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11.09.2017

Aus Falco wird Rudolf: Prinzenrolle in Edelbitter

Alles neu: Manuel Rubey spielt einen Untoten, ist aber selbst lebendiger denn je

"Mir fährt der gerade ein bissel schräg ein“, sagt Manuel Rubey (38) und meint Kronprinz Rudolf. Er wird demnächst dessen Geist im Rabenhof im Singspiel „Mayerling“ des grandiosen Ernst Molden (49) geben – und wie immer, wenn der Schauspieler in eine neue Rolle schlüpft, treibt ihn diese um. Rudolf, der als Dreijähriger alleine im Park bei den Wildschweinen bleiben, eine militärische Laufbahn und gleichzeitig die Ausbildung bei den größten Intellektuellen des Landes absolvieren musste: „Er war ein Zerrissener. Heute würde man wahrscheinlich eine schwere Angststörung diagnostizieren. Aber Freud kam erst danach.“ Prinzenrolle in Edelbitter.

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Die Ruhelosigkeit, die Rubey Rudolf attestiert, hat auch er. Gerade ist es wieder mal so weit, der Schauspieler krempelt in seinem Leben einiges um. Die seit 2010 währende Zusammenarbeit mit Thomas Stipsits (34) läuft Ende 2018 aus – im Guten. „Es ist wie in einer langen Ehe. Leben und leben lassen. Man muss nicht mehr alles ausdiskutieren.“ Die freie Zeit will Rubey zum Schreiben von Drehbüchern nutzen. „Die Dinge selbst voranzutreiben, ist befriedigender, als auf einen Anruf vom Agenten zu warten. Außerdem werde ich in eineinhalb Jahren 40. Da muss man schauen, was man will.“
Klingt ein bisschen nach Midlife-Crisis, die Rubey offenbar kennt. „Ich habe die Midlife-Crisis schon seit der Pubertät ständig. Alle zwei Jahre werde ich unrund und denke mir, es ist Zeit für einen Reset.“ Ein Problem hat er aber endgültig bewältigt – und sich endlich mit Falco ausgesöhnt. Genau zehn Jahre ist es her, dass er die Rolle, auf die er sich bis vor einem Jahr reduziert fühlte, im gleichnamigen Filmdrama gespielt hat. „Mittlerweile habe ich aber das Gefühl, dass die Menschen mich auch für andere Dinge wahrnehmen. Ich bin deshalb dankbar, dass ich Falco spielen durfte.“

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Den Medien-Hype, der damals um ihn geherrscht hat und der danach abgeflaut ist, vermisst er nicht. „Ich habe in kurzer Zeit viel lernen müssen, was Abgrenzung betrifft.“ Seither hält er sein Privatleben unter Verschluss. Soviel verrät der Vater eines sechs- und eines elfjährigen Mädchens aber doch: „Ständig auf Tour zu sein, ist nicht sehr familienfreundlich. Man muss nicht fünf Tage pro Woche auf irgendwelchen Autobahnraststationen verbringen.“
Zuletzt hat der Schauspieler, dessen Vorbild Josef Hader (55) ist („Er macht verschiedene Sachen, aber alles hat ein Gütesiegel“), für den Stuttgarter „Tatort“ gedreht. Warum es nicht der Wiener geworden ist, „müssen Sie die Verantwortlichen fragen. Denn könnte ich mich selbst besetzen, würde ich in vielen Filmen mitspielen.“
„Mayerling“, ab 20. 9. www.rabenhoftheater.com