eltern haben, helfen möchte. „Da stand auch kurz die Pflegeelternschaft und die Adoption im Raum, aber irgendwie war die Begleitung von Teenagern eher etwas für mich“, meint die DJane (sie legt auch viel in der berühmten Wiener Loos-Bar auf – zumindest wenn nicht Corona die Turntables zum Stillstand bringt), die derzeit ihren Master in psychologischer Beratung macht und bald beim Erstversorgungszentrum „Medizin Augarten“ als Beraterin tätig sein wird.

Apropos Corona: Daran erkrankte sie im November 2020. „Ich hatte wahnsinnig starke Glieder- und Kreuzschmerzen. Das war wirklich unangenehm. Nach drei Tagen habe ich auch nichts mehr gerochen. Und zwar wirklich gar nichts mehr, und das ging über Monate.

Auch der Geschmackssinn war fast weg und ist dann erst peu à peu zurückgekommen, aber ich rieche noch immer total komisch, nicht mehr so differenziert. Und manchmal rieche ich irgendwelche unangenehmen Gerüche, die gar nicht da sind“, erzählt sie.

Auch ihre Träume haben sich massiv verändert. „Während Corona hatte ich nur Albträume. Ich schlafe zwar jetzt sehr gut, aber meine Träume haben wirklich immer noch oft schräge Stories.“

Neue Projekte hat Mel Merio jetzt auch schon am Start: Ein neues Album („Ein bisschen Disco-lastiger, funky, aber natürlich mit elektronischen Einflüssen“) ist schon fertig, und sie möchte 2022 die „Lovemore Awards“ ins Leben rufen. Damit will sie Menschen, Organisationen und Firmen, die Besonderes im LGBTIQ- (lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, nichtbinär, intersexuell und queer) und Diversity-Sektor leisten, eine Plattform bieten.

Wie sie die Flüchtlingsbetreuung in Österreich einschätzt und was sie sich von der Politik wünscht, sehen Sie im Video oben.

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