Anthony Hopkins: "Je älter ich bin, desto mehr weine ich"

Der „Kannibale“, der zum „Papst“ wurde, im Interview über Illuminierungen und Erleuchtungen.

Er war Nixon, Picasso, King Lear und natürlich Hannibal Lecter. Aber eine Karriere wäre nichts, wenn man nicht aufsteigen würde. In seinem Fall in den Vatikan. Da ist Anthony Hopkins, heuer zu Silvester 82, zwar nicht päpstlicher als der Papst, aber immerhin ein sehr menschlicher Benedikt XVI. Der Film heißt „Die zwei Päpste“ und ist Sir Anthonys 135. Schauspielarbeit.

Dabei ist der gebürtige Waliser nur wenig religiös. Seine einzige „Erleuchtung“ hatte er in den 1970ern nach tage- und nächtelangem Tequila-Konsum, als er sich gar für Johannes der Täufer hielt und dabei „mit dem Ozean redete“.

KURIER: Im Film „Die zwei Päpste“ gibt es sehr viel Konversation, eine Kunst, die wir verlernt haben?

Anthony Hopkins: Die Handys haben viel kaputtgemacht. Und der Humor scheint uns abhandengekommen zu sein. Humor fördert Offenheit in uns selbst und anderen. Heute sind die Leute nur noch zornig und verbittert, keiner redet mehr mit dem anderen, und man sieht allen nur noch den inneren Schmerz an. Ich denke mir, was soll das? Wir werden alle sterben, ich kann meine Zeit nicht damit verschwenden, mich elend zu fühlen. Und wenn du nicht lachen kannst, bist du ohnehin tot.

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