Bogdan Roscic

Bogdan Roščić

© Kurier / Gilbert Novy

Stars Austropromis
09/23/2020

Das sagen Opernball-Insider zur Absage des Staatsgewalzes

Die Absage des Opernballs stimmt Opernball-Kenner traurig, stößt aber auch auf Verständnis.

von Lisa Trompisch, Dieter Chmelar, Stefanie Weichselbaum

Man hatte es sich ja schon fast gedacht, aber am Mittwochvormittag war dann ein für alle mal klar, dass aufgrund des Coronavirus 2021 kein Opernball stattfinden werde.

"Es tut uns allen sehr leid, dass der Opernball, der im Jahreskreislauf der Wiener Staatsoper einen solchen Fixpunkt darstellt, aufgrund der aktuellen Lage abgesagt werden musste", teilte Staatsoperndirektor Bogdan Roščić mit.

Und auch andere Opernball-Kenner äußerten sich auf KURIER-Anfrage zur Absage.

Dominique Meyer, Ex-Staatsoperndirektor

Es ist natürlich ein Verlust für Wien und vor allem für die Staatsoper. Es ist der Höhepunkt der Ballsaison. Es werden wieder schönere Zeiten kommen, wo der Ball wieder veranstaltet wird. Es ist immer traurig, wenn man so eine Veranstaltung absagen muss, aber ich wüsste nicht, wie man es anders machen könnte. Es ist eine Ansammlung von Menschen und man soll ja gerade das Gegenteil machen. Aber man kann nicht den Opernball für 200 Menschen ausrichten, das ist absurd.

Ioan Holender, Ex-Staatsoperndirektor

Dem kreativen und einfallsreichen Staatsoperndirektor wird schon das richtige Passende und für das Haus Zukunftsträchtige statt des Balls in der Oper einfallen. Die kulinarische Wirtschaft wird den Ausfall rund um die Oper schon verkraften, und Kunst ist nicht dafür da, um die Wirtschaft zu füttern, sondern eher umgekehrt. Das Staatsgehopse in die Hofburg und die Kunst für alle und immer in der Staatsoper.

Maria Großbauer, Ex-Opernballorganisatorin

Es ist natürlich sehr schade, dass der Wiener Opernball im Februar 2021 abgesagt werden muss - aber es ist die absolut richtige Entscheidung von Bundeskanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler Werner Kogler. Auch wenn der Opernball im Speziellen und alle hunderte Bälle in ganz Österreich eine große gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung haben, jetzt ist leider nicht die Zeit, nächtelang zu tanzen und zu feiern. Jetzt zählt, dass jetzt die Infektionszahlen möglichst niedrig gehalten werden, damit Kulturinstitutionen wie die Wiener Staatsoper ihren regulären Spielbetrieb weiter aufrecht halten können.

Alfons Haider, ORF-Moderator

Die einzig richtige Lösung. So schmerzhaft das auch ist, aber so eine Entscheidungen ist der sicherste Weg aus dieser Pandemie zu kommen. Für die Wirtschaft ist das aber verheerend.

Christoph Wagner-Trenkwitz, Opernball-Kommentator

Diese Entscheidung ist so, als würde man Weihnachten plötzlich absagen. Aber es kam, wie es wohl kommen musste. Ich habe für 2021 ein „Opernball-ABC“ in Buchform vorbereitet (Verlag Amalthea), das ironischer Weise mit A wie Absage beginnt. Von 1939 bis 1955, als die Oper endlich wieder stand, gab es ja keinen Ball und 1991 wurde wegen des Golfkriegs abgesagt. Was ich an diesem 11. Februar machen werde? Ich glaube, der Kari Hohenlohe und ich schmeißen uns trotzdem in den Frack und machen Homeoffice …

Thomas Schäfer-Elmayer, Tanzschulbesitzer

Die Absage ist traurig, aber begreiflich. Am schlimmsten ist es für die Debütanten-Paare und natürlch für ein gutes Dutzend an Branchen: Hotelerie,Gastronomie, Ballkleid-Designer, Jueliere, Taxis etc. Unsere Tanzschule, die heuer am Faschingsdienstag gerade noch das 100. Elmayer-Kränzchen mit 640 jungen Menschen zur Eröffnung in der Hofburg übers Parkett brachte, ist aber durchgehend in Betrieb. Ich gehe davon aus, dass es sich beim Opernball-Aus um eine einmalige Sache handelt. Und ich denke, dass 2022 der Nachholbedarf an so einem unvergesslichen Abend riesig sein wird.

Anelia Peschev, Designerin

Die Gesundheit steht an erster Stelle. Ich liebe den Opernball sehr und werde diese Zeit sehr vermissen, umso mehr freue ich mich auf den nächsten Opernball!

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