Feierlichkeiten für die Fans: Das Springerfest geht am Kulm weiter.

© APA/Barbara Gindl

Skifliegen
01/08/2015

Weltrekordjagd in der Steiermark

Gregor Schlierenzauer eröffnet heute live in ORFeins die ausgebaute Riesenschanze am Kulm.

von Günther Pavlovics

Der Traum vom Weltrekord lebt wieder auf am Kulm in der Nähe von Bad Mitterndorf in der Steiermark. Den bislang einzigen Weltrekord auf österreichischem Boden hatte dort der Deutsche Peter Lesser im Jahr 1965 mit 145 Metern aufgestellt.

Nur fünf Schanzen (gilt ab einer Hillsize von 185 Metern und einem K-Punkt von mindestens 145 m) gibt es auf der Welt, die Skispringer zu Fliegern werden lassen. Der Weltrekord liegt derzeit bei 246,5 Metern und wird seit dem Jahr 2011 vom Norweger Johan Remen Evensen gehalten, der im Jahr darauf mit 26 Jahren seine Karriere beendete. Mit dem Ausbau der Flugschanze im norwegischen Vikersund ist die Weitenjagd in eine neue Dimension vorgestoßen. Davor hatte von 1984 bis 2005 nur der Bakken in Planica für Weltrekorde getaugt.

Am Kulm ist Gregor Schlierenzauer seit 2009 mit 215,5 Metern Rekordhalter. Diese Marke kann er heute überbieten: Österreichs seit gestern 25-jähriger Überflieger wird um 16 Uhr (live ORF eins) die neue Schanze einfliegen. "Für mich ist es eine große Ehre und Freude, der Erste zu sein, der nach dem neuerlichen Kulm-Umbau offiziell in die Luft geht", sagt der Tiroler.

Familiäre Flüge

Rund acht Sekunden wird der Flug in die neue Ära dauern. "Es wird gigantisch. Der neue Kulm verwirklicht den Traum vom Fliegen", schwärmt Organisationschef Hubert Neuper. Die sogenannte Hillsize wurde von 200 auf 225 Meter ausgedehnt. "Der Weltrekord auf der neu adaptierten Flugschanze ist möglich", ist Neuper überzeugt. Sein Vater Hubert senior hatte 1950 bei der ersten Skiflugveranstaltung den ersten Flug nach 96 Metern beendet.

Walter Hofer legt es indes nicht auf einen Weltrekord an, es solle vor allem ein spektakulärer Bewerb werden. Der Skisprung-Chef des internationalen Skiverbandes FIS denkt realistisch an Weiten um 230 Meter. "Uns geht es nicht um eine Weltrekordjagd, sondern um die Sicherheit der Athleten", sagt der Salzburger.

Die gigantischen Flüge im Jahr 2011 in Vikersund waren der FIS eine Lehre: Damals hatte man die Auswirkungen der Schanzenneigung unterschätzt. Diese wurde um 0,8 Grad verringert, weshalb man in den nächsten Jahren die Weitenjagd weitgehend im Griff gehabt hat.

Viele der Umbauten am Kulm dienen ebenfalls der Sicherheit, von Flugkurve bis Aufsprung und Auslauf. Der Schanzentisch rückte 23 Meter zurück, der Vorbau wurde um zehn Meter angehoben, der Anlauf wurde steiler, der Absprung und das untere Ende des Auslaufs wurden aus Sicherheitsgründen verbreitert, der Kampfrichterturm wurde erhöht. Der bisher an der Ostseite montierte Windschutz wurde auf der westlichen Seite aufgebaut. Insgesamt 3000 Kubikmeter Beton und rund 600 Tonnen Stahl wurden seit Ende Mai 2014 verbaut.

Laut OK-Chef Hubert Neuper belaufen sich die Umbaukosten auf 4,2 Millionen Euro. Darin inkludiert sind auch die Errichtung neuer Parkflächen und einer Beschneiungsanlage, zudem Kanal- und Stromarbeiten. Bauherr ist der Österreichische Skiverband, finanziert wurde das Projekt vom Land Steiermark und der Republik Österreich. Den Norwegern war der Eintrag in die Rekordbücher des Skifliegens vor fünf Jahren noch umgerechnet rund zehn Millionen Euro wert gewesen.

Spektakel am Kulm

Donnerstag

16 Uhr: Einfliegen der Schanze durch Gregor Schlierenzauer.

Freitag

11 Uhr: Offizielles Training. 13 Uhr: Qualifikation.

Samstag

14.15 Uhr: 1. Wertungsdurchgang, anschließend Finaldurchgang.

Sonntag

14.15 Uhr: 1. Wertungsdurchgang, anschließend Finaldurchgang.

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