Andrea L’Arronge: "Mein Körper hat nicht mehr mitgespielt"
Schauspielerin und Autorin Andrea L'Arronge
Zusammenfassung
- Andrea L’Arronge berichtet in ihrem Buch offen über Erfolge, Krisen und den Mut zur Veränderung, inklusive Trennung und Neuanfang in Italien.
- Sie betont die Bedeutung von Selbstliebe, Spiritualität und dem Ankommen bei sich selbst als Schlüssel zu Zufriedenheit und Glück.
- Ihr Resümee: Alles im Leben hat seine Zeit und vergleiche dich nicht mit anderen.
Mit acht Jahren stand Schauspielerin Andrea L’Arronge (68) das erste Mal vor der Kamera. Sie war die Stimme der Pippi Langstrumpf in den Spielfilmen und hat unzählige Filme und Serien gedreht. So sah man sie auch 20 Jahre lang als Gräfin Schönberg in „Soko Kitzbühel“.
Aber, da wo viel (Kamera)Licht ist, ist auch viel Schatten – in ihrem neuen Buch „Der Zitronenbaum in meinem Garten“ gibt sie ehrliche Einblicke in ihre Biografie.
Andrea L’Arronges autobiografisches Buch "Der Zitronenbaum in meinem Garten" ist im Westend Verlag erschienen.
Sie schreibt nicht nur von ihren Erfolgen, sondern auch von Fehlschlägen, Trauer und dem Unglücklichsein. Aber auch vom Weg da raus, vom Mut zur Veränderung und vom Ankommen bei sich selbst.
Nach 33 Jahren hat sie sich von ihrem zweiten Ehemann getrennt und hat sich ihren Traum von einem Haus in Italien erfüllt.
„Ja, die Veränderungen mussten einfach sein. Mein Körper hat nicht mehr mitgespielt. Ich war immer unglücklich. Alles hat wehgetan“, erzählt sie in der KURIER TV-Sendung „Herrlich ehrlich – Menschen hautnah“.
Die ganze Sendung:
Herrlich ehrlich: Andrea L'Arronge
Dann hat sie Ruediger Dahlke, Arzt für Psychosomatik und Autor, getroffen, „der mir gesagt hat, meine Schulterbeschwerden kommen daher, dass ich mein Leben nicht leben kann und wie ein Vogel mit beschnittenen Flügeln scheinbar durch die Welt laufe. Und da hat es bei mir Klick gemacht.“
L’Arronge glaubt auch ans Karma und den Seelenplan, dass „all die schwierigen Geschichten dazugehören, damit die Seele reift“. Die Reise sei nie zu Ende und sie ist sich auch sicher, dass man nie aufhören soll, zu hinterfragen „und auf unsere innere Stimme zu hören“.
Spiritualität würde für die gebürtige Münchnerin auch bedeuten, „einfach nur naturverbunden zu leben. Es gibt bei uns so schöne Sätze, wie zum Beispiel ,wie man in den Wald rein ruft, so schallt es heraus’. Das Gesetz der Resonanz, welches ja durch Quantenphysik erklärt wird. Wie ich mich benehme, so kommen mir die Leute entgegen. Oder, ich stecke einen Samenkorn in die Erde und da wächst etwas daraus, was ich essen kann. Das ist naturverbunden und das ist im Grunde spirituell für mich.“
Selbstliebe
Und das Wichtigste überhaupt sei sowieso, sich selbst zu lieben. „Ich liebe mich jetzt auf jeden Fall sehr viel mehr. Ich kann sehen, was ich alles geleistet habe, und freue mich darüber und bin sogar auch stolz auf mich und klopf’ mir dann schon manchmal auf die Schulter und denke mir, yeah, das hast du gut gemacht. Und das habe ich früher nicht gemacht.“
Glück ist für L’Arronge Zufriedensein, „dass man plötzlich mal endlich das Gefühl hat, man ist irgendwo angekommen“.
Lisa Trompisch im "Herrlich ehrlich"-Talk mit Andrea L’Arronge.
Sie sei auch „ein unverbesserlicher Optimist.“ Ihre Botschaft: „Wir müssen uns wieder mehr auf uns selbst besinnen. Wir müssen uns auf unsere Freunde, auf unsere Familie, auf die Menschheit überhaupt konzentrieren und sagen, liebevoller miteinander umgehen. Wir müssen wieder lernen, an einem Strang zu ziehen. Wir müssen aufhören, uns die Köpfe einzuhauen.“
Andrea L'Arronge
In ihrem Buch fasst sie ihr Resümee in drei Sätzen zusammen.
Erstens: Alles im Leben hat seine Zeit.
Zweitens: Vergleiche dich niemals mit anderen.
Und drittens: Der Strich wird am Ende unter die Rechnung gemacht.
„Dieser ganze Wahnsinn im Außen, der da stattfindet, kommt ja durch diese Vergleicherei. Man sagt ja, wenn man etwas tut, ohne auf das Ergebnis zu schielen, ist man frei. Wenn man also die Kraft hat, zu sagen, ich ruhe in mir, ich finde das richtig, was ich mache, und das mache ich jetzt, völlig wurscht, was die anderen dazu sagen. Und alles im Leben hat seine Zeit, wir können nichts forcieren. Man muss auch manchmal gelassen bleiben und die Dinge laufen lassen.“
Gelassen ist Andrea L’Arronge auch, was neue TV- und Filmprojekte angeht. Es würden zwar immer mal wieder Angebote kommen, aber „ich hatte tatsächlich nach 60 Jahren vor der Kamera mal eine Zeit lang keine Lust mehr.“
Sie war froh, endlich auch mal Zeit zu haben, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Zum Beispiel Reisen anzutreten, die sie gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann nicht gemacht hat – und eben auch das Schreiben zu forcieren.
Keine Suchende
Und auch für eine neue Liebe ist sie „endlich offen“, wie sie erzählt. „Ich habe bis dato wirklich sehr gerne allein gelebt und habe die Zeit auch gebraucht. Ich bin keine Suchende und was sich ergibt, wird sich ergeben.“
Für die Zukunft würde sie sich wünschen, „dass meine Hoffnung auf eine neue und positive Welt und ein wunderbares Miteinander sich erfüllt und dass ich die vor allem noch erleben darf.“
Wie sich Andrea L’Arronge mit ihrer Mutter am Sterbebett ausgesöhnt hat, sich auch ihre Beziehung zu ihrer eigenen Tochter Jessica verbessert hat, sich ihr Leben in Italien gestaltet und noch viel mehr, sehen Sie im Video oben.
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