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03.04.2017

Arthur Arbesser: "Österreicher haben wenig Mode-Mut"

Der gefeierte Designer aus Österreich lebt in Mailand, feiert aber noch immer gerne auf Wienerisch.

Er ist ein echter Wiener, der in London Mode studierte und in Mailand nach lehrreichen Jahren bei Giorgio Armani nun sein eigenes Label aus dem Boden gestampft hat. Der erste große Fan von Arthur Arbesser war just Suzy Menkes, die wichtigste Modekritikerin der Welt. Fortan galt der "junge Wiener" als das heißeste was Mailands Modewoche zu bieten hat.

Für eine Kooperation mit dem Getränkehersteller "Absolut Vodka" (50 Flaschen hat er persönlich verschönert) hat sich Arbesser jetzt zur Abwechslung einmal wieder im Wiener Partyleben getummelt, das er durchaus vermisst, wie er dem KURIER verrät.

Wodka in Wien

"In Mailand wird nur brav und genüsslich genippt, aber nicht richtig gefeiert. Hier in Wien wird viel mehr getrunken. Aggressiver ist das nur in London, wo ich als Student auch ganz schön viel und gerne auf Partys war."

Auf die Frage, wie sich Österreicher und Italiener in Sachen Mode unterscheiden, ist sich Arbesser sicher: "Österreicher sind nicht sehr mutig. Hier macht man sich um die Außenwirkung extrem viele Gedanken und will seltener auffallen. ’Was sagen die anderen?’ ist die obligatorische Frage. Auch meine Schwester würde nur wenig tragen, was ich in der letzten Show gezeigt habe, wie sie meiner Mutter verraten hat. Das ist in Italien schon anders. Modisch gesehen wagt man viel mehr und hat weniger Angst vor der Meinung anderer."

Kundinnen aus Kunst und Kultur

Deshalb passen seine plakativen, grafischen Designs wohl auch so perfekt nach Mailand, wo er vor allem Frauen aus dem Kunst- und Kulturbereich zu seinen treuen Kundinnen zählt. Welchen Promi er gerne einmal einkleiden würde? "Meryl Streep kann ich mir gut in meinen Kleidern vorstellen. Eine Kundin von mir ist Sängerin Róisín Murphy (Frontfrau der Band Moloko, Anm.), die nun auch wegen Tour-Outfits angefragt hat."

Dass es trotz Fans wie Stil-Ikone Chloë Sevigny nicht einfach ist, in der harten Welt der Modeindustrie langfristig zu überleben, gibt der 35-Jährige offen zu. "Es ist wirklich nicht so einfach und es war ganz gut, dass ich am Anfang nicht genau gewusst habe, auf was ich mich einlasse. (lacht) Heute bin ich zwar noch immer genauso so leidenschaftlich dabei wie früher, aber man sieht einiges realistischer mit den Jahren."

Ohne Freunde und Bekannte, die den Modemacher tatkräftig unterstützen, seien beispielsweise Fashionshows nur schwer zu realisieren. Inzwischen hat er sich als bekannter Name in Italien aber dauerhaft etabliert - kein leicht zu bezwingender Meilenstein. Um nun auch den Österreichern die Mode des Central Saint Martins-Absolventen schmackhaft zu machen, gibt es erste Ideen für einen Pop-Up-Store in Wien.

Hiesige Fashionistas haben vielleicht bald eine neue Pilgerstätte ...