Von Moser-Pröll bis Vettori: Wieso der ÖSV seinen 120. Geburtstag in München feierte
ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober beim Bieranstich in München. Nach zwei Schlägen hieß es: Ozapft is!
Stellen Sie sich vor, jemand feiert im großen Stil sein 120-jähriges Jubiläum, und keiner kann genau sagen, wann eigentlich der Geburtstag ist.
Es ranken sich viele Mythen rund um die Geburtsstunde des Österreichischen Skiverbandes. Überliefert ist, dass der erfolgreichste Skiverband der Welt im Stammhaus des Augustinerbräu mitten in München gegründet wurde.
Und diese bierselige Umgebung im altehrwürdigen, holzgetäfelten Grünen Saal erklärt dann wohl auch, weshalb einige den 4. November 1905 als Jahrestag zelebrieren, andere wiederum den 5. November hochhalten.
Skilegenden unter sich: Alexandra Meissnitzer, Annemarie Moser-Pröll, Renate Götschl und Martina Ertl (von links).
Viel dürfte sich seit damals nicht geändert haben im Grünen Saal, als an diesem Mittwoch prominente Vertreter des ÖSV und des Deutschen Skiverbandes – der übrigens auch an gleicher Stelle am 4. oder 5. November 1905 ins Leben gerufen wurde – in München auf den 120. Geburtstag anstießen.
„Seit über 120 Jahren verbindet uns mit dem DSV nicht nur die Liebe zum Skisport, sondern auch eine vertrauensvolle Partnerschaft“, sagte ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober, die tosenden Applaus bekam, weil sie für den obligaten Bieranstich nur zwei Schläge benötigte.
Die Funktionäre waren an diesem Feiertag freilich nur Nebendarsteller. Die Bühne in München gehörte den österreichischen und deutschen Wintersportlegenden, die in Scharen in Dirndl und Lederhose aufmarschierten.
Anekdoten
Allen voran Österreichs Jahrhundertsportlerin Annemarie Moser-Pröll, die mit Renate Götschl eine hochdekorierte Fahrgemeinschaft (gemeinsam 108 Weltcupsiege) nach München bildete. Die 72-Jährige („von mir weiß man alle Geschichten“) überließ es den anderen Athleten, Anekdoten aus dem Jahre Schnee zu erzählen.
Die deutsche Skisprung-Legende Jens Weißflog sorgte nicht nur mit seinem legendären sächsischen Dialekt für Lacher, er verblüffte auch mit dem Geständnis, dass Ernst Vettori seinerzeit dafür verantwortlich war, dass er 1994 in Lillehammer zwei olympische Goldmedaillen gewann.
Eigentlich wollte Weißflog seine Karriere 1993 beenden, aber Ernst Vettori, Olympiasieger von 1992, überredete den Deutschen zum Weitermachen. „Bei einem Bier. Oder waren es zwei?“
Günther Mader und Markus Wasmeier
Der Grüne Saal war jedenfalls voll mit Olympiasiegern, Weltmeistern und Größen des Wintersports. Nur ein Auszug der Gratulanten: Markus Wasmeier, Martin Schmitt, Maria Riesch, Martina Ertl, Olga Pall, Marlies und Benjamin Raich, Alexandra Meissnitzer, Günther Mader, Hubert Neuper, Andreas Widhölzl, Mario Stecher.
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